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Papa: 7 unnötige Sätze, die junge Väter nicht mehr sagen sollten

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Die Betreuungspflichten werden immer noch hauptsächlich von Frauen übernommen. Liebe Väter, das liegt auch an euch!

7 unnötige Sätze von Jungvätern

Wienerin mit Kindred.(Wienerin)

Knapp 19 Prozent der Väter gehen aktuell für mindestens zwei Monate (und nur selten wesentlich länger) in Karenz. Das kann man super finden, oder daran denken, dass diese Zahl auch bedeutet: In 81 Prozent der Haushalte mit Kindern wird der Nachwuchs immer noch von den Müttern hauptbetreut. Oder: Vier von fünf Müttern werden von ihren Partnern in der Karenz nur außerhalb der Arbeitszeiten unterstützt. Oder: Mehr als jeder fünfte Vater verzichtet darauf, sein/e Kinder als Hauptbezugsperson zu betreuen. Kindererziehung ist in Österreich auch 2018 hauptsächlich Frauensache.

 

Jungväter machen sich aber nicht nur in der frühkindlichen Betreuung rar: Manche Exemplaren verteidigen den Status Quo und erstaunen dabei mit so haarsträubenden Aussagen, als wollten sie Geschlechterklischees bis in alle Ewigkeit einzementieren. Eine Auswahl:

 

7 unnötige Sätze, die (manche) Jungväter sagen

 

1.) "Ein Kind braucht eben seine Mama."

Ein Kind braucht eine liebevolle Betreuungsperson. Welche Geschlechtsteile diese Person hat, als welches Geschlecht sie sich identifiziert oder ob sie das betreffende Kind in der eigenen Gebärmutter ausgetragen hat, ist dabei Nebensache.

 

2.) "Karenz ist fast wie Urlaub."

Kinderbetreuung ist ein Job. Ein anstrengender, zehrender, wichtiger und beschissen bezahlter Job.

 

3.) "Heut bin ich mal dran mit Babysitten!"

Wer sein eigenes Kind hütet, ist ein Elternteil. Wer auf ein fremdes Kind aufpasst, ein/e BabysitterIn. Letztere haben meist einen besseren Stundenlohn und weniger Pflichten und Verantwortung.

 

4.) "Bei mir in der Firma geht das mit der Karenz nicht."

Achtung, jetzt kommt eine bahnbrechende Info: Kinder sind schlecht für Karrieren. Das liegt unter anderem daran, dass sie viel Zeit und Aufmerksamkeit brauchen, Flexibilität und Einsatz fordern (lautstark) und jeden Virus aufschnappen, der herumfliegt. Frauen wissen das seit Ewigkeiten (oder seit es sowas wie Karrieren gibt). Jede Familie kann und soll selbstverständlich entscheiden, wie sie die Kinderbetreuung regeln will - aber es sollte nicht automatisch die Karriere der Frau sein, die geopfert wird.

 

5.) "Ich hätte lieber einen Buben. Zum Fußballspielen!"

Fun Fact: Mädchen können Fußballspielen. In Österreich machen die Frauen das im Übrigen international weitaus erfolgreicher als die Männer. Bitte hört also auf, eure Geschlechterstereotypen schon auf ungeborene Kinder zu übertragen. Das gilt auch für alle anderen Vorstellungen, von der Carrera-Bahn bis zum Puppenhaus.

 

6.) "Meine Tochter darf später mal keinen Freund haben!"

Das soll meist lustig sein und wird oft von einem "Wenn die Burschen dann genau so drauf sind wie wir damals, höhö, darf sie erst mit 18 alleine aus dem Haus gehen!" Alternativ könnte man sich einfach mit einer geschlechtersensiblen Erziehung auseinander setzen und alles dafür tun, dass Töchter die gleichen Chancen im Leben haben wie Söhne.

 

7.) "Ich brauch auch meinen Schlaf."

Schlafentzug ist eine beliebte Foltermethode, weil sie sehr effektiv ist. Ohne Schlaf funktioniert der menschliche Körper nämlich nicht so gut. Und Überraschung: Das gilt auch für Frauen und Babies. Ihr existiert als Familie und solltet auf das Wohlergehen aller Beteiligten achten.

 

Bonus: Ein beifallheischendes "Ich war ja auch in Karenz! ZWEI MONATE!"

Sich um das eigene Kind zu kümmern, ist eine Pflicht, keine optionale Bonusaufgabe. Man kann es genießen, man kann oft verzweifeln, man kann darauf stolz sein - aber man muss kein Lob für etwas erwarten, das selbstverständlich sein sollte. Eine gleichberechtigte Kinderbetreuung muss für eine gleichberechtige Gesellschaft nämlich vor allem eines sein: Normalität.

 

 

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