< Zur Mobilversion wechseln >

Gastbeitrag: Schwangerschaft eins versus Schwangerschaft zwei - so gleich und doch so anders ...

von

Lisa ist mit ihrem zweiten Kind schwanger und erlebt vieles anders als beim ersten Mal. Der schönste Unterschied ist aber einer, mit dem sie nicht gerechnet hat.

www.maunzimadame.com

Wienerin mit KindLisa Repnik, www.maunzimadame.com(Wienerin)

Tja und auf einmal ist es wieder soweit. Wir sind schwanger! War die erste Schwangerschaft komplett ungeplant - ein glücklicher Zufall quasi - ist die zweite dann doch etwas geplanter. Wir haben uns nämlich immer schon ein Geschwisterchen für Madame gewünscht. Trotzdem - als es dann plötzlich so weit war, bin ich wieder einmal aus allen Wolken gefallen. Angefangen hat alles ganz harmlos. Mit etwas Übelkeit. Okay, zugegeben, viel Übelkeit über die Weihnachtsfeiertage. Wahrscheinlich etwas zu viel gegessen. Oder das Falsche gegessen. Soll ja mal vorkommen. Bis in mir ein kleiner Verdacht aufkeimt. Könnte es tatsächlich sein ...? Der Test sagt ja: Wir sind tatsächlich schwanger!

Bin ich schon bereit für Kind Nummer 2?

Obwohl es diesmal geplant war, zieht es mir wieder den Boden unter den Füßen weg. Ich beginne zu zweifeln. Bin ich wirklich schon bereit, mein wieder gewonnenes Leben (hier und da ein Gläschen Wein bzw. Unabhängigkeit von Madame) wieder einzutauschen? Ich bin nicht sicher. Mir fallen tausend Dinge ein, die ich noch tun wollte, bevor ich wieder schwanger werde. Tja. Aber ändern kann und WILL ich es auch nicht. Die Veränderung oder, besser gesagt, die Herausforderung wird auch dieses Mal angenommen.

Die anfängliche Angst verfliegt auch allmählich. Aber Fragen tauchen auf. Fragen über Fragen. Wie wird das mit Madame nur sein? Wird mein Bauch wirklich schneller wachsen? Ich fühle mich manchmal in meinem eigenen Gedankenkarussell gefangen. Zum Glück hält das nicht lange an und Vorfreude macht sich breit.Und das schneller als beim ersten Mal. Aber da wurden wir ja auch überrumpelt.

Auch Madame freut sich mit uns. Was bin ich froh. Sie wird nämlich von Anfang an mit einbezogen. Das ist mir wichtig. Dem Herrn auch. Allerdings bringt das auch potenzielle Gefahren mit sich: Unser kleines Geheimnis könnte zu früh ausgeplaudert werden. Wir wollen mit den freudigen Nachrichten nämlich noch ein bisschen warten. Verständlich oder? Aber unsere Ängste sind unbegründet. Madame hält dicht.

Die ersten Monate vergehen - die Übelkeit bleibt. Wird sogar noch schlimmer. Dazu gesellt sich eine Müdigkeit, die sich gewaschen hat. Ich könnte dauerhaft schlafen. Was mit Kleinkind, Arbeit und Studium kaum vereinbar ist. Einmal passiert es mir sogar, dass ich neben der spielenden Madame einnicke. Einfach so. Aber zum Glück gibt's da ja noch den Herrn, der mir Madame abends oft abnimmt. Mich einfach schlafen lässt. Schaut, dass es mir gut geht. Ich wüsste nicht, wie ich es sonst so geschafft hätte, diese Zeit zu überstehen. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass es bei Madame je so schlimm gewesen wäre. Gut, ich bin Meisterin des Verdrängens. Und Übelkeit und Müdigkeit waren schon da. Aber mit Sicherheit nicht in dem Ausmaß.

Der schönste Unterschied zum ersten Mal

Und dann ist da auch noch die Sache mit dem Bauchwachstum und der Gewichtszunahme, die mir anfangs Kopfschmerzen bereitet hat. Haben mir doch viele Leute erzählt, dass diesmal alles schneller gehen würde. Schnell ein großer Bauch (Horrorvorstellung für mich). Schnell viele Kilos mehr auf den Rippen. Aber auch da muss ich sagen, ist es bis jetzt anders gekommen. Zum Glück. Die Zeit vergeht (mit ihr dann übrigens auch meine Übelkeit) und bei meinem Bauch tut sich gar nichts. Bis auf ein bisschen aufgebläht sein ist da nicht viel. Man kann höchstens erahnen, dass da etwas am Heranwachsen ist. Das ändert sich abrupt ab Woche 25. Nach mehr als Halbzeit quasi. Seit dem kommt mir vor, dass er jeden Tag ein Stückchen wächst. Und das mehr als zuvor. Vielleicht ist da ja doch was Wahres dran? Beim Gewicht ist es anders. Habe ich bei meiner ersten Schwangerschaft gerade einmal um die 11 Kilo zugenommen, bringe ich das dieses Mal nach gut 32 Wochen schon auf die Waage. Ich bin gespannt, wohin die Reise noch führt.

Aber die wohl größte Veränderung ist die Gegenwart der kleinen Madame. Die beim ersten Mal ja noch nicht da war. Ich muss zugeben, es ist schon anstrengender als beim ersten Mal. War ich frei wie ein Vogel und konnte quasi tun und lassen was ich wollte, ist es nun definitiv anders. Einfach mal hinsetzen, Füße hochlagern und in den Tag hinein leben ist nicht mehr. Madame hat ihren Tagesablauf. Muss versorgt werden. Muss zur Tagesmutter gebracht werden. Oder will einfach nur Aufmerksamkeit. Und die bekommt sie dann auch. Logisch. Trotzdem bin ich froh, dass sie mich (uns) auf dem Weg begleitet. Ich erlebe dank ihr alles ein Stückchen intensiver. Und außerdem ist da jetzt einfach eine Person mehr, die sich mitfreut.

 

Über die Gastautorin

Lisa Repnik lebt mit ihrem Freund und ihrer knapp zweijährigen Tochter, der kleinen Madame, in Graz. Neben ihrem Job studiert sie Umweltsystemwissenschaften und bloggt auf www.maunzimadame.com.

 

 

VIDEO: "Grey's Anatomy"-Star Ellen Pompeo wehrt sich gegen böse Nanny-Kommentare

 

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen