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Kolumne: The Penis Diaries: Und die wahre Liebe gibt es doch!

von

Was wir Frauen wirklich wollen und wieso Torschlusspanik keine Daseinsberechtigung hat.

SexSophie Gotzmann alias Mörderpuppe(Wienerin)

Nach elf Jahren Beziehung und einer Trennung aus Liebe ist Sophie seit sechs Monaten wieder Single. Und zwar mit Leib, Seele und Humor. 

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Die letzten zwanzig Jahre habe ich meine Omi vertröstet und ihr gesagt, dass meine kleine Schwester für die Urenkel zuständig ist. Schließlich darf die ja auch ganz offiziell: Katholisch und noch dazu, wie es sich gehört, mit ihrer ersten großen Liebe verheiratet. Und Bastarde, so wie ich einer bin, das will man ja im erzkatholischen Bayern nicht wirklich so unbedingt. Auch wenn man von der Oma "Budderl" genannt wird und bei Besuchen mit allem bekocht wird, was der heimische Metzger auf Vorrat hat. Trotzdem ist das eher etwas problematisch.

Und jetzt steh ich da. Jetzt, wo ich pünktlich zur Trennung von meinem  Ex dann doch irgendwie Lust hätte auf das Familienmodell. EIGENTLICH. Also LIGHT. Ohne Kinder. EIGENTLICH. (Und vor allem ohne die obligatorische Familienkutsche. Weil die geht als Niederbayerin aus dem Landkreis FRG halt wirklich GAR NICHT, wenn du was auf dich hältst. Ohne einen 3er BMW wirst du sowas von geächtet, dass du dir deinen Schweinsbraten selbst erlegen musst. Und dafür bin ich jetzt wirklich zu faul.)

Aber heiraten würde ich eigentlich schon ganz gern. Find ich halt romantisch. Schon allein wegen diesem „Ewig mein. Ewig dein. Ewig uns. “- Ding und natürlich dem romantischen Antrag vorher. Und dann würde ich das natürlich auch noch alles gern machen, bevor ich so verrunzelt bin, dass alle denken, ich wäre die Brautmutter. Wer meinen ersten Beitrag für die WIENERIN gelesen hat, der weiß ja, dass mein letzter Antrag ja nicht wirklich der war, aus dem Frauenträume gemacht sind.
Dabei will ich ja noch nicht mal sooooo ausufernd viel. Es sollte einfach unglaublich romantisch sein und überraschend. UND man sollte unbedingt merken, dass derjenige sich Mühe gegeben hat.

Es ist Zeit für einen Neuen - Zeit für den Einen!

Aber was rede ich. Dafür bräuchte man ja erst mal einen Mann. Einen RICHTIGEN. Einen mit Eiern. Ziemlich großen. Um nicht zu sagen MEGA COCHONES. Ist ja nicht so als wäre ich einfach. Ich brüste mich zwar damit, die süßeste Frau der Welt sein zu können, wenn der Typ an meiner Seite weiß, wie er mit mir umgehen muss, aber ich hab halt auch  eine riesengroße Klappe, bin demnach ziemlich frech und hab ein enormes Selbstbewusstsein. Damit kann beim besten Willen nicht jeder. Und JEDEN will ich ja auch nicht. Glaubt das oder nicht, aber ich könnte mir durchaus schon wieder einen an meiner Seite vorstellen. Mein Herz ist wieder frei. Aber nicht, weil ich nicht alleine sein kann, sondern weil ich einfach gern meinen ganz persönlichen Lieblingsmenschen an meiner Seite habe. Ausserdem gibt es einfach nichts Schöneres, als aneinander gekuschelt einzuschlafen.

Ich vermisse, es gekitzelt zu werden (und das obwohl ich es eigentlich hasse!!). Ich vermisse es, den ganzen Tag im Bett zu bleiben und zu vögeln und Pizza zu essen und zu vögeln und Pizza zu essen und das Ganze mindestens fünf mal wieder von vorn. Und ich vermisse Kissenschlachten. Ich vermisse es sogar, jemanden anzuschreien, weil derjenige wiedermal vor dem Fernseher eingeschlafen ist, aber es ums Verrecken niemals zugeben und sich lieber die Hand abhacken würde, als mir die Fernbedienung zu geben. WEIL DER FILM JA SO UNGLAUBLICH INTERESSANT IST, SCHNARCHEND UND MIT GESCHLOSSENEN AUGEN. Meinen Delfin werde ich jedenfalls mal ganz sicher nicht heiraten und ein funktionierender Riesenpenis ist momentan auch nicht in Sicht. Nicht mal ein NICHT funktionierender. NICHT MAL EIN KLITZEKLEINES MINIWÜRSTCHEN, DAS MAN MIT EINER VERSCHISSENEN LUPE SUCHEN MUSS. Mal vom passenden Gehirn zum Penis abgesehen.

Und für mich muss man(n) halt neben dem Riesenpenis und den  ordentlich großen Eiern noch andere Dinge vorzuweisen haben. Ich rede jetzt nicht von Geld oder irgendwelchen anderen Attributen, die in „meiner Liga“ sonst so gefragt sind am männlichen Geschlecht. Mir ist sowas komplett egal. Auch das Alter. Es kommt einfach immer drauf an, wie weit du bist, was du erlebt hast und vor allem, wie du damit umgegangen bist. Ich will einen Löwen. Ein Alphatier. Einer, der zwar vielleicht alles andere als das ist, was ich mir in meinen kühnsten Träumen vorgestellt habe, aber dafür einer, der mich zum Lachen bringt.
Einer, der mich zu einem besseren Menschen macht, die ultimativ beste Version von mir zum Vorschein bringen kann, der meine Augen zum Leuchten und mein Herz zum Glühen bringt. Einer, der immer für mich da ist - egal, was da auch kommt. Der für mich kämpft, wenn es Zeit ist zu kämpfen und der sich durch NICHTS UND NIEMANDEN davon abbringen lässt, von meiner Seite zu weichen, wenn ich ihn wirklich brauche.

Ein Kompromiss-Mann? Nicht mit mir!

Das mag für viele etwas rationalere Menschen naiv klingen, aber ich nenne es mutig. Weil: Wer glaubt denn da heute noch dran? Also, SO WIRKLICH? Und: Wer steht dann auch dazu und lebt das dann auch?
Ich persönlich jedenfalls werde NIE, NIE, NIE, NIEMALSNICHT aufhören, an das ultimative Happy End mit dem Einen, der nur für mich bestimmt ist, zu glauben. Meinem Mr. Big, meinem Clyde, meinem Menschen, meinem Ein und Alles. Mit diesem EINEN werde ich alt, grau und verschrumpelt werden und am Ende Händchen haltend auf dem Sterbebett liegen. Und wahrscheinlich könnte ich mir mit dem dann sogar so einen kleinen Minidiktator (ich kenne meine Gene) vorstellen, der schon vom Kinderzimmer aus die Welt unterwirft. Und so einen hat sich meine Omi jetzt auch beim letzten Besuch von mir gewünscht. Und meine Omi liebe ich halt über alles. Da kommt NIX drüber. Und wenn sie sagt, dass sie gern einen Urenkel von mir hätte, dann ist der offiziell bestellt. Nicht, dass ich mir da jetzt Stress machen würde. Persönlich müssen Kinder für mich nicht unbedingt, aber wenns passt, dann passt das halt. Und für die Omi tu ich halt ohnehin alles. Wobei ich glaube, ihr würde vorerst schon ein eben definierter richtiger Mann reichen. Einer, der nicht einen auf skinnyjeanstragenden Megahipster macht, Holzfällerbart trägt, aber heulen muss, wenn er einen Nagel in die Wand schlagen soll.

Meine Freundinnen sehen das allerdings ein bisschen anders. Die sind schon mit Ende zwanzig ganz nah am Nervenzusammenbruch, wenn sie noch nicht weggeheiratet sind und viele lassen sich dann auch auf (sehr oft) vorübergehend erfolgreich schöngeredete Kompromisslösungen ein, die ich nicht wirklich gut heißen kann. Weil was bringt das? Und wie geht das überhaupt? Solche Kompromisslösungen hätte ich wie Sand am Meer. Nur will ich die halt nicht. Ich bleibe lieber für immer und ewig allein und enttäusche meine Omi, bevor ich mich jemals mit sowas zufrieden gebe.
Bei meinen Jugofreunden ist das halt natürlich noch ein bisschen stressiger. Da gibt die Familie bzw. auch die Tradition halt sehr oft auch vor, was gemacht werden sollte und vor allem auch, wann und manchmal sogar mit wem. Trotzdem bin und bleibe ich eine Verfechterin dieser „Für immer und ewig“-Theorie, die in der heutigen Zeit nur noch ganz selten auch Praxis ist. Bin halt eine unverbesserliche Romantikerin. Und aus einer solchen bekommt halt einfach NIEMAND die ultimative Version raus. Da kann passieren, was will. Selbst mein Ex hat das nicht geschafft und der hat die „Austreibung“ in den letzten Jahren wirklich in Perfektion
betrieben.

Ich glaube einfach ganz fest daran, dass es diesen einen Menschen für JEDEN von uns gibt. Deswegen halte ich diese oft vorherrschende Torschlusspanik ab einem gewissen Alter einfach für total unbegründet. Es gibt immer Gründe, wieso es bisher nicht geklappt hat. Weil derjenige, der wirklich für EUCH geschaffen ist, da draußen noch irgendwo auf euch wartet. Es gibt IHN oder SIE. Hört nicht auf, daran zu glauben. Und meistens kreuzen sich eure Wege genau dann, wenn ihr es am allerwenigsten erwartet. Denkt nicht mit eurem Kopf, sondern öffnet euer Herz, hört auf zu suchen und lasst euch finden.
Ihr werdet noch sehen, dass ich recht habe und wenn es soweit ist, werdet ihr dankbar sein, eure Zeit nicht mit minderwertigem Material verschwendet zu haben.

Was mich angeht, halte ich euch da ganz sicher auf dem Laufenden.

To be continued.

 

Über die Autorin

Sophie Gotzmann alias „Mörderpuppe“ ist überzeugte Bandwurmsatzliebhaberin, mit einer Abneigung gegen korrekt gesetzte Kommata und lebt seit 2011 in ihrem über alles geliebten Exil in Wien. Seit Mitte diesen Jahres schreibt sie auf ihrem Blog „Mörderpuppe ungeschminkt - jetzt erst recht“ über alle möglichen und unmöglichen Erlebnisse einer wahnsinnig gut aussehenden und überhaupt nicht selbstverliebten Frau mit mindestens zwölf Persönlichkeiten, die ihr komplettes Leben, samt gut bezahltem Job und langjähriger Beziehung, über den Haufen geworfen hat, um das Glück zu finden. Trotz einer Vorliebe für Fäkalsprache und Riesenpenisse ist sie auf der Jagd nach dem Friedensnobelpreis. Ihre Mission, wie könnte es anders sein: der Weltfrieden.

 

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