< Zur Mobilversion wechseln >

Erziehungsarbeit: Frau bittet ihren Mann in Brief darum, sich mehr um Kinder zu kümmern

von

Weil auf ihr fast die gesamte Arbeit zuhause lastet, schreibt diese Frau einen offenen Brief - an ihren Ehemann. Weil sie Unterstützung und Wertschätzung braucht.

Wienerin mit Kindred.(Wienerin)

Eine Mutter hat einen starken Brief an ihren eigenen Ehemann geschrieben - in dem sie ihn ehrlich darum bittet, sich mehr um ihre zwei Kinder zu kümmern, ohne wieder einen Streit darüber anfangen zu müssen. 

Celeste Erlach leistet nämlich fast die gesamte Kindererziehungsarbeit, und auch wenn sie wünschte, sie könnte das alles "problem- und mühelos" hinkriegen, hat sie einen Brief an ihren Mann geschrieben, in dem sie erklärt, warum sie das nicht kann. 

 

 

"Lieber Ehemann, Ich. Brauche. Mehr. Hilfe", fängt sie an. Den Brief postet sie in der Facebook-Gruppe "Breastfeeding Mama Talk". Sie beschreibt darin genau, was sie von ihrem Mann brauchen würde - vor allem in stressigen Zeiten mit wenig Schlaf und schreienden Babys. Eine Situation war dabei der Auslöser für die ehrlichen Worte:

 

Brief beschreibt das Leben einer Vollzeit-Mama 

 

"Letzte Nacht war hart für dich. Ich habe dich darum gebeten, auf das Baby zu schauen, damit ich früh schlafen gehen kann. Das Baby hat geweint. Geschrien, eigentlich. Ich konnte ihn von oben hören und mein Bauch hat sich zusammengezogen bei dem Geräusch, und ich hab mich gefragt, ob ich runterkommen soll, um dich zu erlösen. Oder einfach die Tür zumachen, damit ich dringend notwendigen Schlaf nachholen kann. Ich hab mich für Letzteres entschieden." 

 

Trotz der Entscheidung, sich auch einmal um sich selbst zu kümmern - schließlich wusste ihr Mann auch, wie er das Baby beruhigen kann - kam er 20 Minuten später ins Schlafzimmer, das Baby schrie noch immer wie am Spieß. "Er hat es in die Wiege gelegt, und diese näher an mein Bett gerückt, ein klares Zeichen dafür, dass er damit fertig war, sich um das Baby zu kümmern." Die Mutter beschreibt, wie wütend sie in diesem Moment war und dass sie ein enormes Verlangen danach hatte, "einen Riesenstreit" anzufangen. 

 

Tattoo: Die schönsten Mama-Tätowierungen

Alle 12 Bilder anzeigen »

 

Doch sie entschied sich dazu, ihm zu schreiben, wie sie sich fühlt, und was sie als Vollzeit-Mama von ihrem Mann braucht, um nicht in die klischeehaften Mutter-Vater-Rollen zu schlittern, die sie von ihren eigenen Eltern kennt. Sie schreibt: "Vielleicht machen uns unsere Freunde auch was vor und privat kämpfen sie. Vielleicht haben unsere Mütter jahrelang gelitten, und jetzt, 30 Jahre später, erinnern sie sich nicht mehr daran, wie hart es war." 

 

"Auch wenn es mir wehtut, das zu sagen, sage ich es: ich brauche mehr Hilfe" 

 

"Oder vielleicht - und dafür schimpfe ich mich selbst jeden Tag - bin ich nicht qualifiziert genug dafür, so wie jeder andere. Und auch wenn es mir innerlich wehtut, das zu sagen, sage ich es: ich brauche mehr Hilfe", steht weiter im Brief. Sie führt auch aus, wie genau ihr Mann ihr helfen könnte: sie hin und wieder fragen, ob sie sich kurz hinlegen will, Hausarbeit erledigen - ohne darum gebeten werden zu müssen. "Ich bin menschlich, und ich funktioniere mit fünf Stunden Schlaf und bin höllisch müde. Ich brauche dich."

 

"Ich brauche dich morgens dafür, dass du dich um den Kleinen sorgst, damit ich mich um das Baby kümmern kann und jedem ein Mittagessen zubereiten kann. Und eine Tasse Kaffee trinken kann. Und nein: sich um ihn zu sorgen, heißt nicht, ihn vor den Fernseher zu setzen. Es heißt, sicherzustellen, dass er am Klo war, ihm ein Frühstück zu machen, zu schauen, ob er Wasser braucht, und seine Schultasche zu packen."  

 

Wenn ich diesen Weg weitergehe, auf dem ich gerade bin, werde ich zusammenbrechen.

 

Sie setzt fort: "An Wochenenden brauche ich mehr Pausen. Zeiten, in denen ich aus dem Haus gehen kann, für mich sein kann, mich wie ein Individuum fühlen kann. Auch wenn es nur ein kleiner Spaziergang oder ein Einkaufstrip ist." Und: "Zuletzt will ich auch hören, dass du dankbar bist, für alles, was ich mache. Ich will wissen, dass es dir aufgefallen ist, dass ich die Wäsche gemacht habe, und ein nettes Abendessen zubereitet habe", schreibt Erlach. Dann zählt sie auf, was sie alles im Haushalt macht - und wofür sie keine Anerkennung bekommt. 

 

Abschließend schreibt sie: "Ich wehe mit einer weißen Fahne, und gebe zu, dass ich nur ein Mensch bin. Ich sage dir, wie sehr ich dich brauche, und wenn ich diesen Weg weitergehe, auf dem ich gerade bin, werde ich zusammenbrechen. Und das würde dir wehtun, den Kindern wehtun, und unserer Familie wehtun. Denn: du brauchst mich auch."

  

Erlachs Brief wurde inzwischen tausende Male geteilt, und viele Mütter schreiben, dass sie ihnen aus der Seele spricht. 

 

Mehr zum Thema: Was sich Mamas wirklich wünschen.  

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen