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Kommentar: 5 Wünsche zum Muttertag, die gratis, aber nicht umsonst sind

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Ob man nun ein Fan davon ist, sich einen Tag im Jahr fürs Mamasein feiern zu lassen oder nicht: Es gibt ein paar Dinge, die zu dieser Gelegenheit in jedem Fall auf dem Wunschzettel stehen.

5 Wünsche zum Muttertag

Wienerin mit KindKatrin Halbhuber(Wienerin)

Ob man nun ein Fan davon ist, sich einen Tag im Jahr fürs Mamasein feiern zu lassen oder nicht: Es gibt ein paar Dinge, die zu dieser Gelegenheit in jedem Fall auf dem Wunschzettel stehen - und zwar abseits von Muttertagsbrunch, Schnittblumen und zweifelhaften Gedichten.

 

1. Zeit ohne Kinder

Egal, ob man eine Mama ist, die gerne sehr viel Zeit mit ihren Kindern verbringt, oder eher eine, die regelmäßige Auszeiten braucht, um eine bessere Mama sein zu können: freie Zeit tut jedem Elternteil gut, in welchem individuellen Ausmaß sie auch immer nötig ist. Und am schönsten ist sie, wenn man sie nicht selbst organisieren muss, sondern einfach – richtig – geschenkt bekommt.


2. Mehr Vertrauen in die Väter unserer Kinder

Der Vater meiner Kinder und ich sind in der seltenen Situation, nach unserer Trennung als Paar mit unseren Kindern im gleichberechtigten Doppelresidenzmodell zu leben. Wir beide arbeiten gleich viel, verbringen gleich viel Zeit mit den Kindern – das hat nach deren Geburt begonnen und sich seitdem nicht geändert. Trotzdem stellen mir Freundinnen nach wie vor die Frage, wie es mir geht, wenn die Kinder beim Papa sind, ob er sich „eh gut um sie kümmert“. Dazu sei an dieser Stelle gesagt: Werte Mitstreiterinnen (es sind leider ausschließlich Frauen, die diese „Bedenken“ haben), raus aus dieser „keiner kümmert sich so gut wie ich“-Denke, die viel zu oft mit „er kann’s halt nicht und deswegen muss ich alles machen“-Jammern einhergeht, und rein in ein Eltern-Sein (und damit auch in eine gleichberechtigte Partnerschaft, nur so am Rande), in dem es nicht ums Wer-kanns-besser geht! Und ja, ich bin der Meinung, diesen Schritt müssen wir Mamas selber machen.

 

3. Eine laute, gemeinsame Stimme

Regelmäßig höre ich von Müttern, die beim Wiedereinstieg mit dem Arbeitgeber kämpfen, von Vätern, die gemobbt werden, wenn sie eine Karenz anmelden. Was auf solche Schikanen meistens folgt: verständliche Empörung – die jedoch genauso nur dann zum Vorschein kommt, wenn diese Geschichte im Freundeskreis erzählt werden und wo sie andere Paare manchmal sogar abschrecken, überhaupt Eltern zu werden (oder etwas anderes als ein konservatives Rollenbild zu leben). Was ich mir wünsche: Ein gemeinsames Aufstehen, ein lautes, unangenehmes und hartnäckiges Pochen auf die Rechte, die Müttern und Vätern gleichermaßen zustehen. Sei es regional die Initiative für mehr öffentliche Kinderbetreuung, sei es überregional für Kampagnen wie das Frauenvolksbegehren, das genau dafür kämpft. (Tipp: Spart euch den Last-Minute-Blumenstrauß am Sonntag und spendet die 30 Euro lieber an dessen engagiertes Team.)

 

4. Respekt und Toleranz

Ein großer Wunsch und gleichzeitig Auftrag an mich selbst: Viel zu oft kämpfe ich – aus feministischen genauso wie aus freundschaftlichen Gründen – mit der Entscheidung von Freundinnen, die eigene Karriere hintanzustellen und ihrem Mann „den Rücken freizuhalten“. Ich wundere mich, wenn Frauen in meinem Freundeskreis den Umzug aufs Land planen und mit ihren Partnern vorher nicht besprechen, wie es denn dort mit der öffentlichen Kinderbetreuung aussieht – und wer zuhause bleibt, weil die erst ab 2,5 Jahren gegeben ist. Und komme mir im Gegenzug komisch vor, wenn ich dann in diesem schönen Haus am Land sitze, in einer Runde von Frauen, die ihre Kinder jeweils mindestens zwei Jahre zu Hause betreut haben, und erzähle, dass ich nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gehen möchte. Betonung auf „möchte“.
Deshalb ein großer Wunsch zum Muttertag: Ein bisschen mehr Liebe für einander, das wär doch was, und Verständnis (oder zumindest der Versuch eines solchen) für andere Lebensmodelle. Was nicht heißt, dass diese nicht diskutiert werden sollen!
 

5. Eine schnelle und effiziente Art, den Spielplatz-Sand noch außerhalb der Wohnung von den Kindern zu kriegen.

Danke, das war’s schon!

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