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Gastbeitrag: An die Mutter, die darüber nachdenkt, „was die anderen Leute denken“

von

Fast fünf Jahre ist Gastautorin Rosa mittlerweile Mama. Und so lange hat sie gebraucht, um zu sehen, dass eines beim Elternsein ziemlich egal ist: was die anderen denken.

Mutter mit Kleinkind

Wienerin mit KindRosa Wolke(Wienerin)

Wir kamen gerade von einem Familienurlaub am Meer zurück und während ich über die schönen letzten Tage nachdachte, kam mir der Gedanke: „Was wohl die anderen Leute über uns denken, wenn wir gemeinsam unterwegs sind?“

Wir haben drei Kinder im Alter von vier und zwei Jahren und sieben Monaten. Diese Zeit unseres Lebens ist schön in jeder Hinsicht – für uns. Aber wie sieht sie für Außenstehende aus?


Was denken bloß die Anderen über uns?

Das Dinosauriergebrüll unserer ältesten Tochter finden wir herrlich komisch. Aber geht es anderen Menschen nicht vielleicht auf die Nerven? Wenn mein Baby weint, versuche ich sie instinktiv zu beruhigen, wie immer das auch in diesem Moment funktioniert (und oft ist es nicht die erste Sache, manchmal dauert es, bis wir die Lösung gefunden haben). Werden andere Menschen dabei vielleicht ungeduldig? Manchmal möchte meine kleinste Tochter gestillt werden, jetzt, sofort, in der Sekunde. Fühlen sich andere Menschen bei diesem Anblick vielleicht unwohl?

Mein Mann und ich gehen mit unseren Kindern gerne raus in die Welt und unternehmen gemeinsam viel. Wir planen und bereiten uns so gut wie möglich darauf vor und schauen dann einfach, was passiert. Manchmal geht alles gut und entspannt über die Bühne, so entspannt, dass wir es selbst nicht glauben können.

Und ein anderes Mal endet unser gut geplantes Abenteuer in einem Desaster – keinem gefährlichen, aber einem Desaster á la „Oh mein Gott, ihr Kackwindel geht über und wir haben nur zwei Feuchttücher dabei und/oder eine Windel in Größe 5, aber keine in Größe 3 – von Ersatzwäsche ganz zu schweigen …“ Warum gleich nochmal waren wir der Meinung, dass dieser Ausflug eine gute Idee ist?

Es ist nicht einfach. Manchmal werde ich nervös, bevor wir mit den Kindern irgendwo hinfahren. Werden sie mir zuhören, wenn ich etwas sage? Wer wird als erstes die Nerven wegschmeißen? Hab ich genug Snacks/Ablenkungsmittel/Windeln eingepackt? Manchmal bin ich so damit beschäftigt, darüber nachzudenken, was meine Kinder brauchen, dass ich mir keine Gedanken über die Meinung andere mache. Wenn ich dazu komme, ist unser Ausflug oder Trip oder wasauchimmer schon wieder vorbei.

Zu viele Grübeleien, die zu viel Zeit kosten

Und trotzdem sind sie da, die Grübeleien.

Ich frage mich, was die anderen über uns denken, wenn wir bei der Taufe meines Neffen unaufhörlich Snacks und Pixi-Bücher aus der Tasche zaubern, damit die Kinder ruhig sitzen bleiben.

Ich frage mich, was die anderen über mich denken, wenn ich mein übermüdetes Kind zwischen zwei Flugzeugreihen in den Schlaf schaukle.

Ich frage mich, was die anderen über uns denken, wenn wir im Restaurant bestellen wollen, dabei mindestens zehn Mal unterbrochen werden – noch bevor wir überhaupt angefangen haben zu bestellen.

Ich frage mich, was die anderen über uns denken, wenn mein Baby abends auf meinem Schoß einschläft, während wir an einem Sommerabend weit nach Schlafenszeit noch mit Freunden unterwegs sind.

Ich frage mich, was die anderen über mich denken, wenn ich, ein Baby in der Trage, ein Kleinkind im Arm und eine Vierjährige an der Hand den Einkaufswagen mit den Füßen vor mir herschubse.

Ich bin jetzt seit fast fünf Jahren Mama und habe realisiert, dass ich viel zu viel Zeit in diesen fast fünf Jahren damit verbracht habe, darüber nachzudenken, was andere Leute von mir als Mutter halten. Oder damit, mir Dinge auszumalen. Damit, mich mit anderen Müttern zu vergleichen, ob im realen Leben oder auf Instagram.

Seht uns als das, was wir sind: Eine Familie, die Spaß miteinander hat!

Ich bin zu einem Schluss gekommen. Es gibt das Vor-dem-ersten-Langstreckenflug-mit-drei-Kindern-Ich und es gibt das Nach-dem-ersten-Langstreckenflug-mit-drei-Kindern-Ich. Ersteres kümmert sich um diese Grübeleien. Zweiteres hofft.

Ich hoffe, dass die anderen uns als Familie sehen, die einfach Spaß miteinander hat.

Ich hoffe, dass die anderen uns als Paar sehen, das sich liebt und manchmal einfach raus muss – egal, ob wir dann einen Babysitter haben oder nicht.

Ich hoffe, dass die anderen sehen, dass wir gute Eltern sind, die ihren Kindern die Welt zeigen und sie auf Abenteuer mitnehmen möchten – sei es der Weg zum Supermarkt oder eine vierstündige Zugfahrt.

Ich hoffe, dass die anderen sehen, dass  wir unser Bestes geben, als Mama, als Papa, als Familie, als Mitmenschen – in einer Welt, in die wir genauso gehören wie alle anderen, mit dem Recht, zu erleben, zu erobern, auszuprobieren.

Ich verschwende zu viel Zeit damit, zu überlegen, was andere denken. Aber ich glaube, ich lerne endlich … dass es mir tatsächlich egal ist.

 

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