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Studie: Was ihr über die männliche Sexualität denkt, ist wahrscheinlich falsch

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Männer denken ständig an Sex und entwickeln keine Emotionen dabei? Ganz falsch, sagt eine neue Studie.

Paar im Bett

SexRed.(Wienerin)

Männer sind immer in Stimmung, denken ständig an Sex und das Ganze hat wenig mit ihren Lebensumständen oder ihren Emotionen zu tun. So der allgemeine Tenor, wenn es um das Thema männliches Verlangen geht. Doch das stimmt so (nicht ganz), sagt jetzt eine neue Studie. 

Die Studie, die im Journal of Sex Research veröffentlicht wurde, sagt, dass diese Stereotype über die männliche Sexualität komplett falsch sind und dass das männliche sexuelle Begehren wesentlich komplexer ist als gemeinhin angenommen wird. Tatsächlich hat es nämlich sehr viel mit der emotionalen Verbindung, die Männer zu ihren Partnerinnen verspüren, zu tun. Was heißt: Männer und Frauen ticken hier gar nicht so unterschiedlich.

 

Für die Studie haben ForscherInnen in Kanada und Großbritannien 30 heterosexuelle Männer interviewt, die sich in langjährigen Beziehungen befinden. Sie waren zwischen 30 und 65 Jahre alt.

 

Während des Interviews wurden den Männern diverse Fragen über ihr sexuelles Verlangen gestellt - was es hervorruft und was es blockiert. Die ForscherInnen analysierten die Antworten und haben dabei verschiedene wichtige Faktoren herauskristallisiert. Ihr Ergebnis: es gibt kein konstant hohes Level der Lust bei Männern. Stattdessen ist das sexuelle Verlangen sehr variabel und hat viel damit zu tun, wie sie sich in ihrer Beziehung fühlten. Diese 4 Ergebnisse hat die Studie zusammengefasst:

 

1) Männer wollen sich begehrt fühlen

Die Mehrheit der Befragten gab an, dass sie sich begehrenswert fühlen müssen, um Interesse an Sex zu haben. Wie ihre Partnerinnen das machen können? Indem sie die sexuelle Aktivität initiieren. Das heißt im Klartext: öfter mal die Kontrolle übernehmen. 



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2) Spontan statt Routine

Die meisten Männer gaben außerdem an, dass ihr sexuelles Verlangen höher ist, wenn sie aufregende und spontane sexuelle Erlebnisse mit ihren Partnerinnen haben. "Sex, der einfach passiert" sozusagen. Ganz im Gegensatz dazu wirkt Sex, der geplant und routiniert abläuft, abtörnend für die Befragten. Damit können sich Frauen sicherlich auch identifizieren. 

 

3) Sie brauchen eine emotionale Verbindung

Viele der Befragten beschrieben, wie essentiell eine intime Kommunikation für ihr sexuelles Verlangen ist. Intime Unterhaltungen seien für sie wichtig, weil sie dadurch bedeutungsvolleren und erinnerungswürdigen Sex haben. Fehlt diese emotionale Verbindung, haben sie weniger Lust auf Intimität

 

4) Angst vor Zurückweisung

Wer hat sie nicht: die Angst davor, zurückgewiesen zu werden? Auch für viele der Befragten bedeutete eine regelmäßige Zurückweisung, dass sie das Interesse an Sex verlieren und sich Gedanken darüber machen, was sie falsch machen. Offene Kommunikation ist hier das Um und Auf. Ebenso ein wichtiger Faktor für sexuelle Lust sei ihre physische Gesundheit. 

  

Auch wenn diese Untersuchung nur unter einer kleinen Gruppe von Männern in langen Beziehungen durchgeführt wurde, zeigt sie dennoch, dass die männliche Sexualität ebenso mit stereotypen Zuschreibungen zu kämpfen hat wie die weibliche. Denn: etwa der Wunsch sich begehrenswert zu fühlen, hat kein Geschlecht, sondern ist ein zutiefst menschliches Gefühl. Sexuelles Verlangen hängt also bei allen Geschlechtern von vielen verschiedenen Faktoren ab und ist nie eindimensional. 

 

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