10 Dinge, die deine Kieferorthopädin verbieten würde

Zahnärztin und Kieferorthopädin Dr. Elisabeth Pittschieler über 10 Dinge, über die du ab sofort gut nachdenken solltest ...

Was dir eine Kieferorthopädin verbieten würde

1. Nie zur Kieferorthopädin gehen
Zahn- und Kieferfehlstellungen kommen sehr häufig vor und vielfach gibt es tolle Lösungsmöglichkeiten. Oft arbeiten wir auch mit dem körpereigenen Wachstum. Daher ist es sehr wichtig, auch schon mit Kindern einmal bei der Kieferorthopädin vorbeizuschauen. Ideale Zeitpunkte für kieferorthopädische Kontrollen sind mit 5 bis 6 Jahren, mit 8 oder 9 Jahren und mit 11 oder 12 Jahren. Auch Erwachsene, die den Wunsch nach schönen und geraden Zähnen haben, sind jederzeit herzlich willkommen.

2. Schlecht Zähneputzen
Schon ohne Zahnspange kann die tägliche Mundhygiene eine Herausforderung sein. Damit schon unsere kleinen Patienten perfekte Mundhygiene lernen, brauchen sie Vorbilder: die Eltern, Kindergartenbetreuerinnen, Kindermädchen etc. Wenn man sich nicht sicher ist, ob und wie man richtig Zähne putzt: keine Scheu, wenden Sie sich an uns Zahnärztinnen, Kieferorthopädinnen und Mundhygieneassistentinnen, um es perfekt zu lernen. Im Idealfall können dann schon unsere kleinsten Patienten von Beginn an in ein karies- und füllungsfreies Leben starten. Ein Gewinn für alle.

3. Schlecht Zähneputzen mit Zahnspange
Auch bei perfekter Mundhygiene vor einer Zahnspange kommen dann einige Hürden auf meine Patienten zu: durch die aufgeklebten Metallblättchen namens „Brackets“ wird die Reinigung der Zähne und des Zahnfleischs anspruchsvoller. Auch hier stehe ich als Kieferorthopädin mit Rat und Tat zur Seite. Wenn die Mundhygiene über längere Zeit schlecht sein sollte, können nämlich rund um die Brackets weiße Entkalkungen (die erste Stufe von Karies!) entstehen. Die sind nicht nur hässlich, sondern gehen leider auch nicht mehr weg. Deshalb: auch mit Zahnspange täglich perfekte Mundhygiene. Schaut auch besser aus! 

4. Permanentes Kaugummi Kauen
Natürlich haben Kaugummis eine erfrischende und reinigende Wirkung. Wer jedoch den ganzen Tag darauf herumkaut, überlastet seine Kaumuskeln massiv. Das heißt: Das Kaugummi Kauen bitte reduzieren und immer wieder für circa eine Minute Gähnen (das heißt: die Kaumuskeln stretchen), um die Verspannungen wieder selbst herauszudehnen. Wer gar nicht darauf verzichten kann: es gibt auch tolle Minzbonbons als „Ersatzdroge“.

5. Frisch vom Essen zur Zahnspangenkontrolle kommen
Es kann natürlich einmal passieren, dass man in Eile schnell noch etwas isst und schaut, nicht zu spät zum nächsten Kontrolltermin bei der Kieferorthopädin zu kommen. Mit dem halben Essen in der Zahnspange dann aber am Zahnarztstuhl zu sitzen, geht leider gar nicht. Deshalb haben wir auch einen Zahnputzraum, in dem bei Bedarf vor dem Termin noch einmal fest geputzt werden kann. Und als Tipp mit Zahnspange: immer eine kleines „Wellness-Etui“ mit dabei haben mit Reisezahnbürste, Interdentalbürstchen und Zahnseide, damit keine optischen Essens-Unfälle in der Zahnspange hängen.

6. Mit der Zahnspange Hartes, Klebriges oder Süßes essen
Eine klassische Zahnspange funktioniert mit sogenannten Brackets. Die werden über verschiedene Arbeitsschritte am Zahn angeklebt. Bei diesem Kleber ist es aber so ähnlich wie beim Basteln oder Handwerken: er hält viel aus, aber sicher nicht alles. Damit die Brackets nicht heruntergehen, gibt es ein paar Tipps: mit der Zahnspange keine harten Sachen essen. Auch Klebriges kann dafür sorgen, dass das Bracket heruntergeht. Und Süßes mit viel Zucker ist als oft genaschte „Zwischenmahlzeit“ tabu. Für dich, deine Zahnspange und deinen Körper.

7. Nicht mitarbeiten
Wie jede Therapie ist auch eine Zahnspangenbehandlung Teamarbeit. Dafür soll, darf und muss jeder im Team seinen Beitrag leisten. Als Patient bedeutet das: zu den Kontrollterminen kommen, die Zähne und die Zahnspange perfekt pflegen und oft auch „Gummiringerl“ einhängen. Gummiringerl ziehen die Zähne zueinander oder verschieben sie in bestimmte Richtungen. Ohne diese Mitarbeit kann man oft kein perfektes Ergebnis erzielen. Das wäre sehr schade: für die Behandlung und die gemeinsam investierte Zeit. Also: mitmachen ist die Devise!

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8. Nicht mit Osteopathen und anderen Therapeuten zusammenarbeiten
Durch die Zahnspange wird natürlich auch Kraft auf den Körper übertragen und die Position der Zähne verändert. Bei sensiblen Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Patienten kann das ab und zu zu Kopfschmerzen oder Verspannungen führen. Osteopathen und andere Therapeuten helfen mir als Kieferorthopädin dabei, dass unsere Patienten auch im gesamten Bewegungssystem und Körper optimal unterstützt werden. Danke!

9. Kieferorthopädie mit Kieferchirurgie oder Oralchirurgie verwechseln
Ja, schon klar, für Außenstehende klingt das alles ähnlich. In der Behandlung gibt es allerdings doch ein, zwei kleine Unterschiede: eine Kieferorthopädin bewegt die Zähne und den Kiefer mittels Zahnspange. Das heißt: es wird hier NICHT hineingeschnitten etc. In der Kieferchirurgie geht es schon anders zu: hier werden Kiefer operativ versetzt, Tumoren entfernt etc. Das bedeutet: richtig große Operationen. Die Oralchirurgie ist die „kleine Schwester“ der Kieferchirurgie: dort werden kleine Operationen im Mundraum durchgeführt, z.B. Weisheitszähne entfernt oder Implantate gesetzt. Zur Wiederholung: Kieferorthopädie ist das mit den Zahnspangen! 

10. Nicht in unsere Praxis kommen 

Es gibt zwar viele Dinge, die ich im Sinne meiner Patienten „verbieten“ würde. Was im Gegenzug aber unbedingt „erlaubt“ ist und ich jeder und jedem für jegliche Behandlung im medizinischen und therapeutischen Sektor mitgeben will: sich menschlich und fachlich kompetente Ärztinnen und Therapeutinnen suchen! Denn du musst dich wohlfühlen und dein Bauchgefühl soll von Anfang an bei der Behandlung mit dabei sein. Dann schaffen wir gemeinsam einen tollen Start, eine gute Behandlung und ein perfektes Ergebnis. 

Dr Lisa Pittschieler

Dr. Elisabeth Pittschieler ist Fachzahnärztin für Kieferorthopädie und damit unter anderem auf Zahnspangen für Kinder und Erwachsene spezialisiert.

Kontakt und weitere Informationen: www.pittschieler.at 

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