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Die größten Hunde-Irrtümer: "Große Hunde brauchen ein Haus mit Garten"

von

Ein Hund braucht einen großen Garten - diese Aussage kennen wir alle. Stimmt aber nicht! Woher kommt dieser Irrglaube und was ist wirklich wichtig? Hundetrainerin Conny Sporrer klärt auf.

Wienerin mit TierBlog von Conny Sporrer, Hundetrainerin(Wienerin)

Dabei handelt es sich wahrscheinlich um einen der größten Irrtümer der Hundehaltung überhaupt. Der Hund ist heutzutage ein echter Sozialpartner des Menschen geworden, der eng und vertraut mit ihm zusammenlebt. Das heißt auch, dass bei einem großen Haus mit 20 Hektar Grundstück und 250 Quadratmeter Wohnfläche ein Hund mit guter Beziehung zum Menschen trotz der Weitläufigkeit automatisch die Nähe seines Halters sucht.

 

Befindet sich die Familie beispielsweise im Wohnzimmer, wird der Hund trotzdem immer bestrebt sein, dabei zu sein – egal ob er 50 oder nur 8 Kilogramm hat. Ein Hund wird also die Bewegungsfreiheit in einem so großen Haus nicht mehr schätzen und nutzen, als in einer 50-Quadrat-Wohnung mitten in der Stadt. Generell hat auch die Natur vorgesehen, dass die "Höhle" ein Rückzugsort zum Schlafen und Energietanken ist, in der man sich sozusagen in Ruhe auf den nächsten Jagdausflug vorbereiten kann.

 

Lässt man den Hund dann in den großen Garten, wird er das Platzangebot ebenso nutzen wie jenes, das ihm auch auf der Hundewiese zur Verfügung steht. Mit einem Vorteil: Es ist für den Menschen bequemer, seinen Vierbeiner "mal eben" in den Garten zu lassen. Folglich empfinde ich es für den Hund sogar oft als Nachteil, einen großen Garten zur Verfügung zu haben, da die Menschen dann eben oft auf aufregende Abenteuerspaziergänge verzichten und eher verleitet sind, stupide Ballwurfspiele im Garten zu machen, um den Hund entsprechend auszupowern. Der Hund wird dann also entsprechend weniger gefordert und nicht so ausgelastet, wie man es ihm eigentlich schuldig wäre.

 

 

 

Woher kommt der Irrglaube?

 

Wahrscheinlich kommt der Irrglaube "ein Hund braucht einen Garten" aus der Zeit, in der Hunde noch echte Funktionen, wie das Bewachen von Grundstücken, hatten. Dies sollte aber für Hunde, die in unserer Gesellschaft klarkommen müssen, bei weitem keine primäre Aufgabe mehr sein. Lasse ich meinen Hund nämlich Tag und Nacht in Haus und Garten patrouillieren, kann ich nicht von ihm erwarten, dass er erwünschte Besucher freundlich empfängt oder draußen an der Leine jegliche Funktionen abgibt.

 

 

Expertin Conny Sporrer

Nach ihrem 2-jährigen Hundetrainer-Studium bei Martin Rütter in Bonn, leitet Conny Sporrer nun seit über 4 Jahren gemeinsam mit ihrem Team ihre eigene Hundeschule nach der Philosophie des „Hundeprofis“ in Wien. Bei DOGS werden aber vor allem die Menschen im richtigen Umgang mit ihren Hunden trainiert – Verständnis und Beziehung zwischen Hund und Halter spielen dabei eine ganz wichtige Rolle. Mittlerweile ist Conny selbst Dozentin für das DOGS Studium und gefragte Referentin und Fachautorin rund ums Thema Hund. www.martinruetter.com/wien

 

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