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Several-Night-Stand: Warum regelmäßiger Sex und Serien schauen noch keine Beziehung sind

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Bist du tatsächlich mit jemandem zusammen? Oder steckst du in einem Several-Night-Stand fest? Du kannst es auch „Teilzeit-Beziehung“ nennen. In jedem Fall ist es eines: verdammt kompliziert.

Die neue Lust am Several-Night-Stand

Sexred(Wienerin)

Die Zeit der One-Night-Stands ist vorüber. Heutzutage haben Menschen Several-Night-Stands, also mehrere One-Night-Stands hintereinander, mit derselben Person. Oft beginnt es als klassischer ONS, aber Chemie und Sex stimmen offensichtlich, also wiederholt man die Chose in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen und sieht sich mehrmals die Woche. Weil man sich miteinander wohl fühlt, geht man nicht nur miteinander ins Bett, sondern auch mal essen oder ins Kino. Man ist sich so vertraut, dass der Sex immer besser wird, kommt aber auch mal eine Woche ohne einander aus.

 

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Ist der Several-Night-Stand super oder das pure Grauen?

Maria Yagoda, Autorin der Website Broadly, hat er vor kurzem den Several-Night-Stand als schreckliche Ausgeburt einer Generation, die sich nicht entscheiden und noch weniger verpflichten will, angeprangert, und beschrieb einen Several-Night-Stand folgendermaßen: Ein „zwanglos auftretender Aufriss, der eine Beziehung imitiert, aber definitiv KEINE Beziehung ist, weil eine Partei gerade erst aus einer Langzeitbeziehung kommt ODER gerade nichts Festes möchte ODER gerade keine Lust hat, irgendetwas zu ‚definieren‘“.

 

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PsychologInnen jedoch meinen, dass uns da kein neues Dating-Phänomen ins Haus steht, sondern lediglich ein neuer Name für etwas, das praktiziert wird, seit es Beziehungen gibt. Denn ein Several-Night-Stand hat zweifellos seine Vorteile: Im Gegensatz zum einmaligen Austausch von Körperflüssigkeiten, der selten die wahre Erfüllung bringt, hat man beim SNS die Möglichkeit, sich sexuell aufeinander einzulassen, also herauszufinden, worauf der andere steht. Sabrina, die gerade mittendrin in einem SNS ist, erzählt: „Wir haben miteinander geschlafen, die Nacht miteinander verbracht und den ganzen nächsten Tag irgendwelche Serien geschaut. Er hat mir eine SMS geschrieben, als er dann zuhause war und von da an ging’s los. Wir schreiben uns, schlafen miteinander. Es fühlt sich an, als wären wir ‚was‘, aber wir reden nicht darüber, was genau das ist, weil wir beide wissen, dass es wahrscheinlich nicht weitergehen würde.“ Das fehlende Commitment ist für sie nichts Negatives, ganz im Gegenteil: „Es ist perfekt. Ich mag die Vorstellung, einen Freund zu haben, aber ich einfach nicht die Zeit dafür. Und auf diese Weise kann ich Sex und emotionale Nähe haben, wenn es für mich passt.“

Ein weiteres Indiz für einen Several-Night-Stand: Die Freunde bleiben außen vor. Den besten FreundInnen hat man von ihm oder ihr schon erzählt, persönlich vorgestellt?! Nein, das wär zu viel des Guten. Und rechtfertigt die Entscheidung vor sich damit, dass man ja noch nicht weiß, wo das Ganze hinführt.

Keine Definition ist auch eine Definition

Wenn beide offensichtlich damit okay sind, in einer Nicht-Beziehung auf Abruf zu l(i)eben, wo ist dann das Problem? Genau darin, meint Maria Yagoda in ihrem Artikel: „Das Problem ist, dass die Wahrscheinlichkeit, auf jemanden zu treffen, der dasselbe will wie man selbst, das auch offen kommunizieren kann und bei dem nicht früher oder später Gefühle im Spiel sind, einfach äußerst gering ist. Viel öfter gibt es ein Ungleichgewicht, was ebendiese Kommunikation betrifft, oder plötzlich ist ein Jahr vergangen und es fühlt sich an wie Zeitverschwendung.

Was also mit den besten Absichten begann, ist offenbar dazu bestimmt, ordentlich in die Hosen zu gehen. Neun von zehn Mal wird einer von zweien Gefühle entwickeln – und dann geht’s bergab. Denn wer sich selbst die Grenze setzt, keine Emotionen aufkommen zu lassen, wird irgendwann genau das tun – das Sich Verlieben wird zur verbotenen Frucht. Und das ist nur zu verständlich, wenn man sich mag, gut versteht, tollen Sex hat und sich miteinander wohlfühlt.

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Eine Beziehung ohne Verpflichtungen – und plötzlich stört es einen doch

Das Fehlen von Verpflichtung und – unromantisch gesprochen – Absprachen und Definitionen führt letztlich zu Verletzungen. Ein Beispiel: Man hat mit der oder dem andere nie über die Exklusivität gesprochen (vielleicht auch, weil man sich selber nicht „einschränken“ wollte), sieht den anderen plötzlich mit einem oder einer Dritten – und ist eifersüchtig und verletzt. Und der andere? Hat ja nie was versprochen. Spätestens dann ist die schöne Belanglosigkeit dahin.

Die Wahrscheinlichkeit, dass aus Several-Night-Stands tatsächlich etwas ausgesprochen Festes wird, ist PsychologInnen zufolge gering: Wenn jemand sagt, dass er oder sie nichts Fixes sucht, ist das höchstwahrscheinlich ernst gemeint und liegt an individuellen Umständen, die zwanglose Zweisamkeit selten ändern kann.

 

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