< Zur Mobilversion wechseln >

Studie: Warum es Männer anmacht, wenn du einen Orgasmus hast - und warum das schlecht ist

von

Leider sehen viele Männer den weiblichen Orgasmus als "männliche Errungenschaft", wodurch er sich nicht mehr um weibliche Lust dreht.

SexRed. (Wienerin)

Männer haben statistisch gesehen mehr Orgasmen als Frauen, was ja schon unfair genug ist. Den weiblichen Orgasmus aber als Ergebnis besonders großer männlicher Potenz zu sehen - sorry, da hört der Spaß auf.

Ein weiblicher Orgasmus zum Sich-männlich-Fühlen

Eine aktuelle Studie des "Journal of Sex Research" hat untersucht, dass Männer nicht nur Lust durch ihren eigenen Orgasmus erfahren, sondern auch durch den ihrer Partnerin. So weit, so schön. Denn Sex ist immerhin ein intimes Spiel, bei dem die Bedürfnisse des anderen genauso ernst genommen werden sollen wie die eigenen. Das Problem dabei: Manche Männer ordnen dieses Gefühl nicht einfach als Freude über das gemeinsam erlebte Glück ein, sondern als "männliche Errungenschaft".

"Und, wie war ich?"

Für die Studie wurden 810 Männer gebeten, sich Sex mit einer attraktiven Frau vorzustellen. Danach sollten sie bewerten, wie sie sich jeweils fühlen, wenn diese Frau einen beziehungsweise keinen Orgasmus hatte. Dabei sollten sie ihr sexuelles Ansehen bewerten und wie "männlich" sie sich fühlen. Das Ergebnis zeigt, dass Männer ein höheres Selbstbewusstsein hatten und sich männlicher fühlten, wenn eine Frau mit ihnen zum Orgasmus kam. "Die Resultate lassen vermuten, dass weibliche Orgasmen - zumindest zu einem Teil - auch als männliche Errungenschaft fungieren", schreiben die beiden Wissenschaftlerinnen Sara B. Chadwick und Sari M. van Anders in ihrem Bericht.

Weibliche Lust ist nicht das Aufmerksamkeitszentrum

Klarerweise freut sich jeder und jede, wenn der Partner oder die Partnerin Spaß am Sex hat. Aber der weibliche Orgasmus sollte nicht dafür da sein, um männliches Selbstbewusstsein zu erhöhen. "Trotz der gesteigerten Aufmerksamkeit auf weibliche Lust in den letzten Jahren, scheint es noch immer eine Annahme zu geben, dass sich selbst der weibliche Orgasmus um männliche Lust dreht, was das Konzept von Lust die sich nur um die Frau dreht, noch komplizierter macht", so die beiden Forscherinnen.

 

Mit diesen 7 Stellungen kommen Frauen leichter zum Orgasmus

Alle 8 Bilder anzeigen »

 

Frauen als passive Empfänger

Die beiden Studienautoren Chadwick und van Anders weiter: "Ein Problem dabei ist, dass es Männer unter Druck setzt, Frauen einen 'Orgasmus zu geben' - als wäre es etwas, was sie aus einem Hut zaubern könnten und einer Frau 'schenken'. Das reproduziert alte Ideen, dass Frauen passive Empfänger sind, die alles annehmen, was Männer ihnen präsentieren."

Problem vorgespielte Orgasmen

Weiter gedacht bringt diese Annahme Frauen dazu, Orgasmen vorzutäuschen, um "seine Gefühle nicht zu verletzen". Die Forscher ziehen eine ziemlich traurige Schlussfolgerung aus der Studie: "Wenn weibliche Orgasmen zu einer Trophäe männlicher Errungenschaften gehören, dann fungieren sie nicht mehr als Instrument weiblicher Ermächtigung oder Lust. Dann sind sie nur noch eine weitere Möglichkeit für Männer, zu protzen und ihre Männlichkeit zu präsentieren."

 

Paula Lambert über den weiblichen Orgasmus und Selbstliebe

 

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen