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Sex: Das ist die (gratis) frauenfreundliche Pornoseite, auf die wir alle gewartet haben

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Frauen machen 30 Prozent der Pornokonsumenten aus. Warum ist dann 99 Prozent der Inhalte auf Männer zugeschnitten?

SexRed. (Wienerin)

Frauen machen 50 Prozent der Bevölkerung aus. Frauen machen auch 30 Prozent der Online-Pornoseher aus. Also warum sind 99 Prozent der Inhalte auf die Bedürfnisse von Männern zugeschnitten?

 

Das hat sich Michelle Shnaidman gefragt, und weil sie wirklich genug von sexistischen Darstellungen hatte, die nur der den männlichen Blick bedienen, gründete sie eine frauenfreundliche Pornoseite. Seit 15. Februar ist Bellesa live, und dort gibt es nicht nur gratis Pornovideos wie sonst auf PornHub oder YouPorn, sondern es wird auch über Sex aus feministischer Perspektive gebloggt.

 

"Sex-Positive"-Artikel zu den Pornos 

Da gibt es zum Beispiel Artikel darüber, warum Männer, denen es egal ist, ob ihre Partnerin kommt, ein soziales Gerechtigkeitsproblem sind, was "Sex Positivity" alles nicht ist und wie eine Autorin über Sport zu mehr sexueller Ermächtigung gefunden hat.

 

 

Weiblicher Sex ist ein Tabu-Thema

"Ich hatte genug von diesen Pop-Up-Ads mit sehr brutalen Bildern von Frauen", erzählte Michelle dem Portal NowHer. "Ich habe realisiert, dass das ein riesiges Problem ist". In einem Blogbeitrag auf Bellesa spricht sie von einem riesigen Missverständnis, dass Frauen weniger Spaß an Sex als Männer hätten und dass sich das daraus entwickelt hat, dass wir weniger darüber sprechen. "Pornographie ist typischerweise ein Tabu-Thema unter Frauen, weil weibliche Sexualität mit einem Stigma behaftet ist. Auf ein unverhohlenes Zugeständnis zu einem gesunden Sex-Leben wird entweder mit Verwirrung oder Verurteilung reagiert, daher unterdrücken das viele Frauen."

 

Man fühlt sich nicht willkommen auf normalen Porno-Seiten

Nachdem sie mit mehreren Frauen gesprochen hatte, entdeckten sie vor allem ein Gefühl: Ausgeschlossenheit. Man fühlt sich auf typischen Porno-Seiten nicht willkommen, es ist ein Ort, der spezifisch nicht für einen gemacht wurde und der einen sogar als Objekt ansieht. Weibliche Bedürfnisse kommen schlicht nicht vor und werden übergangen.

 

"Die Industrie ist von Männern dominiert"

Und Michelle Shnaidman ist nicht überrascht: "Es macht Sinn. Die ganze Industrie wird von Männern dominiert. Das Resultat: Die Kamera nimmt einen männlichen Blick ein und vergisst den weiblichen. Frauen werden als Fantasien von gesichtslosen Männern gezeigt."

 

Das Problem an der Sache: Diese Industrie kolportiert komplett falsche Vorstellungen davon, was Frauen im Bett wollen und propagiert einen gefährlichen und herablassenden Blick auf Kondome und Vorspiel.

 

Umso besser, dass es jetzt Bellesa gibt: Wir wünschen viel Spaß!

 

 

 

 

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