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Mutig: Dieses virale Foto einer jungen Frau zeigt die Realität einer Depression

von

Katelyn Marie Todd zeigt, was es wirklich heißt, depressiv zu sein.

PsycheRed.(Wienerin)

Das Thema Depression wird noch immer stigmatisiert - und vielerorts auch romantisiert und verklärt. In einem Facebook-Posting, das derzeit um die Welt geht, zeigt die junge Katelyn Marie Todd, wie eine Depression wirklich aussieht. Ohne Klischees, und ohne Tabus. 

Todd schreibt, dass sie inmitten einer schweren depressiven Phase damit begonnen hat, sich die Haare zu bürsten. Nach fast einem Monat, in dem sie das nicht gemacht hatte. Neben dem Foto beschreibt sie das Leben mit ihrer psychischen Erkrankung.

"Ich weinte, während ich es wusch"

"Ich habe heute meine Haare gebürstet", schrieb sie. "Das erste Mal in 4 Wochen. Es war glanzlos und zusammengebunden. Es riss bei jedem Zug. Ich weinte, während ich es wusch, weil ich vergessen hatte, wie es sich anfühlt, mit meinen Fingern durch mein Haar zu streichen."

I brushed my hair today. For the first time in 4 weeks. It was matted and twisted together. It snapped and tore with...

Posted by Katelyn Marie Todd on Samstag, 6. Mai 2017

"Ich habe auch meine Zähne gebürstet, zum ersten Mal in einer Woche", schrieb sie. "Mein Zahnfleisch hat geblutet. Das Wasser wurde ganz rot. Ich habe auch währenddessen geweint. Als ich aus der Dusche stieg, konnte ich nicht damit aufhören, an meinen Haaren und Armen zu riechen. Ich habe es seit einer Weile vermieden, Menschen zu umarmen, weil ich nie gut gerochen habe. Ich rieche immer so, als wäre ich eine Woche lang im Bett gelegen. Ich habe keine sauberen Klamotten, weil ich zu müde und traurig bin, um sie zu waschen."

"Eine Depression ist nichts Schönes"

Das Foto zeigt ein echtes, ungeschöntes Bild davon, wie es ist, mit einer Depression zu leben. Todd hat es deshalb geteilt, um zu zeigen, dass Depressionen nicht so aussehen wie sie oft in Filmen oder TV-Serien dargestellt werden. Sie können hässlich sein, schmerzhaft und schwierig mit anzusehen. 

 

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"Eine Depression ist nichts Schönes. Depression bedeutet schlechte Körperhygiene, schmutziges Geschirr und ein wunder Körper vom vielen Schlafen. Depression heißt, drei Freunde zu haben, die nur da sind, weil sie die Geduld und Liebe von Heiligen aufbringen. Depression heißt zu weinen, bis keine Tränen mehr da sind, nur trockenes Schluchzen, sodass man nach dem nächsten Atemzug ringen muss. Depression heißt, an die Decke zu starren, bis deine Augen brennen, weil du vergisst, zu blinzeln. Depression heißt, deine Familie zum Weinen zu bringen, weil sie denken, du liebst sie nicht mehr, denn du bist distanziert und zerstreut. Depression äußert sich sowohl körperlich als auch emotional, es ist eine Leere, die du physisch fühlen kannst."

Ihr ehrliches und berührendes Posting spricht vielen aus der Seele. Fast 230.000 Mal wurde es bereits geteilt. Denn es zeigt eindeutig: psychische Erkrankungen dürfen nicht romantisiert werden. Denn ihre Realität sieht leider ganz anders aus. Und es zeigt auch, dass Angehörige von Betroffenen geduldig sein müssen und vor allem: sie und ihre Erkrankung ernst nehmen. 

 

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