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Trennungen: Warum es so schwer ist, über den Ex hinweg zu kommen

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Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, warum Trennungen so weh tun, und wie man es besser machen kann.

Trennungen verarbeiten

PsycheRed. (Wienerin)

Grace Larson ist Beziehungspsychologin und schreibt an der Northwestern University an ihrem Doktorat, sie hat sich auf enge Beziehungen spezialisiert. Sie ist von Trennungen fasziniert und wie sie Menschen auf psychischer und körperlicher Ebene verändern.

Sie hat mittlerweile unzählige Studien zu dem Thema gelesen und für die Seite Vox zusammengefasst, warum uns Trennungen so stark erschüttern und wie man am besten über sie hinwegkommt. Immerhin sind Trennungen einer der größten Auslöser für klinische Depressionen bei jungen Erwachsenen.

 

Trennungen sind so schmerzhaft, weil sie unsere Identität in Frage stellen

Die Forschung hat festgestellt, dass wenn Beziehungen wachsen, die psychologischen Grenzen zwischen den beiden Individuen verschwimmen - also das Phänomen, von sich als Paar und als "wir" zu denken, und nicht mehr von sich alleine. Dieser Prozess ist aufregend und belohnend, in die andere Richtung dafür aber desorientierend und schmerzhaft. Man stellt sich viele Fragen über die eigene Identität, und wie viel davon nur über den Partner definiert war, und wie viel davon wirklich einen selbst ausmacht. Erica Slotter von der Villanova University bestätigt, dass es der Unsicherheitsfaktor ist, der Trennungen so schmerzhaft macht. In einer Studie haben diejenigen Teilnehmer, die noch lange nach einer Trennung verwirrt über ihre eigene Identität waren, höhere Anzeichen für Depressionen gezeigt.

 

Trennungen weisen physische Anzeichen von Entzug auf

Die ProfessorInnen David Sbarra und Cindy Hazan argumentieren, dass wir in Beziehungen körperlich abhängig von der Unterstützung des Partners werden. Und auch wenn die Beziehung als solche nicht funktioniert, gewöhnen wir uns extrem an die physische und psychische Anwesenheit des Partners. Wer eine Trennung durchmacht, erlebt dieselben Reaktionen wie ein Kind, dass von seiner Bezugsperson getrennt wird: Zittrigkeit, Schlafprobleme und Appetitschwankungen. Manche haben ähnliche Symptome, wie wenn einem Tageslicht entzogen würde. Wer also in der Nacht nicht schlafen kann, ist nicht nur traurig, sondern erlebt einen Entzug von einem Faktor, der den eigenen Kreislauf am Laufen gehalten hat.

 

Trennungen sind umso schlimmer, je mehr man sich in der Beziehung verpflichtet hat

Verpflichtungen einzugehen, ist wichtig in einer Beziehung, da es dafür sorgt, dass man Kompromisse schließt, sich vergibt und für einander sorgt. Es gibt einem Halt. Verpflichtung sorgt dafür, dass man den Partner automatisch in Gedanken an die Zukunft miteinbezieht, aber sie macht es wesentlich schwieriger, eine Beziehung zu verarbeiten. Sehr verpflichtete Paare trennen sich seltener, aber die emotionalen Folgen sind ungleich größer. Ihre Lebenszufriedenheit sinkt rapide ab nach der Trennung. Mit dem Partner muss man sich auch von vielen Plänen und Zukunftsvorstellungen verabschieden.

 

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So kann man Trennungen leichter verarbeiten

Aber es gibt Hoffnung, denn die Wissenschaft hat auch Vorschläge, wie man leichter mit Trennungen umgehen kann.

 

Eine Studie hat gezeigt, dass Menschen die Wut nach einer Trennung gezeigt haben, sich besser davon erholt haben, als Menschen die nur Trauer gezeigt haben. Es scheint also Sinn zu machen, sich Wut zu erlauben um nicht in einem Zyklus aus Depression und Selbstmitleid stecken zu bleiben.

 

Eine andere Studie hat zwei Gruppen verglichen, die in unterschiedlichem Ausmaß regelmäßig von ihrer Trennung berichten mussten. Die Gruppe, die öfter und mit mehr Details von ihrer Trennung berichten musste, zeigte im Anschluss an die Studie weniger Anzeichen von Depression und eine höhere Ausprägung der eigenen Identität. Laut den Forschern müssen Gespräche gar nicht mit so engen Vertrauten statt finden, um eine Trennung zu verarbeiten, denn es ist wichtig, dass die Gespräche helfen Gedankengänge zu strukturieren und nicht in stundenlanges Jammern und Grübeln ausarten.

 

Die Wissenschaft belegt außerdem, dass jeglicher Kontakt und Social Media-Stalking nach einer Trennung Stress und Sehnsucht auslöst. Auch nochmaliger Sex scheint nicht gesund zu sein, da es Schmerz nur kurzfristig aufhebt und noch größeres Verlangen befeuert.

 

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