< Zur Mobilversion wechseln >

Wissenschaft: Ins Herz gevögelt: Warum man Sex und Gefühle so schwer trennen kann

von

Warum verlieben wir uns zwangsläufig in Menschen, mit denen wir guten Sex haben, obwohl wir ja eigentlich nur das von ihnen wollten - guten Sex?

Warum man Sex und Liebe so schwer trennen kann

SexRosa Rot(Wienerin)

Sex hat mich in den vergangenen Jahren oft dazu gebracht, etwas Dummes zu tun. Inklusive einer Beziehung, die ich nicht geplant hatte, mit einem Typen, der sich übers Bett in mein Herz gevögelt. Nicht unbedingt, weil der Sex so herausragend war, aber weil der Sex mein Gehirn ausgetrickst hat, zu denken, er wäre eben NICHT der emotional verkümmerte Typ, der er war. Ich nenne das „ins Herz gevögelt“, weil dein Verstand von deinem post-koitalen Gefühlshaushalt überstimmt wird. Aber wie zu dem Teufel macht der das? Wo wir es doch eigentlich besser wissen?! (Und bevor das Vorurteil ausgepackt wird: Ich habe auch Männer erlebt, die Sex mit Liebe verwechselten und deshalb gelitten haben wie die Hunde. Am Ende weinen wir halt alle gleich.)

Es hat mich zwei Jahre gekostet, bis mein Gehirn den Kampf gewonnen hat und ich ihn rausgeschmissen habe. Und trotzdem, obwohl ich so sicher war, dass es einfach nicht funktioniert hätte, war mein Herz gebrochen. Alles sehr dramatisch. Aber einmal dem Sex-Fluch entkommen, sah ich klar. Und nach ein wenig Recherche stellte sich heraus: Logisches Denken hat auf diesem Gebiet eben einfach keine Handhabe. Die Chemie ist schuld.

 

3 wissenschaftliche Gründe, warum Sex ohne Liebe nicht funktioniert

1. Das Liebes-Hormon gibt’s wirklich. Und es hat große Macht.

Verknallst du dich jedesmal, wenn du mit jemand Neuem Sex hast, obwohl du VOR dem Sex dachtest, das würde nur eine einmalige Sache werden? Gib die Schuld nicht dir selbst, sondern dem Oxytocin. Das Glückshormon wird während des Sex ausgeschüttet und schießt dir quasi ein, als wär’s die große Liebe, Stichwort: kuscheln. Oxytocin unterstützt den Aufbau einer emotionalen Verbindung zwischen zwei Menschen und erzeugt das Gefühl von Vertrauen (ohne, dass das Gegenüber sich das außerhalb des Bettes irgendwie hätte erarbeiten müssen) – in anderen Worten: Dein Kopf spielt dir ein paar ordentliche Streiche.

 

2. Teile deines Gehirns schalten sich während des Sex ab

Wenn du je dachtest, dein Orgasmus wäre eine Out-of-Body-Erfahrung, liegst du gar nicht so falsch. Denn: Der seitliche orbitofrontale Kortex, ja, genau der, ist während eines Höhepunktes tatsächlich lahmgelegt. Warum das eine Rolle spielt? Diese Region ist unser Vernunftszentrum und kontrolliert unser Verhalten. Alles klar, oder?

 

3. Liebe macht süchtig

Dieser eine Mensch in deinem Freundeskreis, der von Beziehung zu Beziehung springt oder den oder die Ex zurücknimmt, obwohl das absolut keine gute Idee ist? Hab Mitleid, der oder die Arme leidet an Oxytocin-Abhängigkeit. The struggle is real: Oxytocin aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn und erzeugt euphorische Stimmung. Tatsächlich spricht es dieselben Regionen an wie Heroin und der so ausgelöste Belohnungskreislauf kann tatsächlich eine Sucht nach Liebe beziehungsweise nach deren neurochemischen Reaktionen hervorrufen.

 

Da haben wir’s also. Das alles ist gleich ein ganzes Stück weniger romantisch, wenn sich die Wissenschaft einschaltet. Ihr haben wir allerdings auch folgende Erkenntnis zu verdanken: Wir haben’s einfach nicht in der Hand, unser Gehirn und die verdammten Hormone sind schuld. Das zu wissen, ist jedoch schon die halbe Miete.

 

Sex: Welcher dieser 10 Sex-Typen bist du?

Alle 11 Bilder anzeigen »
 

 

 

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen