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Wie es sich für Frauen anfühlt, nachts alleine nach Hause zu gehen

Ein französicher Kurzfilm, der Gänsehaut macht.

"Hey Süße, bleib' doch kurz stehen. Ich will nur mit dir reden". Nicht schon wieder, denke ich und gehe einfach weiter. Kopfhörer rein, Musik an, schneller Schritt und Hauptsache weg. Noch einmal kurz umgedreht. Puh. Er ist weg.

 

So oder so ähnlich ist es wohl schon jeder (jungen) Frau am Heimweg ergangen. Irgendjemand ist immer blöd oder betrunken. Oder eben beides. Auch, wenn wir uns schon daran "gewöhnt" haben oder es schon gar nicht mehr wirklich ernst nehmen - ein ungutes Gefühl ergreift uns doch jedes Mal.

Auch, wenn es offenbar bei einigen Männer noch nicht angekommen ist: Frauen hinterherzurufen oder sie mit billigen Sprüche a la "hey, süße!" anzumachen, ist kein Kompliment. Es ist herabwürdigend und unangenehm - und zwar jedes Mal auf's Neue.

 

Warum wir 2016 immer noch darüber reden müssen? Wir wissen es nicht. Die Message ist bei vielen einfach noch nicht angekommen. Und das gilt weit nicht nur für "irgendwelche Asylanten", wie FPÖ-Gemeinderat Sippel im neuen Benimm-Video kürzlich vermuten ließ. Das "Catcalling"-Problem gilt nämlich für alle Männer -egal ob in Österreich, Europa oder sonst wo auf der Welt.

Kurzfilm "Am Ende der Straße"

Maxime Gaudet ist französischer Filmemacher und kennt das Problem. Vermutlich nicht aus eigener Erfahrung, aber gut genug, um das ganze in einen Kurzfilm (Au bout de la rue, "Am Ende der Straße") zu packen, der Gänsehaut erzeugt. Und zeigt, dass wir mit unseren Gefühlen nicht alleine sind und, dass es endlich aufhören muss.

 

Dass das Problem noch immer da ist, ist auch der Wiener Polizei bekannnt - nur Lösungen sind schwer zu finden.

Da hilft es leider auch nicht, wenn Polizeipräsdient Pürstl rät (01/2016): "Frauen sollten nachts generell in Begleitung unterwegs sein, Angst-Räume meiden und in Lokalen keine Getränke von Fremden annehmen. Das war früher so und wird auch in Zukunft weiter so sein".

 

Wir müssen begreifen, dass das Problem nicht die Frauen sind, die nachts alleine auf der Straße sind. Sondern die Männer, die sich nicht zu benehmen wissen.

 

 

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