< Zur Mobilversion wechseln >

Hundeschule: Der sichere Rückruf – so klappt es auf jeden Fall

von

Wer seinen Hund aus allen Situationen entspannt zurückrufen kann, ist klar im Vorteil. Zum einen, weil man ihm damit ein Maximum an Freiheit gewähren kann, zum anderen, weil man ihm im Prinzip nichts Wichtigeres mehr beibringen muss.

Wienerin mit TierConny Sporrer, Hundetrainerin(Wienerin)

Wenn Hunde gerne strawanzen gehen und nicht auf ihren Halter hören, muss man erst herausfinden, was ihnen gerade wichtiger ist, beziehungsweise den Grund für ihre Ignoranz kennen. Viele Vierbeiner sind zum Beispiel lieber damit beschäftigt, das Territorium abzuchecken, auf dem sie sich gerade befinden, sie markieren und schnüffeln dann gerne, um sich zu orientieren und ihre Anwesenheit zu manifestieren.

 

Wenn der Mensch dann ruft, priorisieren sie eben, erst diese Aufgabe zu beenden, weil sie gelernt haben, dass sie immer erst selbst alles abchecken dürfen. Das heißt also, dass häufig erst eine Veränderung der Regeln und Strukturen innerhalb der Mensch-Hund-Beziehung stattfinden muss, bevor mit dem eigentlichen Training begonnen werden kann.

 

Hundeliebhaber: Der Unterschied zwischen Hundeeltern und Hundeliebhabern

Alle 7 Bilder anzeigen »

 

Viele Hunde haben oft aus gut gemeinten Gründen durch den Menschen im Alltag zu viele Rechte und dürfen zu viele Entscheidungen selbst treffen. Sammelt der Hund diese Erfahrung und lernt, dass ihm beispielsweise immer die Terrassentüre geöffnet wird, wenn er das möchte, und er auch sofort abgeleint wird, wenn es ihn zu seinen Spielefreunden zieht, so lernt er natürlich auch, dass sich ganz viele Entscheidungen nach ihm richten. Folglich kann er auch selbst entscheiden, ob er nun dem Ruf seines Menschen folgt oder ihm andere Dinge im Moment wichtiger sind.

 

Der sichere Rückruf: Wege zum Ziel

 

Einige Hunde haben aber auch einfach nicht richtig gelernt, was ein guter Rückruf bedeutet. Viele verknüpfen das Wiederkommen mit dem Ende von Spiel und Spaß, mit Anleinen, nach Hause gehen oder gar einer Rüge, weil es zu lange gedauert hat.

 

Deshalb: Etabliere ein einziges echtes Rückrufsignal, das bitte ab sofort immer nur benutzt wird, wenn du wirklich willst, dass dein Hund zu dir kommt und so lange bleibt, bis du ihn wieder losschickst. Das kann ein Wort wie „Hier“ sein oder auch ein bestimmter Pfeifton. Anfänglich sollte ganz banal ohne Ablenkungsreize geübt werden - nur du und dein Vierbeiner auf einer Wiese. Wenn dein Hund gerade nicht mit für ihn wichtigen Dingen beschäftigt ist, locke ihn mit Stimme und einladender Körperhaltung (am besten klein machen und rückwärts gehen) zu dir. Ist er auf dem Weg zu dir und du weißt "jetzt kommt er bestimmt“, sprich das Rückrufsignal aus bzw. benutze den Pfiff / die Pfeife.

  

Jetzt folgt ein ganz entscheidender Moment: Greife erst jetzt in die Tasche, um die Belohnung herauszuholen. Tust du dies zu früh, lockst Du ihn unbewusst mit der Belohnung an und wirst ihm künftig immer erst zeigen müssen, was du zu bieten hast, bevor der Hund entscheidet, ob sich das Kommen auch lohnt.

 

 

Die richtige Form der Belohnung

 

Bei der Art der Belohnung ist es wichtig, die "Währung" des Hundes zu kennen. Gibt es eine Art von Futterbelohnung, die Dein Hund unwiderstehlich findet, dann nutze diese als "Jackpot-Leckerli". Das heißt aber gleichzeitig: Dieses Highlight gibt es NUR mehr fürs Zurückkommen. Da der Rückruf das wichtigste Signal ist, ergibt es ja auch Sinn, dafür den "teuersten Preis" zu bezahlen. Es gibt aber auch vierbeinige Zeitgenossen, deren absolutes Highlight ein Spiel mit ihrem Lieblingsspielzeug ist. Wenn dem so ist, kannst du das natürlich auch als Jackpot-Belohnung nutzen.

 

Achtung: Rufe Deinen Hund niemals, wenn die Möglichkeit besteht, dass er nicht zurückkommt. In solchen Fällen, also meist zu Beginn des Trainings oder wenn die ablenkenden Reize zu groß sind, dient eine Schleppleine als Hilfsmittel. Du kannst deinen Hund dann ein wenig locken und ihn, wenn er nicht reagiert, einfach zu dir holen. Das Signal sollte dann aber nicht ausgesprochen werden, Belohnung gibt es auch keine.

 

Haben Mensch und Tier diese Abläufe nun verinnerlicht, folgt das langsame Hinzufügen von Ablenkungsreizen. Das Abrufen von anderen Hunden sollte aber erst geübt werden, wenn die anderen Hunde nicht in Bewegung sind. Erst wenn das klappt, darf man auch einmal den richtigen Moment abwarten, um den Hund aus einer Interaktion mit anderen abzurufen.

 

Je besser dein Hund rückrufbar ist, desto mehr Freiheiten kannst du ihm bieten!
Conny Sporrer

 

Das Fazit

Unsere Hunde sind soziale Lebewesen und keine Maschinen, genau so wollen wir das ja auch. Demnach wird es immer wieder Situationen geben, in denen der Hund nicht (sofort) wiederkommt. Das ist kein Grund, an sich selbst oder dem Tier zu zweifeln, eine 95-prozentige Erfolgsquote ist schon mehr als zufriedenstellend. Alles was darunterliegt, sollte immer weiter ambitioniert trainiert werden, denn vergiss nicht: Je besser dein Hund rückrufbar ist, desto mehr Freiheiten kannst du ihm bieten!

 

Termine für Rückruftrainings bei Martin Rütter DOGS Wien gibt es HIER.

Unsere Expertin - Conny Sporrer

Nach ihrem 2-jährigen Hundetrainer-Studium bei Martin Rütter in Bonn, leitet Conny Sporrer nun seit über 4 Jahren gemeinsam mit ihrem Team ihre eigene Hundeschule nach der Philosophie des „Hundeprofis“ in Wien. Bei DOGS werden aber vor allem die Menschen im richtigen Umgang mit ihren Hunden trainiert – Verständnis und Beziehung zwischen Hund und Halter spielen dabei eine ganz wichtige Rolle. Mittlerweile ist Conny selbst Dozentin für das DOGS Studium und gefragte Referentin und Fachautorin rund ums Thema Hund. www.martinruetter.com/wien

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen