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Revolutionär: Dieses Baby aus Kanada ist das erste ohne eine Geschlechtsbestimmung auf E-Card

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Kori Doty wollte dem Baby von Anfang an kein Geschlecht zuweisen, damit es nicht von Geburt an in eine Rolle gezwängt wird.

Wienerin mit KindRed.(Wienerin)

Dieser Kampf eines Elternteils dafür, dass dessen Kind keine Geschlechterrollen aufgezwängt bekommt, geht derzeit um die Welt. 

Kori Doty identifiziert sich als nicht-binäre trans Person und erreichte eine historischen Meilenstein damit, dass Kori sich dafür entschied, das Kind außerhalb der binären Geschlechterrollen zu erziehen. Und das fängt bereits bei den Dokumenten nach der Geburt an. 

Seitdem Searyl Atli letzten November auf die Welt kam, kämpft Kori dafür, dass das Baby keine Geschlechtszuweisung auf seinen Papieren hat - und seitdem hat es auch tatsächlich kein offizielles Geschlecht. 

Außerhalb des binären Systems aufwachsen

Wie das CBC News Network berichtet, hat sich Kori Doty hart dafür eingesetzt, dass auf der E-Card des Babys ein "U" (=nicht festgelegt) in der Geschlechterspalte steht. Auf den anderen offiziellen Dokumenten muss aufgrund der Gesetzeslage höchstwahrscheinlich ein Geschlecht zugewiesen werden, doch bereits das "U" auf der E-Card macht diesen Fall zu einem sehr bedeutsamen. 

 

Kori Doty macht sich seitdem dafür stark, dass das Baby sein eigenes Geschlecht aussuchen kann - weil Kori selbst so viele negative Erfahrungen damit gemacht hat, in eine Geschlechterrolle gezwängt worden zu sein. 

"Als ich geboren wurde, sahen die Ärzte meine Genitalien an und spekulierten darüber, wer ich sein sollte, und diese Zuordnung hat mich mein Leben lang verfolgt", erzählte Kori den CBC News. "Diese Annahmen waren falsch, und ich habe seitdem viele Anpassungen machen lassen."

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Genau deshalb will Kori, dass das Baby anders aufwächst: "Ich werde dem Kind meine ganze Liebe und Unterstützung geben, damit es zu der Person heranwächst, die es sein kann - ohne die Restriktionen, die mit der ,Buben-Schublade' und der ,Mädchen-Schublade' daherkommen."

Auch in Österreich ist die Diskussion um ein drittes Geschlecht bereits vor Gericht gelandet. Das oberösterreichische Landesverwaltungsgericht in Linz hat vergangenes Jahr die Klage einer intergeschlechtlichen Person auf Eintragung des Geschlechts "inter", "anders" oder "X" im Personenstandsregister abgelehnt (hier mehr dazu). 

 

Binär und nicht-binär

Binär ist das lateinische Wort für „zwei“ und steht hier für das anerkannte Zweiersystem aus den zwei Geschlechtern weiblich und männlich. Nicht-binäre Geschlechtsidentitäten sind solche, die in dieses Zweiersystem nicht hineinpassen. Es geht um Menschen, die sich nicht als Mann oder Frau (bzw. als Mädchen oder Junge) wahrnehmen, sondern ihre Geschlechtsidentität als außerhalb dieses Systems empfinden.

 

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