< Zur Mobilversion wechseln >

Gastbeitrag: Roadtrip mit Kind und Kegel: Wenn Kofferräume nicht groß genug sein können

von

Urlaub mit einem Baby verlangt Planung. Und noch viel mehr Platz im Auto! Papablogger Michael hat die Herausforderung angenommen: Kärnten, wir kommen!

vollbepackter Kofferraum

Wienerin mit KindMichael Winischhofer, papa-blog.at(Wienerin)

Wien ist anders. Kärnten erst recht. Gerade zu Ostern. Als weltoffener Vater durfte ich meinem Sohn das Land seiner Vorfahren mit all seinen Traditionen nicht verwehren. Also wagte ich in der Woche vor Ostern den Trip von Wien in den Süden Österreichs. Dass es tatsächlich ein Wagnis wäre, für rund zehn Tage zu verreisen, wusste ich bei meiner Ideenfindung noch nicht. Ich sah mich als top vorbereitet an. Schließlich hatte ich mich doch extra für Fahrten ins Herkunftsland meiner lieben Ehefrau von meiner treuen Giulietta aus dem Hause Alfa Romeo getrennt und durch ein geräumiges, familiengerechtes Auto mit kolportierten 1.600 Litern (!) Kofferraumvolumen ersetzt. Was diese Zahl aussagt, erscheint mir nun noch mehr ein Rätsel als vorher…

Erste Kombi-Bewährungsprobe

Kinderwagengestell und Babywanne verstaute ich rasch und einfach im Kofferraum unseres neuen Familien-Kombi. Allerdings war dieser damit auch voll! Und ein bisserl mehr Gepäck sollte es für rund zehn Tage Urlaub schon sein, wie beispielsweise ein Koffer, eine Tasche, ein Rucksack, eine Wickeltasche und unzählige Sackerlan – wie es in Kärnten so schön heißt- mit „ur“-wichtigen Sachen. All das wartete noch auf mich im Vorzimmer unserer Wohnung. Nicht zu vergessen, ein Baby im Maxi-Cosi und meine liebe Ehefrau – beide mit Sitzplatzgarantie. Leise hegte ich den Verdacht, wieder einmal etwas nicht richtig „verstanden“ zu haben, wir keine Reise, sondern einen Umzug planten. In solchen Situationen muss ein Mann Ruhe bewahren und in Lösungen (= Hinterfragen der Sackerl-Anzahl) anstatt in Problemen (= zu kleines Auto) denken. Nicht immer findet mein pragmatischer Lösungsansatz eine Unterstützerin in der ehelichen Partnerschaft. So wie auch in diesem Fall: Dann hilft nur noch stapeln und schlichten. Und eine Panoramasicht aus dem Heckfenster des Autos wird sowieso überbewertet …

Die Fahrt

Die eigentliche Herausforderung war allerdings, die rund drei Stunden lange Autofahrt mit unserem Baby gut zu überstehen. Wickeln und Stillen hießen die Variablen, die nur bedingt vorhersehbar waren. Unsere Abfahrt planten wir jedoch dementsprechend. Mit vollen Bauch und leerer Windel schlief Samuel zuverlässig bei der ersten Tempoverschärfung auf der Südosttangente ein. Beim einzigen Boxenstopp protestierte er vehement, trieb seine Eltern zu Rekordverweilzeiten in den Sanitäranlagen an, um seinen Schlaf beim Verlassen der Raststation fortzusetzen. Seine Ruhe hielt bis zum Zieleinlauf in Klagenfurt an. Kaum verstummte der Motor, sorgte mein Sohn für die Geräuschkulisse. Aber dafür hatte er sich nach drei Stunden Fahrt auch das Freizeichen verdient.

privat

Resümee

Unglaublich, wie viele Dinge so ein kleiner Mensch mitbraucht, geht er einmal auf Reisen. Und noch erstaunlicher ist es, wie schnell ein großes Auto voll ist. Noch weigere ich mich entschieden, eine Dachbox oder gar ein größeres Auto anzuschaffen. Da staple und schlichte ich das Gepäck lieber mehrmals oder lasse ein „ur“-wichtiges Sackerl „verschwinden“. Die Fahrt selbst war überraschend unkompliziert. Diesen Eindruck bestätigte auch die Rückfahrt nach Wien. Einziger Unterschied: Meine liebe Ehefrau und ich gingen noch gewiefter vor und verpassten Samuel eine „Nacht“-Windel. Für sein persönliches Trockengefühl und eine reduzierte Geruchsbelästigung. Fazit unserer Urlaubsreise, die nun doch kein Umzug war: Das Autofahren hat zum Glück etwas Beruhigendes für unseren Sohn und ist ab sofort unser Joker in schwierigen, geräuschvollen Nächten.

 

Über den Autor

Michael Winischhofer berichtet auf www.papa-blog.at über die alltäglichen Herausforderungen eines Jung-Vaters. Sein Sohn Samuel kam Ende vergangenen Jahres auf die Welt, gemeinsam mit ihm und seiner Ehefrau lebt Michael in Wien.

 

VIDEO: Christine Nöstlinger über Feminismus und Frauen

 

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen