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Gastbeitrag: Muttertag als "Neo-Papa": "Erstmals sehe ich, was das Mama-Sein alles bedeutet"

von

In einem ganz neuen Licht erscheint der Muttertag 2017 für Papa-Blogger Michael.

Wienerin mit KindMichael Winischhofer, papa-blog.at(Wienerin)

Trotz meiner Muttertag-Erfahrung von 40 Jahren erreicht der Ehrentag aller Mamas in diesem Jahr eine ganz neue Dimension. Erstmals bin ich nicht nur Sohn, sondern Vater eines Babys und Ehemann einer Mutter. Hautnah erlebe ich nun mit, was das Mama-Sein alles bedeutet. Ich sehe, wie meine liebe Ehefrau den Tagesablauf unseres Sohnes begleitet und organisiert, wie sie seine Bedürfnisse umgehend erkennt. Kein Wind und Wetter hält sie davon ab, mit ihm an die frische Luft zu gehen. Kein Problem erscheint ihr zu mächtig, um nicht eine Lösung zu suchen. Völlig egal, wie mühsam der Weg dorthin für sie selbst auch ist. Nachts wacht sie über unseren Sohn, schreckt bei jeder Bewegung und jedem Laut von ihm auf, setzt alle Hebel in Bewegung, damit seine Nachtruhe nicht gestört ist. Und es ist ihr wiederum völlig egal, ob sie selbst endlich einmal eine ruhige Nacht braucht.

"Mach es zu deinem Projekt"

Wochen zuvor informierte ich meinen Sohn zwecks Projektplanung über den großen Ehrentag seiner Mama. Samuel hielt sich jedoch bedeckt. Bei unserem gemeinsamen Brainstorming starrte mein fünf Monate alter Sohn lieber die weiße Wand an, testete seine neuen Geräusche oder schlief überhaupt weg. Es war schwer zu erkennen, ob er nur pokerte und sich nicht in die Karten blicken lassen wollte, oder - wie sein Vater in den letzten 40 Jahren – situationselastisch am Tag X einfach nur mit seinem Charme reagieren wollte.

 

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Ich musste also Vorschläge bringen. Mein Repertoire an bereits getätigten, erfolgreichen Muttertagsgeschenken verdiente wahrlich keinen Nobelpreis. Blumen schienen mir zu einfallslos, das Zubereiten eines Frühstücks zu unkreativ, Basteln hatte ein zu großes Verletzungsrisiko für mich, ein Überraschungsausflug barg zu viel Überraschendes. Zu sehr bewunderte ich meine liebe Ehefrau immer wieder, dass sie für jedes unvorhersehbares Ereignis stets die richtige Antwort für unser Baby in ihrer – für mich – übergroßen Wickeltasche dabei hatte. Mir hingegen steht meine Vergesslichkeit schon im babylosen Alltag öfters im Weg.

 

Mein Repertoire an bereits getätigten, erfolgreichen Muttertagsgeschenken verdiente wahrlich keinen Nobelpreis.
Michael, papa-blog.at

In kleinen Schritten suchten Samuel und ich nach Lösungen. Zunächst besorgte ich ihm online passendes Gewand für den Tag X. Zum Glück frühzeitig genug. Der Body mit einer lieben Grußbotschaft an seine Mama hätte ihm frühestens zum Muttertag 2018 gepasst. So hatte ich noch genug Zeit für den Umtausch. Beim Hauptgeschenk unterstützte mich Samuel auf seine Art - endlich. Zumindest fasste ich so sein wildes Rudern mit der linken Hand als Zustimmung auf, als ich ihm meinen Favoriten vorlegte. Wir einigten uns auf eine Halskette mit einem Herzanhänger, der eine Gravur mit Initialen unserer drei Vornamen trägt und gleichzeitig die Abkürzung seines Namens ergibt.

Tag X

Warum ich das hier bereits verrate? Weil ich auch nur ein Mann bin und Überraschungen so schwer für mich behalten kann. Eine Woche vor dem Muttertag holte ich das fertige Geschenk ab. Dieser Tag wollte es einfach so, dass ich meiner lieben Ehefrau noch am gleichen Abend das Ergebnis unseres Vater-Sohn-Projekts überreichte. Was uns allerdings nicht davon abhält, diesen Sonntag im Mai zu ihrem Ehrentag zu machen. Nur planen werden wir diesen zu dritt. Und meiner Mutter werde ich an diesem Tag auch einmal anders danken.  

Über den Autor

Michael Winischhofer berichtet auf www.papa-blog.at über die alltäglichen Herausforderungen eines Jung-Vaters. Sein Sohn Samuel kam Ende vergangenen Jahres auf die Welt, gemeinsam mit ihm und seiner Ehefrau lebt Michael in Wien.

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