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Gastbeitrag: "Es gibt sie doch noch, die guten Menschen"

von

Jenny ist mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Mann auf dem Weg nach Montenegro. Und was nach einem unangenehmen Stopp an der Grenze aussieht, entpuppt sich als besondere Reise-Erinnerung.

&quot;Es gibt sie doch noch, die guten Menschen&quot;

Wienerin mit KindJenny Schweinzer, www.nunu-reist.at(Wienerin)

34 Grad Celsius Außentemperatur. Zum hundertsten Mal dasselbe Biene-Maja-Lied und schon 1,5 Stunden Wartezeit im Stau an der bosnischen Grenze. Klein Nunu wurde schon etwas unrund, da er hungriger wurde.

Endlich waren wir dran. „Passports and Grüne Karte“! sagte der Grenzbeamte in forschen Ton. Da zückte mein Mann Philip unsere drei Reisepässe und ich holte die „Grüne Karte“ aus dem Handschuhfach. „Not valid“ schnaubte der Beamte und behielt sich die Pässe. Er zeigte auf das kleine Häuschen, wo man eine Versicherungskarte um 25 Euro kaufen konnte. Also fuhr Philip rechts ran, zückte seine Geldtasche und ging in das Häuschen, wo sich die Versicherungskauffrau gerade die Nägel lackierte. „25 Euro“ , sagte sie. Philip zückte seine Kreditkarte – „No card – cash only“. „Oh sh**“, dachte sich Philip. Wir hatten beide kein Bargeld mit. Mit Händen und Füßen versuchte er, der Dame klar zu machen, dass er kein Bargeld mit hatte. „Not my problem“, erwiderte die Frau und Philip klärte den Grenzbeamten draußen nochmal über die Situation auf. „Was soll ich jetzt tun?“ fragte Philip den Beamten. „Zurückfahren und Bargeld holen. Nicht mein Problem“. Währenddessen stieg ich mit dem nicht mehr allzu gut gelaunten Nunu aus dem Auto aus und erspähte das nagelneue, moderne Auto hinter uns mit Münchner- Kennzeichnen. Intuitiv schrie ich Philip rüber, er solle den Fahrer hinter uns fragen, ob er uns das Geld borgt. Er bekäme es über der Grenze zurück. Gesagt, getan.

Ein "fettes Geldbündel" und ein freundliches Lächeln

Philip ging zum Auto und der Fahrer lies die Fenster runter - Philip redete ihn auf Deutsch an und versuchte ihm die Situation zu schildern. Der Fahrer antwortete nur „no English, no German“. Als er das Wort „Geld“ aber hörte, und Philip dazu mit den Händen 25 zeigte, öffnete er sein Handschuhfach und holte ein, laut Philip, „fettes Geldbündel“ aus dem Handschuhfach, wo 50 Euro die kleinste Banknote war. Er drückte Philip einen 50-Euro–Schein in die Hand und lächelte. Philip bedankte sich und rannte zurück zum Schalter, um den Versicherungsschein zu kaufen. Als er dem Fahrer das Restgeld zurückgeben wollte, lächelte dieser nur wieder und winkte ab, im Sinne von „passt schon“.

Überglücklich bekamen wir unsere Pässe wieder zurück, passierten die Grenze und fuhren die schöne Landstrasse in Bosnien zurück, wo wir bei einem Fluss hielten, um eine Wassermelonenjause zu machen. Am Weg dorthin überholte uns das schöne Auto, hubte. Der Fahrer lächelte und winkte aus dem Auto.

Fazit: Es gibt sie doch, die guten Menschen.

 

Über die Autorin

Jenny Schweinzer ist 28 Jahre alt und Mutter eines knapp zweijährigen Sohnes. Mit ihm und ihrem Partner lebt Jenny in Wien und bloggt auf www.nunu-reist.at über die Reisen der drei: Couchsurfing in Südafrika, mit dem Rad durch die Schweiz oder low budget in Island.

Eindrücke gibt es außerdem auf www.instagram.com/travel_baby_

 

VIDEO: Alma Babycare - ein Familienunternehmen!

 

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