< Zur Mobilversion wechseln >

Fatshaming: Designer wollten Plus-Size Model Graham für Vogue-Cover nicht einkleiden

von

Die britische Vogue holte ein Plus-Size-Model auf's Cover, um ein Zeichen für mehr Diversität zu setzen. Womit sie aber nicht rechneten: Große Modehäuser weigerten sich, Kleidungsmuster in Plus-Size-Größen zur Verfügung zu stellen.

The Samsung Studio At SXSW 2016

StyleArnika Zinke(Wienerin)

 

Der Druck auf Modezeitschriften ist in den letzten Jahren immer stärker gewachsen. Denn immer mehr Frauen fordern eine größere Bandbreite an Schönheitsbildern in den Modestrecken und ein Ende des Magermodel-Trends. Die britische Vogue, die als eine der fortschrittlichsten im Premium-Segment gilt, beschloss diesen Wünschen nachzugehen und brachte mit Ashley Graham ihr erstes Plus-Size-Model auf's Cover.

 

Die Vorbereitungen zum Cover-Shooting gestalteten sich allerdings umständlicher als gedacht. Es gab nur wenigen Modemarken, die bereit waren, Muster in Plus-Size-Größen für das Vogue-Shooting bereit zu stellen, wie Chefredakteurin Alexandra Shulman im Heft erklärt:

"Es gab Labels, die enthusiastisch waren, eine Frau einzukleiden, die nicht dem Standard-Model-Aussehen entspricht. Leider gab es aber auch viele Modehäuser, die sich weigerten, uns Kleidung für das Shooting mit Graham zu leihen."

 

Shulman zeigt sich enttäuscht von der mangelnden Wandlungsbereitschaft eingesessener Marken und hofft auf eine Änderung dieser starren Haltung:

"Es ist schon seltsam, dass ein Großteil unserer Welt Mode verlangt, die eine breitere Definition von Schönheit umfasst und ausgerechnet einige der bekanntesten Modehäuser genau in die andere Richtung driften. Und das ist, meiner Meinung nach, die falsche Richtung."

 

In letzter Minute wurden allerdings doch noch passende Outfits für Graham gefunden. Das US-Label Coach war begeistert von der Idee, Graham einkleiden zu dürfen. Sie stellten Vogue trotz des engen Zeitrahmens Kleidungsstücke zur Verfügung- obwohl diese eigentlich nicht den Mustergrößen des Labels entsprachen.

 

Plus-Size Model Graham schrieb nach der Veröffentlichung der Ausgabe auf Instagram:

"10 Jahre lang sagte man mir, ich würde nur als Katalog-Model taugen und nie ein Covergirl werden. Und jetzt arbeite ich mit IMG zusammen und habe für fünf Cover in einem Jahr gemodelt. Boom.Boom.Boom. Wenn du ein schönes Gesicht hast, dann öffnen sich Türen, aber das reicht nicht."

 

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen