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Wie wohnen wir in Zukunft?

Wie ändert unsere individuelle Gesellschaft die alten Wohnkonzepte, was von all den Eigenheim-Träumen ist überhaupt noch leistbar und wie wollen wir künftig zusammenleben?  - WERBUNG -

Leserinnenblog(Wienerin)

Wohn(t)räume

"Mobilität und Nachhaltigkeit werden immer wichtiger. Ich denke, dass es künftig beim Wohnen um lokale Verknüpfungen und ganzheitliches Denken gehen wird. Für mich persönlich geht es auch darum, die Welt zu retten“, so Theresa Steininger bei der WIENERIN Erste Bank Lounge. Die Gründerin des Start-ups Wohnwagon sieht die Zukunft des Wohnens individuell, mobil, flexibel und energieautark. Ihre Wagons bieten Raum für Menschen, die nicht viel Platz zum Leben brauchen und ihre Bedürfnisse in der Flexibilität und in der hochwertigen Einrichtung sehen. Natürlich sind knapp 122.000 € für 33 Quadratmeter kein Schnäppchen. „Der Wohnwagon wird an die individuellen Wünsche des Kunden angepasst. Die Investition in die hochwertige, nachhaltige Ausstattung ist zu Beginn höher, dafür fallen dann die Betriebskosten weg“, rechtfertigt Steininger die hohen Anschaffungskosten. Das Unternehmen bietet auch ein Service an, welches rechtliche Hilfestellung bietet, wenn es darum geht, wo der Kunde seinen Wagon abstellen möchte.

 

Theresa Steininger, © Daniel Hinterramskogler, Martin Hörmandinger

 

 

Trendkonzepte

Am Thema der Flexibilität knüpft Zukunftsforscherin Christiane Varga an: „Beim Co-Housing geht es darum, einen eigenen Wohnraum zu haben und dann flexibel Dinge dazuzumieten, die einem wichtig sind, oder Räumlichkeiten gemeinsam mit anderen Personen zu nutzen und sich die Kosten zu teilen.“ Ein weiterer Trend ist der der Wahlfamilie: „Viele leben weit entfernt von ihren Familien und sind auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Eine Alleinerziehende sucht beispielsweise eine Wahloma, die auf ihre Kinder aufpasst, und erledigt dafür den Einkauf für die Dame“, so Varga. „Eine gute Lösung, wenn man die eigene Familie nicht vor Ort hat – oder nicht vor Ort haben will“, fasst Barbara Haas schmunzelnd zusammen.

 

Christiane Varga, © Daniel Hinterramskogler, Martin Hörmandinger

 

 

Wer sich dazu entscheidet, eine Immobilie zu mieten oder zu kaufen, muss erst einmal das passende Objekt finden. Dass sich das als große Herausforderung herausstellen kann, weiß Andreas Langegger, Gründer und CEO von Zoomsquare: „Wir sehen, dass viele junge Menschen sich auf ein Leben in Miete einstellen.“ Langegger rät außerdem dringend davon ab, die Suche auf bestimmte Bezirke einzugrenzen, da es auch in vermeintlich schlechter Lage schöne und vor allem leistbare Wohnprojekte gibt.

 

Andreas Langegger, © Daniel Hinterramskogler, Martin Hörmandinger

 

FINANZIERUNGSFRAGE

Wer seinen Wohntraum dann endlich gefunden hat, sollte sich in Sachen Finanzierung ausführlich beraten lassen. „Wir als Bank wollen eine leistbare Finanzierung für die individuellen Wohnträume unserer Kunden finden. Unser Rat aufgrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus sind Fixzinssätze. So können unsere Kunden risikofrei ihre Finanzierung planen“, meint Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank Oesterreich.

 

Thomas Schaufler, © Daniel Hinterramskogler, Martin Hörmandinger

 

Wien ist eine innovative Stadt, was den Bereich Wohnen betrifft – auch im internationalen Vergleich. Es gibt viele Großprojekte, die sich zum Ziel gesetzt haben, Wohnen wieder leistbar zu machen.

 

"Wir raten zu Fixzinsen"

Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank Oesterreich, im Gespräch über Wohnfinanzierungen, Fixzinsen – und darüber, was man alles bei einer Kreditaufnahme beachten sollte.

- Herr Schaufler, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um eine Immobilie zu kaufen?
Im Hinblick auf die Zinsen ja! Diese sind schon seit einiger Zeit sehr niedrig. Bei langfristigen Wohnfinanzierungen sollte man aber auch daran denken, dass die Zinsen und somit die monatliche Rate wieder steigen können. Ob man dann zwei oder vier Prozent an Zinsen zahlt, macht einen großen Unterschied im Haushaltsbudget. Wir empfehlen deshalb, sich dieses niedrige Niveau
zu sichern.

- Und wie?
Fixzinsen sind eine gute Möglichkeit. Damit kann man sich die monatliche Rate beim Kredit bis zu 15 beziehungsweise beim s Bauspardarlehen bis maximal 20 Jahre sichern. Derzeit sind die Unterschiede der monatlichen Kosten zwischen variabler und Fixzinsfinanzierung auch gering. Ein Beispiel: Durchschnittlich nehmen die Österreicher 180.000 Euro für eine Wohnraumfinanzierung auf. Bei guter Bonität würde bei dieser Summe ein variabler Kredit monatlich rund 700 Euro kosten, mit Fixzinsen über 15 Jahre rund 800 Euro. Die Absicherung kostet somit circa 100 Euro monatlich mehr und lässt einen sprichwörtlich ruhiger schlafen. Die Alternative wäre ein variabler Kredit mit einem Zinscap.

- Was sollte man grundsätzlich beachten, wenn man eine Finanzierung für die eigenen vier Wände aufnehmen will?
Das Allerwichtigste ist, sich seine Finanzen anzuschauen und mit dem Bankberater genau zu errechnen, wie viel Rate man sich pro Monat leisten kann. Dann geht’s um die Art der Finanzierung: Soll es ein variabler oder ein Fixzinskredit sein, ein Bauspardarlehen oder ein Mix aus den Genannten? Im Hinterkopf behalten muss ich aber immer, dass die Zinsen derzeit nicht mehr weiter fallen können, sondern nur noch steigen werden. Die Frage ist nur, wann. Das  heißt, durch eine Absicherung kann ich mich vor höheren Raten schützen. Eine Ablebens- und Unfallversicherung sollte auch überlegt werden. Bei der Immobilie selbst zählen u. a. Lage und Infrastruktur.