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Stark: "Zwingt mich nicht, irgendwen zu küssen": 5-Jährige mit einem starken Statement

von

Ist es in Ordnung, ein Kind dazu zu zwingen, der Oma/Tante/Onkel ein Bussi zu geben? Nein, sagt dieses Mädchen.

FamilieRed.(Wienerin)

 

Wir alle kennen diese Situation: die Oma kommt zu Besuch und schon folgt die Frage: "Bekomm ich gar kein Bussi?" Aber sollen Kinder dazu gezwungen werden, Verwandten gegen ihren Willen Bussis zu geben?

Wenn Kinder keine Bussis geben wollen, ist das auch okay so


Auch im Netz wird diese Frage gerade heftig diskutiert. Auf der Facebook-Seite von "A Mighty Girl", ein Online-Shop aus den USA, der nach eigenen Angaben Spielzeug für "kluge, selbstbewusste und mutige Mädchen" verkauft, diskutieren tausende UserInnen unter einem Beitrag zu diesem Thema.

 

Auf dem Foto ist ein Mädchen zu sehen, das folgende Botschaft hat: "Ich bin fünf. Mein Körper gehört mir. Nötigt mich nicht, jemanden zu küssen oder zu umarmen. Ich lerne noch, was Einverständnis bedeutet – und eure Unterstützung würde mein Leben sicherer machen."

 

Katia Hetter taught her daughter an important lesson with a very simple phrase: “I would like you to hug Grandma, but I...

Posted by A Mighty Girl on Dienstag, 18. Oktober 2016

 

Kinder dazu zu zwingen, Verwandte/Bekannte zu küssen oder zu umarmen, ist tatsächlich nicht ungefährlich. Denn wird das Kind ständig dazu ermutigt wird, Verwandte gegen seinen Willen – Kopf wegdrehen, Gesicht verziehen – zu küssen, so verliert es mit der Zeit sein Selbstgefühl, auf das es sich sein Leben lang verlassen sollte. Expertin Katharina Weiner, Leiterin des „familylab“ und Familienberaterin, sagt gegenüber der WIENERIN.at: "Wir sollten uns grundsätzlich von der Idee verabschieden, als Erwachsene zu entscheiden, was unsere Kinder tun sollten, ohne zu hinterfragen, ob das für sie auch okay ist. Gerade bei Bussis und Berührungen brauchen sie unsere Unterstützung."

 

Wenn ein Kind also kein "Bussi" geben will, so sendet es in der Regel ohnehin eindeutige Signale, meint die Expertin. Diese Signale dürfen auf keinen Fall ignoriert werden. Außerdem meint Weiner: "Vielleicht eine kleine Anregung dafür, wie oft wir in der "Höflichkeitsfalle" stecken und überprüfen, in welchem Momenten wir unsere eigenen Grenzen überschreiten." Die eigenen und die Grenzen der Kinder zu wahren und dass sie lernen, welche Distanz oder Nähe für sie okay ist, ist zentral für ihr späteres Leben und Selbstwertgefühl.

 

 

Mehr zum Thema: US-Psychologin meint, dass Eltern Kinder nicht auf den Mund küssen sollten.

 

Kommentare

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1 Kommentare
Gast: Purple Rose
23.12.2016 16:20

Mir hat es als Kind gegraust

so mancher Tante oder manchem Onkel ein Bussi geben zu müssen.

Der Zwang, dies gegen den eigenen Willen zu tun, nimmt einem nicht nur als Kind, aber später als Erwachsene(r) das richtige Gefühl, sich gegen unerwünschte Annäherungssuche zu wehren. Was nur zu weiteren "Missverständnisse" führen kann.