< Zur Mobilversion wechseln >

Untreue: Wir können anscheinend hören, ob jemand ein Betrüger ist

von

Er oder Sie klingt wie jemand, der seinE PartnerIn betrügt? Könnte stimmen. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass wir Menschen wirklich gut darin sind, Untreue an der Stimme zu erkennen.

Man kann Untreue an der Stimme erkennen

Psychered.(Wienerin)

Das mit dem Social Media Stalking und nächtelangem Herumeiern um die Frage "Hat er/sie mich betrogen? Läuft da was?" kann man sich in Zukunft wohl sparen. Laut einer neuen Studie, die im Fachmagazin Evolutionary Psychology veröffentlicht wurde, können wir Menschen nämlich hören, ob einE AndereR einE BetrügerIn ist oder nicht. Und dazu müssen sie nicht "Ich habe XY betrogen" sagen, sondern zum Beispiel einfach nur bis zehn zählen. Und das funktioniert sogar bei unbekannten Personen. Die Untreue in ihren Stimmen wird sie verraten!

 

Die ForscherInnen Susan Hughes und Marissa Harrison haben untersucht, ob eine simple Tonaufnahme ausreicht, um untreues Verhalten in der Vergangenheit feststellen zu können. Und, ja: "Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele physische Eigenschaften, Verhaltens- und Charakterzüge allein durch den Klang der Stimme erkannt werden können, völlig unabhängig von der inhaltlichen Information, die durch die Sprache aufgenommen wird", erklären die Studienautorinnen.

 

Affären-Ranking: In diesen Ländern wird am meisten betrogen

Alle 12 Bilder anzeigen »


Die Forscherinnen haben das Verhalten von 152 heterosexuelle StudentInnen im Alter von 18 bis 32 Jahren analysiert. Die StudenteilnehmerInnen hörten sich Audio-Aufnahmen anderer Menschen an und mussten angeben, ob diese Personen in einer Beziehung untreu waren oder nicht. Die Personen, die in den Aufnahmen zu hören waren, befanden sich alle in monogamen Beziehungen und zählten einfach nur bis zehn. Die Studienteilnehmer mussten bestimmten, ob die Stimme nach einer treuen oder untreuen Person klang.

Die Hälfte der Personen in den Aufnahmen war in der Vergangenheit tatsächlich untreu, die andere Hälfte hatte ihre PartnerIn nicht betrogen. Alle waren sie aber weiß, hetereosexuell und in einer Beziehung - damit die Stimmen so ähnlich wie möglich klingen. Um herauszufinden, inwieweit die Tonhöhe die Einschätzung beeinflusst, wurde jede Tonaufnahme so bearbeitet, dass sie in zwei Versionen existierte: einmal in einer höheren und einmal in einer tieferen Tonlage. Die StudienteilnehmerInnen bewerteten die Stimmen dann mit 1 (=keinesfalls untreu) bis 10 (=auf jeden Fall untreu).

Wir können an der Stimme erkennen, ob jemand untreu ist

Die Ergebnisse sind erstaunlich: Tatsächlich konnten die StudienteilnehmerInnen die untreuen Personen in den meisten Fällen herausfiltern. Sogar unabhängig von der nachträglichen Bearbeitung der Tonhöhe konnten die Treuen von den Untreuen unterschieden werden - mit der Ausnahme der tiefen Frauenstimmen, die von Männern generell als eher untreu beschrieben wurden. Hughes erklärte dies in The Washington Post damit, dass tiefe Frauenstimmen als sexier und kokett empfunden werden.

Warum Menschen so gut darin sind, Stimmen zu analysieren, wissen die Forscherinnen nicht - nur, dass wir es eben wirklich gut können. "Wir können zwar nicht genau erklären, welche Eigenschaften einer Stimme unser Wahrnehmungssystem zu der jeweiligen Einschätzung kommen lässt, wir wissen aber, dass die keine alleinige Rolle Tonhöhe unter anderem ein Rolle spielt," schreiben die AutorInnen. Sie spekulieren, dass es gewisse Signale in Stimmen und der Art zu sprechen gibt, die wir erkennen: Extrovertierte Personen, die eher zur Untreue neigen, sprechen zum Beispiel mit weniger Pausen und variieren die Tonhöhe mehr.

 

Klar, betrogen zu werden, tut weh. Aber wir finden, es geht noch schlimmer.

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen