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Leckerlis für Hunde: 4 Gründe, warum es nicht schlau ist, den Hund von anderen füttern zu lassen

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Hier erkläre ich euch, aus welchen Gründen es wirklich nicht schlau ist, seinen Hund von anderen Menschen füttern zu lassen.

Wienerin mit TierBlog von Conny Sporrer, Hundetrainerin(Wienerin)

Gleich vorweg: Ich bin wirklich nicht dagegen mit dem eigenen Hund mit Leckerlis zu trainieren. Ganz im Gegenteil, wenn dein Hund Futter gut findet, solltest du auch als Belohnung damit arbeiten. Natürlich soll dein Hund auch in erster Linie Spaß am Training mit dir haben, wenn aber am Ende ein Keks dafür rausschaut, ist das doch nur eine zusätzliche Motivation.

 

Wogegen ich mich aber absolut verwehre, ist das leichtfertige Füttern von Leckerlis - vor allem an andere oder gar fremde Hunde. Zu oft begegnen mir diese Szenen in den Hundezonen dieser Stadt oder auch in Geschäften und Restaurants. Völlig klar ist mir auch, dass meistens keine böse Absicht dahintersteckt. Und dennoch. Hier erkläre ich euch, aus welchen Gründen es wirklich nicht schlau ist, seinen Hund von anderen Menschen füttern zu lassen.

 

1) Futter ist für viele Hunde eine wichtige Ressource, die meisten Hunde sind sehr verfressen und wollen immer mehr von dem guten Stoff. Als Hundehalter sollte man in der Erziehung des Vierbeiners durchaus Gebrauch davon machen. Findet dein Hund Futter also toll, solltest du es für ihn verwalten und verteilen.

Damit machst du dich automatisch für ihn wichtiger und unverzichtbarer. Lernt dein Hund aber, dass auch alle andere Menschen potentielle Futterspender sind, machst du dich damit automatisch ein großes Stück unwichtiger. Training für eine gute Leinenführigkeit, einen verlässlichen Rückruf oder das Erlernen auf dem Platz zu bleiben, wird dadurch vor allem für den Hund unnötig schwerer.

 

WICHTIG: Diese Regel gilt natürlich nicht für Hunde, die ängstlich oder sehr unsicher mit Menschen sind. In diesem Fall kann es natürlich sehr sinnvoll sein, fremde Menschen positiv zu belegen, indem sie als potentielle Futterlieferanten erkannt werden.

 

2) Einhergehend mit dem "Wichtigmachen" anderer Menschen, wird dadurch gleichzeitig auch das Betteln des Hundes befeuert. Das kann anfänglich auch nur ein bohrender Blick sein, der meistens noch niemanden stört. Dieser geht dann zu einem fordernden Stupsen über und endet schließlich mit unerwünschtem Anspringen. Ganz ehrlich: Als Hund würde ich das genau so machen. Aber wir leben nun mal in einer Gesellschaft, in der nicht jeder Mensch beschnüffelt und angesprungen werden darf. Also sind wir unseren Hunden auch schuldig, dieses Verhalten konsequent zu unterbinden und jedenfalls nicht durch „Fremdfütterer“ zu verstärken. Abgesehen davon: Wirklich glücklich macht das Füttern nur den Menschen selbst, welcher Hund gibt sich schon mit zwei oder drei Keksen zufrieden.

 

 

 

3) Gerade beim leichtsinnigen Füttern von allen möglichen Hunden auf der Hundewiese, kommt es häufig zu Frustrations- oder Futteraggression. Beschäftigt sich das Frauli von Hund Waldi zum Beispiel einige Zeit mit der süßen kleinen Lola, die ja so putzige Augerln hat, und füttert sie obendrein noch fleißig, kann passieren, dass Waldi früher oder später die Schnauze voll hat und Lola aus Frust mal ordentlich eine drüber bügelt. Schließlich setzt ihn Frauli zuhause ja auch auf einen Thron und verwöhnt ihn nach Strich und Faden. Warum er den Thron nun draußen mit anderen Vierbeinern teilen soll, wird sich Waldi nicht erschließen.


Ist ein Hund stark futtermotiviert, kann es dazu kommen, dass er aus diesem Grund auch schon mal vorbeugend die Jacke von Frauli verteidigt. Schließlich weiß er ja, dass sich die darin befindlichen Kekse auch gerne mal in andere Hundemäuler verirren.
Ressourcenbezogene Motivation ist übrigens etwas ganz Natürliches! Selbstverständlich ist es für Hunde absurd mit rudelfremden Artgenossen seine Habseligkeiten zu teilen. Ich staune immer wieder darüber, wie wenig trotzdem passiert. Ganz schön tolerant, unsere Vierbeiner - muss auch mal festgehalten werden!

 

4) Immer mehr Hunde leiden unter Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten. In manchen Fällen kann schon ein Keks allein fatale Folgen haben. Es kann also auch gesundheitliche Konsequenzen mit sich bringen, einfach fremde Hunde zu füttern. Zumal manche Menschen ja nicht einmal danach fragen, sondern frei drauf los füttern. Bis man dann reagieren kann, ist es meist schon zu spät.
Apropos: Diese Thematik mache ich mir oft zunutze, wenn es um das Füttern meiner Hunde geht. "Darf er was haben" beantworte ich - statt große Erziehungsreden zu schwingen - nun immer nur noch mit: "Leider! Hochallergisch! Darf nur Känguru und Süßkartoffel!" ...

 

Kostenloser Vortrag "KÖRPERSPRACHE & KOMMUNIKATION" mit Conny Sporrer am 09.11.2017 beim Tierkönig, 1050 Wien. Hier geht es zur Anmeldung. 

 

Expertin Conny Sporrer

Nach ihrem 2-jährigen Hundetrainer-Studium bei Martin Rütter in Bonn, leitet Conny Sporrer nun seit über 4 Jahren gemeinsam mit ihrem Team ihre eigene Hundeschule nach der Philosophie des „Hundeprofis“ in Wien. Bei DOGS werden aber vor allem die Menschen im richtigen Umgang mit ihren Hunden trainiert – Verständnis und Beziehung zwischen Hund und Halter spielen dabei eine ganz wichtige Rolle. Mittlerweile ist Conny selbst Dozentin für das DOGS Studium und gefragte Referentin und Fachautorin rund ums Thema Hund. www.martinruetter.com/wien

 

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