< Zur Mobilversion wechseln >

Neu in Wien: Alles, was ihr über den ersten "Karl Lagerfeld"-Store in Wien wissen müsst

von

Der deutsche Modepapst aus Hamburg kommt mit seiner Eigenmarke erstmals in die österreichische Hauptstadt. Wir waren zur Eröffnung vor Ort und haben mit Lagerfeld-CEO Righi über die Hintergründe der Marke gesprochen.

Shop Store Opening Eröffnung

TrendsArnika Zinke(Wienerin)

Am Freitag hat der erste Karl Lagerfeld Store offiziell am Wiener Kohlmarkt eröffnet. Das ist besonders, schließlich ist es das erste Geschäft des Modezaren in Österreich und das, obwohl es bereits rund 100 Geschäfte weltweit gibt. 

 

In einem Gespräch mit der WIENERIN Online, nur wenige Stunden vor der Eröffnung, erklärte Karl Lagerfeld-CEO Pier Paolo Righi, warum es so lange gedauert hat, bis das Label endlich nach Österreich kam und was es mit dem Mythos Lagerfeld auf sich hat. 

Ein modischer Spielwarenhandel für Kindsköpfe 

"Ich wäre gerne schon früher in Wien gewesen. Wir haben aber lange nicht den richtigen Standort gefunden. Jetzt haben wir nicht nur einen tollen Standort, sondern auch ein tolles Geschäft am Wiener Kohlmarkt mit Blick auf den Michaelerplatz gefunden", erklärt Righi, der selbst einige Jahre in Wien gelebt hat.

Tatsächlich ist der Store etwas Besonderes: Die ehemalige Spielwarenhandlung ist über 120 Jahre alt, die gesamte historische Einrichtung wurde in die neue Innenausstattung eingegliedert. So glänzen nun kleine Lagerfeld Miniaturen, die in gewisser Weise selbst Spielzeugcharakter haben, neben Holzvertäfelungen hervor und verleihen dem neuen Store so ein einzigartiges Flair, das es in dieser Art weltweit nur einmal gibt. 

 

(c) ViennaPress / Andreas TISCHLER (ViennaPress / Andreas TISCHLER) Shop Store Opening Eröffnung

 

Dass man trotz wachsendem Online-Handel auch auf den stationären Handel setzt, ist Teil der neuen Strategie und zeigt, dass viele Marken trotz gegenteiliger apokalyptischen Vorhersagen von einem starken stationären Auftritt profitieren können. Righi denkt sogar noch einen Schritt weiter. In Zukunft könnten Flagship-Stores eine Schlüssel-Funktion für neue Kollektionen übernehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Marken setzt man bei Lagerfelds Eigenmarke (im krassen Gegenteil zu seinem Arbeitergeber Chanel) nämlich nicht auf Modeschauen bei der Fashion-Week, sondern stattdessen auf neue Konzepte. 

Righi: "Ich glaube in der Tat, dass Fashion-Shows ein auslaufendes Modell sind. Die Form und der Rahmen, in dem sie heute präsentiert werden… da spricht die Industrie zu sich selbst, dort sieht man die Endverbraucher selten. Ich denke, die Zeiten sind vorbei, in denen man nur zu sich selbst sprechen kann. Es wird immer Inszenierungen der Marke brauchen". Diese müssten aber nicht zwingend über eine Modeschauen passieren. So würde bereits heute viel über Social Media funktionieren, auch Flagship-Stores könnten eine Display-Funktion übernehmen, glaubt Righi. 

 

Karl Lagerfeld: Das bewegende Leben des Modeschöpfers

Alle 13 Bilder anzeigen »

Die demokratische Premium-Marke 

Die Affinität zu neuen Konzepten ist nicht die einzige Besonderheit der Marke. Im Gegensatz zu anderen Labels schafft es Lagerfeld eine sehr diverse Kundschaft unter einer Marke zu vereinen: Da ist zum einen die kaufkräftige Chanel-Kundin, die Lagerfeld seit Jahrzehnten Treue hält. Auf der anderen Seite die immer wichtiger werdende Gruppe der Millennials, die besonders auf Instagram für die Marke immer wichtiger wird. Dass man mit der Marke Karl Lagerfeld eine so unterschiedliche Masse an KundInnen anspricht, ist außergewöhnlich und birgt enormes Potenzial, was auch den Erfolg der Marke in den letzten Jahren bestätigt.

"Interessanterweise schafft Lagerfeld diesen Spagat zwischen Jungen und Jung-Gebliebenen. Wir sind immer noch im Premium-Segment angesiedelt, aber es ist erreichbar geworden. Man kann jetzt Teil eines Luxusdesigners werden, ohne sein gesamtes Gespartes dafür zu investieren. Und das ist demokratisch".

 

(c) ViennaPress / Andreas TISCHLER (ViennaPress / Andreas TISCHLER) Shop Store Opening Eröffnung 

 

Was allerdings die wenigsten wissen: Obwohl die Marke in den letzten Jahren enorm erfolgreich war und auf starker weltweiter Expansion ist, hinkte die Eigenmarke des deutschen Designer-Wunders lange dem Erfolg hinterher. In den letzten Jahrzehnten machte man mehrere Besitzerwechsel durch, wirklich klappen wollte es erst vor sechs Jahren, als Ex-Nike Chef Righi übernahm. Jetzt macht man vieles richtig, die Nähe der Marke zum Idol wird in den Kollektion spielerisch umgesetzt.

Die Marke nimmt sich "nicht zu ernst". Ein Umstand, den Righi im Interview nicht müde wird zu betonen, der aber auch bei den Kunden so ankommt.   

Besonders mit der neuen Kollektion scheint das Designer-Team rund um Lagerfeld, der als kreativer Leiter der Marke fungiert, den Nerv der Zeit getroffen haben. Die spielerischen Designs, die den Schriftzug Karls tragen, sind auf Instagram omnipräsent und bei BloggerInnen stets beliebt. Dass man damit die Rückkehr der Logo-Manie eingeläutet hat, bestreitet Righi aber. "Es muss nicht unbedingt darum gehen, sich mit dem Logo der Marke zu profilieren, sondern auch mit etwas plakativerem Ausdruck Spaß zu haben. Sei es mit dem Gesicht von Karl oder eben seiner Signatur. Ich glaube, es geht nicht unbedingt darum, die Marke zu zeigen, sondern selbstsicher zu sein und mehr Spaß dabei zu haben, wie man sich darstellt", erklärt Righi.

 

A playful and irradiant look. Exclusively on KARL.com #KARLLAGERFELD @junesixtyfive 😘

Ein Beitrag geteilt von KARL LAGERFELD (@karllagerfeld) am

Ein Stückchen Karl um ca. 100 Euro 

Zu den Bestsellern der Marke zählt alles, was möglichst "nah an der Person Karl Lagerfeld" dran ist. Teile aus der Kollektion, die mit "Karl-typischen Attributen" wie den ikonischen schwarz-weiß Elementen, Nieten oder Leder besetzt sind, kommen bei der Kundschaft besonders gut an. Derzeit sind es vor allem auch die Taschen, die den Umsatz der Marke befeuern. 

Die Designs, so versichert Righi, stammen übrigens "zu einem großen Teil" aus der Feder des Modeschöpfers selbst, "er ist der Creative Director und er fotografiert die Kollektion". Dass das neben Lagerfelds Professionen als Creative Director von Chanel und Fendi überhaupt möglich ist, dafür sorgt ein "sehr starkes Team" hinter der Marke des 80-Jährigen. Righi erklärt das so: "Dadurch, dass die Marke so nah an ihm dran ist, braucht es für ihn auch keine Interpretationsarbeit [wie bei Chanel oder Fendi, Anm. d. Red.], sondern es geht darum, dass wir und sein Team die Einflüsse und Inputs, die er uns gibt, umsetzen". 

 

Die Wiener Kundschaft nimmt "König Karl" seine Kollektion jedenfalls ab. Während der ersten Soft-Opening-Phase vor der Eröffnung lief das Geschäft bereits vielversprechend.  

"Fan-Artikel" gibt es bereits unter 100 Euro, Taschen ab 300 Euro. Für die Mode-Kollektion müssen Karl-Fans schon etwas tiefer in die Tasche greifen: Um 500 Euro kostet eine weiße Designer-Bluse. 

 

 

 

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen