< Zur Mobilversion wechseln >

Psyche: Was Instagram-Postings über deinen Geisteszustand verraten

von

Amerikanische ForscherInnen untersuchten tausende Instagram-Postings und fanden darin Hinweise auf psychische Erkrankungen.

PsycheRed.(Wienerin)

Die Social-Media-App Instagram ist für viele ein wichtiges Ausdrucksmittel und Darstellungsplattform. Doch die wenigsten NutzerInnen wissen, dass sie mit ihren veröffentlichten Bildern oft mehr über ihre Gesundheit verraten, als angenommen. Wie amerikanische ForscherInnen der University of Vermont nun herausfanden, können die Postings auch eindeutige Hinweise auf unsere Psyche geben.

Blaue und dunkle Färbung als Hinweis auf Depression

Die WissenschaftlerInnen fanden in einer Untersuchung heraus, dass Färbung und Helligkeit von hochgeladenen Bildern entscheidende Indikatoren für eine psychische Krankheit sein könnten. Während psychisch-gesunde ProbandInnen eher warme und helle Fotos veröffentlichten (Filter: "Valencia"), war bei den Depressiven ein Hang zu dunklen, blau-stichigen oder Schwarz-Weiß-Bildern (Filter:"Inkwell") erkennbar. 

 

Fakten zur Studie

Für die Studie, die im Fachjournal "EPJ Data Science" veröffentlicht wurde, nahmen die ExpertInnen ca. 44.000 Bilder von 166 freiwilligen ProbandInnen mittels eines Algorithmus unter die Lupe und glichen diese mit medizinischen Befunden ab. 71 der Untersuchten waren in der Vergangenheit bereits in medizinischer Behandlung aufgrund einer Depression gewesen. 

 

Einen weiteren Zusammenhang fanden die ExpertInnen außerdem in der Häufigkeit der Kommentare und Likes. Je depressiver der Poster, desto öfter wurden seine Bilder kommentiert. Umgekehrt war die Beobachtung bei den Likes: Hier beobachteten die ForscherInnen, dass psychisch-gesunde mehr "Herzchen" als depressive NutzerInnen erhielten. 

Außerdem, so die Studie, würden Depressive öfter Bilder veröffentlichen.

 

Algorithmus genauer als ärztliche Diagnose

Interessant ist, dass die Untersuchung mit einer Trefferquote von 70 Prozent deutlich genauer über die psychische Gesundheit der ProbandInnen urteilen konnte, als Hausärzte, deren Erfolgsquote bei ca. 42 Prozent liegt. 

"Ärzte haben nicht den Einblick in unser Leben, den unsere Mobiltelefone haben", resümiert Chris Danforth, Coautor der Studie von der University of Vermont. 

Psyche: 10 Tipps, wie ihr glücklicher und erfolgreicher durchs Leben geht

Alle 10 Bilder anzeigen »
 

Versprechende Technik für die Zukunft

Trotzdem muss mit den Ergebnissen der Studie vorsichtig umgegangen werden, da sie nicht auf jeden zutreffen.  

Zwar räumen die ForscherInnen ein, dass es sich bei der Untersuchung nur um eine kleine, nicht repräsentative Stichprobe handelte - sie erhoffen sich aber, dass ihr Tool bald zur Auswertung wichtiger Informationen über unser Verhalten und unsere psychische Gesundheit eingesetzt werden kann. Dies würde einen wissenschaftlichen Fortschritt in der Diagnose psychischer Krankheiten bedeuten. 

 

Video: Lena Dunham kritisiert Einstellung zum Krankenstand

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen