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Gastbeitrag: Warum Eltern beim ersten Fieber paniken

von

"Nur keine Panik!" beim ersten Fieberschub seines Kindes ist leichter gesagt als getan, weiß Papa-Blogger-Michael.

Warum Eltern beim ersten Fieber paniken

Wienerin mit KindMichael Winischhofer, papa-blog.at(Wienerin)

Wieder einmal klaffen Theorie und Praxis bei einem Thema weit auseinander: Die erste Krankheit eines Babys. Pragmatisch legten meine liebe Ehefrau und ich für den Fall eines Falles im Vorfeld die Parameter fest, wie wir als sorgsame Eltern reagieren wollen. Sachlich, lösungsorientiert und vor allem ruhig wollten wir bleiben. Plötzlich – mit dem ersten Fieberschub – überstrahlten Ratlosigkeit und Sorge jegliche rationale Entscheidungskraft.

Die Chronologie der Ereignisse

Ja, wir waren als Eltern verwöhnt. Über zehn Monate ließ sich Samuel Zeit, einem Virus Platz in seinem kleinen Körper zu lassen. Bis sein Immunsystem einmal nachgab. Zuvorkommend kündigte mein Sohn bereits paar Tage zuvor an, dass eine neue Herausforderung auf seine Eltern zukommen könnte. Er robbte, spielte und tollte nur mit halber Kraft herum, krächzte hin und wieder hustend vor sich hin. Der kleine Mann wirkte einfach nicht ganz fit. Unregelmäßige Fieberschübe mit Spitzenwerten über 39 Grad bestätigten leider die Befürchtungen seiner Eltern. Und lösten einen unendlichen Fragenkatalog in ihren Köpfen aus. Wann ist tatsächlich Feuer am Dach? Welche Medikamente darf man verabreichen? Ab welcher Körpertemperatur muss man ins Spital fahren? Wie vermeiden wir einen Fieberkrampf? Von pragmatischer Rationalität keine Spur. Nach einer schlaflosen, fiebrigen Nacht suchten wir daher am nächsten Tag besorgt die Kinderärztin auf.

Der Besuch bei der Kinderärztin

Im Wartezimmer der Kinderärztin begrüßte Samuel alle anderen Patienten lautstark. Kein Zweifel, Arztbesuche zählen nicht zu seiner Passion. Außerdem scheint mein Sohn seine Abneigung gegenüber Nadeln von mir übernommen haben. Im Gegensatz zu mir – ich habe diese Reaktion vor einigen Jahren abgelegt – nimmt sich Samuel allerdings bei Blutabnahme und Untersuchung kein Blatt vor den Mund. Er schreit seinen Protest unverblümt hinaus. Als Folge bewunderte er mit schmerzverzerrtem Blick das Pflaster auf seinem Finger, drückte seinen Arm gegen seine Brust und hütete sich davor, auch nur irgendetwas mit der verletzten Hand zu berühren. Auch das geht wohl auf meine Kappe, kenne ich diese Hilflosigkeit nach einer Verletzung bei einer Blutabnahme nur zu gut. Zwei Stunden später verließen meine liebe Ehefrau und ich mit einer Diagnose, einem Medikament und einem vollkommen erschöpften Kind wieder die Praxis.

The Return

Dass diese Krankheit in diesem Alter und zu dieser Jahreszeit normal und vor allem heilbar ist, entspannte meine liebe Ehefrau und mich. Vorerst. Und auch nur einen – fieberfreien – Tag lang. Dann startete das Fieber neu durch. Wieder wechselten sich Hilf- und Ratlosigkeit ab. Wieder setzten wir uns Fieberlimits, wann wir ins Spital losrasen werden. Wieder suchten wir nach Antworten bei befreundeten Erziehungsberechtigten, wie wir dem kleinen Mann denn helfen können. Wieder führte uns die Sorge um unseren kleinen Sohn in rastlose Panik.

Geschafft!!

Vorweg: Auch die zweite Fieberwelle war heilbar. Ohne Spitalsbesuch. Letztlich ergänzte eine virale die vorangegangene bakterielle Infektion. Routinierter und besonnener wollen wir bei der nächsten Krankheit unseres Sohnes vorgehen. Denn diese kommt bestimmt, prophezeite uns die Kinderärztin bei unserem zweiten Besuch innerhalb von fünf Tagen.

Und an einen Satz werde ich mich auch dann erinnern: „Behandeln Sie Ihr Kind und nicht das Fieberthermometer“.

 

 

Über den Autor

Michael Winischhofer berichtet auf www.papa-blog.at über die alltäglichen Herausforderungen eines Jung-Vaters. Sein Sohn Samuel kam Ende vergangenen Jahres auf die Welt, gemeinsam mit ihm und seiner Ehefrau lebt Michael in Wien.

 

 

 

 

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