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Nach Trennung: Zwei gleichberechtigte Wohnsitze schaden Scheidungskindern nicht

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Wenn Kinder nach der Trennung zu gleichen Teilen bei Mutter und Vater leben, haben sie später weniger psychische Probleme.

zwei lachende Kinder

Wienerin mit Kindred(Wienerin)

In Norwegen haben im Vergleich zu anderen Staaten viele Kinder nach der Trennung oder Scheidung der Eltern zwei Wohnsitze, sie pendeln wochen- oder tageweise zwischen Mama und Papa. Europaweit ist das System umstritten (siehe Info-Kasten), weshalb es ForscherInnen des norwegischen Regionalzentrums für Kinder- und Jugendpsychatrie und Kinderfürsorge (RKBU Vest) genauer untersucht haben. In einer umfassenden Studie wurde die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern sich die Betreuung und Obsorge 50-50 aufteilen, mit der jener Kinder verglichen, die nach der Trennung ausschließlich oder hauptsächlich bei einem Elternteil leben.

Das Ergebnis fasst Studienautor Sondre Aasen Nilsen zusammen: "Es hat sich gezeigt, dass Jugendliche mit einem geteilten Wohnsitz nach einer Scheidung über weniger psychische Probleme berichten als diejenigen, die überwiegend mit einem alleinerziehenden Elternteil oder in einer Stieffamilie lebten."

Die Studie geht noch weiter: Jugendliche mit geteiltem Wohnort haben den Ergebnissen zufolge nicht mehr oder weniger psychische Probleme als jene jungen Menschen, die mit beiden, nicht getrennten Eltern in einem Zuhause leben.

 

Streitfall Doppelresidenz und Wechselmodell

Das Wechsel- oder Doppelresidenzmodell, also die Vereinbarung, dass nach einer Trennung gemeinsame Kinder gleichberechtigt bei beiden Elternteilen wohnen, wird immer öfter von Familien gelebt. Dabei ist es umstritten: Es bedarf neben einer bereits vor der Trennung vorhandenen gleichberechtigten Betreuung durch beide Elternteile einer funktionierenden Kommunikation zwischen Mutter und Vater, das wochen- oder tageweise Pendeln steht außerdem im Zusammenhang mit dem psychischen Kindswohl in der Diskussion. Nicht zuletzt ist auch die Politik gefragt: Zwei Wohnsitze benötigen mehr finanzielle Mittel und entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen.

In Deutschland

 

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