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Familie: Diese Frau kennt die Sorgen junger Eltern

von

Irmingard Demitsch berät seit 20 Jahren Mütter und Väter rund um Fragestellungen in den ersten Jahren mit ihrem Kind und hat drei wichtige Tipps für junge Familien.

Irmingard Demitsch

Wienerin mit KindKatrin Halbhuber(Wienerin)

Wenn eine weiß, was junge Eltern in „den ersten 1000 Tagen“ in ihrer neuen Rolle beschäftigt, dann sie: Dr. Irmingard Demitsch ist Ernährungswissenschafterin und seit über 20 Jahren für das Service-Telefon des Säuglingsnahrungsherstellers Milupa tätig. Während sich die technische Ausstattung in dieser Zeit verändert hat – „Am Anfang arbeitete ich noch mit Festnetztelefon und Fax und bekam viele Briefe per Post“ –, so ähnlich sind die Fragestellungen, mit denen Mütter und Väter auf Demitsch zukommen, geblieben.

Ernährung, Stillberatung, das „Erziehen“ von Babys und Kleinkindern: Die 52-jährige Mutter von drei Kindern hat sich im Laufe ihrer Tätigkeit viele Sorgen und Fragen angehört und möchte jungen Eltern deshalb die folgenden drei Gedanken mit auf den gemeinsamen Weg mit ihrem Kind geben.

1. Sich Wissen anzulesen schadet nicht!

Ruhig schon in der Schwangerschaft zu den Themen Bonding, Entwicklungsschritte und Stillen informieren. Wer weiß, was auf ihn zukommt, kann sich trotz Hormonschüben und – räuschen bewusst sein, was ihm wichtig ist. Wichtig dabei aber: Sich nicht auf Quellen aus dem Internet verlassen oder gar durch sie verunsichern lassen!

2. Aufs Kind einstellen!

Jedes Kind ist ein kleines Individuum, mit eigenen Bedürfnissen, die auch mal nicht nach irgendwelchen allgemeinen „Regeln“ funktionieren. Fragen wie „Müsste es nicht mehr trinken?“, „Müsste es nicht schon durchschlafen?“ oder „Soll ich die Trinkabstände ausdehnen?“ sollten nicht Teil der ersten gemeinsamen Zeit sein. Ein Kind und seine Bedürfnisse lassen sich nicht auf Biegen und Brechen verändern. Sich darauf einzustellen, kann Kraft und Zeit kosten und ist meistens eine Umstellung für die jungen Eltern. Letztlich sollten sich aber vor allem Mamas die Zeit nehmen, ihren ganz eigenen Weg mit ihrem Kind zu finden – und auch der ist individuell.

 

Eine Mutter und ihr Neugeborenes sollten einfach nicht den ganzen Tag alleine zu Hause sein.
Irmingard Demitsch

3. Rahmenbedingungen für die erste Zeit schaffen!

Damit Eltern und Kind sich auch wie angesprochen aufeinander einstellen können, ist es ratsam, schon vor der Geburt zu besprechen, wie man sich die erste Zeit vorstellt, was und wer dabei unterstützen kann – denn Hilfe ist vor allem im Wochenbett, der sensiblen Zeit nach der Geburt, gut und wichtig und es ist immer okay, sie anzunehmen und danach zu fragen. Irmingard Demitsch: „Eine Mutter und ihr Neugeborenes sollten einfach nicht den ganzen Tag alleine zu Hause sein.“


Ein weiterer Punkt, der Demitsch wichtig ist: „Stillen ist grundsätzlich natürlich das Beste für das Baby. Sollte eine Mutter sich aber anders entschieden haben, so darf sie von niemandem dafür verurteilt werden.“ Leider machen sich aber immer wieder Mütter untereinander das Leben schwer, wie eben z.B. beim Thema „Stillen oder Flaschennahrung“. „Aus welchen Gründen auch immer: Frauen, die sich für Flaschennahrung entschieden haben, wollen keine Belehrung.“ Die Expertin habe schon erlebt, „dass Frauen weinend aus der Beratungsstelle" gelaufen sind, weil sie dafür verurteilt wurden, nicht zu stillen oder von der als Muttermilchersatz noch am ehesten akzeptierten Pre-Nahrung auf Folgemilch umgestellt hatten.

Egal, ob in der Schwangerschaft, nach der Geburt oder rund um den ersten Geburtstag, wenn am Familientisch der Kampf ums Sitzenbleiben oder „Das Kind isst nichts“ beginnt: Mütter und Väter sollten auf ihr Bauchgefühl vertrauen und sich das auch zutrauen – daran hat sich laut Irmingard Demitsch auch in den 20 Jahren ihrer Tätigkeit nichts verändert.

 

 

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