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Depression: 4 Tipps für den Umgang mit Depressionen bei FreundInnen

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Wir zeigen Wege auf, Hilfe bei Depressionen anzubieten, ohne sich dabei selbst zu verlieren.

PsycheRed.(Wienerin)

 

1: Wie bringe ich meinen Freund/meine Freundin dazu, sich Hilfe zu holen?


Sprechen Sie ihn auf Ihre Vermutung an, er könnte an einer Depression erkrankt sein. Lesen Sie sich gemeinsam Artikel, Bücher oder Internetquellen zum Thema durch – und bieten an, mit ihm zu einer professionell abklärenden Stelle zu gehen. Formulieren Sie es so, dass es Ihnen ein Anliegen ist und Sie sich Sorgen machen. Aber klar, es bleibt ein Kunststück: Unser Hilfesystem bei psychischen Erkrankungen wird noch immer stigmatisiert. Gut ist es, wenn Sie es an konkreten Beobachtungen festmachen, etwa „Du schaffst es morgens schwer aus dem Bett“ oder „Ich sehe, jetzt vergräbst du dich wieder in deine Bücher und triffst keine Freunde mehr“.

 

2: Wie gehe ich bei Männern mit Depressionen um?


Bei Männern wird die Krankheit nicht so rasch diagnostiziert. Sie tendieren zur versteckten Depression, die sich in Alkoholmissbrauch äußert. Wenn es ihnen schlecht geht, flüchten sich Männer oft in Suchtverhalten. Oder sie bringen es durch Ärger zum Ausdruck. Bei Depressionen begehen Männer außerdem häufiger Suizid als Frauen. Was viele Menschen nicht wissen: Es ist eine potenziell tödliche Krankheit: Durch Suizide aufgrund von psychischen Krankheiten gibt es jährlich doppelt so viele Todesopfer wie durch Verkehrsunfälle.

 

3: Was mache ich, wenn Suizidgedanken geäußert werden?


Unbedingt ernstnehmen! Es beginnt schon bei Sätzen wie „Ich mag nicht mehr“ oder „Ich will nur meine Ruhe haben“. Angehörige befürchten oft, durch Nachfragen das Thema erst ins Bewusstsein zu bringen, doch das stimmt nicht. Suchen Sie sich professionelle Hilfe!

 

4: Wann soll ich was tun, wann soll ich es lassen?


Sprechen Sie offen an, was Sie verunsichert. Bleiben Sie dran – aber achten Sie auch auf sich selbst. Noch mal: Depressionen sind gut behandelbar und kein Schicksal! Eine Beziehung muss deswegen nicht in die Brüche gehen. Es gibt kein Patentrezept, was man tun soll und was nicht. Manche Betroffenen sagen, Druck tut ihnen nicht gut – man würde ja auch keinen Menschen mit Gipsbein zum Tanzen auffordern. Es empfiehlt sich, hartnäckig zu bleiben: Machen Sie immer wieder freundliche Beziehungsangebote. Was die Freund- oder Partnerschaft stärkt und fördert, ist nie falsch.

 

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