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Eine Mutter packt aus: Ein Haufen Bullshit, den ein Baby nicht braucht

von

„Die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts von dem Scheiß, den man auf Pinterest zu sehen kriegt.“

FamilieKaren Alpert(Wienerin)

 

Vor nicht allzu langer Zeit konnten Sie in Ihrem Leben noch frei entscheiden: Essen gehen, Ausschlafen am Wochenende, Freunde treffen. Dann kam Ihr Kind, Ihr süßer Scheißer. Und eines schönen Tages wachen Sie auf und erkennen: Ihr Leben, Ihr ganzer Stolz ist in Wirklichkeit ein kleiner Kotzbrocken.

Karen Alpert ist eine ganz normale Mutter, deren Leben mit vier Worten beschrieben werden kann: »Mami, ich hab Kacki.« Ehrlich, unverblümt und dennoch liebevoll schreibt sie, was andere Mütter denken: Die kleinen Monster nerven, wenn sie nachts schreiend aufwachen und nicht wieder schlafen wollen, aber am nächsten Tag auf dem Mittagstisch wegkippen. Sie sind nervig, wenn sie sich kurz nach einem der unzähligen Routine-Arztbesuche aus voller Kehle übergeben, und sie nerven tierisch, wenn sie auf das Kommando »Schuhe anziehen« zum zigsten Mal die Windel vollmachen. Mit bissigem Humor erzählt Karen Alpert aus dem Alltag: von der unbändigen Freude über den ersten Gang zum Töpfchen, unmöglichen Milchpumpen-Anleitungen und diesen unglaublich nervigen Scheißern.

Wir veröffentlichen einen Auszug aus ihrem neuen Buch „Geht's noch, Eierloch!“:

 

Ein Haufen Bullshit, den man im Falle eines Babys wirklich überhaupt nicht braucht


Du stehst also zum ersten Mal in deinem Leben in diesem mega-ginormischen, absolut furchteinflößenden Babykaufhaus und eine Verkäuferin (die entweder gerade eine Gehirnoperation hinter sich hat oder dringend eine braucht) gibt dir diese kleine Broschüre, in der eine Liste mit aaall dem Bullshit ist, den du für die bevorstehende Ankunft deiner kleinen Pupsmaschine brauchst.

 

Und damit fängt der Spaß an. Und wenn ich Spaß sage, meine ich den an Folter grenzenden Wahnsinn, der darin besteht, jeden einzelnen Gang abzulaufen und sich genau zu überlegen, ob man nicht doch diese Brustwarzenhütchen oder jene Popocreme braucht.

 

Scheiße, haben wir viel Müll für Baby Nummer 1 gekauft. Wohingegen Baby Nummer 2 das alles dann vererbt bekommen hat. Na ja, nicht die Windeln, aber nur weil wir Einwegwindeln verwenden. Mir scheißegal, wie gut Stoffwindeln für die Umwelt sein mögen – auf keinen Fall stecke ich Kacka in meine Waschmachine. Nicht dass da irgendwas falsch dran wäre, nur steckt man eben Kacka in seine Waschmaschine. Aber ich schweife ab. Also, hier bitte: Ein Haufen Bullshit, den ich gekauft habe, als ich ein Baby bekam, und der nach heutigem Wissensstand vollkommen unnötig war:

 

1: Eine raffinierte Bettgarnitur


Etwa zwei Sekunden nachdem du die Packung mit der Bettgarnitur aufgerissen hast, bekommst du eine E-Mail von deiner Schwangerschafts-Community im Internet. Pling! Seitliche Bettverkleidungen haben im vergangenen Jahr neun Millionen Babys getötet (zur Info: Ich übertreibe gern, es waren nur etwa sieben Millionen). Okay, kein Problem, verzichtet man eben auf die Verkleidung. Und dann blättert man in seinem Was-auf-Sie-zukommt-Babyratgeber und erfährt, was im ersten Lebensjahr auf einen zukommt, nämlich dass das Baby vermutlich sterben wird, wenn man eine Decke in die Wiege legt. Gut, wirft man das Ding eben dekorativ über die Rückenlehne des Stillsessels, was überhaupt nicht funktioniert, denn wenn du dich jetzt da reinsetzt, drückt es dir den Kopf ständig nach vorn. Was bleibt, ist also ein mickriges Spannbetttuch, für das du ein halbes Vermögen ausgegeben hast. Und das außerdem zerstört werden wird, wenn dein frisch aus dem Krankenhaus kommendes Baby sich in der ersten Nacht daheim die Seele aus dem Leib scheißt. Und egal, wie viel Fleckenentferner du auch verwendest: Dieser Fleck wird nie wieder rausgehen. Es bleiben also zwei Möglichkeiten: (a) du verzichtest von vornherein auf die entzückende Bettgarnitur, oder (b) du kaufst eine mit einem süßen braunen Amöbenmuster, damit die Kackflecken nicht so auffallen.

 

2: Kleidungsstücke, die über den Kopf eines Neugeborenen gezogen werden


Haben Sie schon mal probiert, einem Neugeborenen etwas anzuziehen? Es ist völlig unmöglich. Man denkt, klar, mein neues Baby hat einen superkräftigen Hals, bis man ihm diesen voll süßen Strampelanzug über den Kopf zieht, damit man es aus dem Krankenhaus nach Hause bringen kann. Und plötzlich ist sein Hals nichts als ein Haufen Wackelpudding, und der Kopf fällt ab, und man schreit: „Schwester, Schwester“ und die blöde Kuh kommt völlig cool und aufgeräumt reingelatscht, als würde sie so etwas jeden Tag erleben. Na ja, man kann nur hoffen, dass bei einem derart süßen Strampelanzug mit Leopardenmuster und Burberry-Leiste der fehlende Kopf gar nicht auffällt.

 

3: Ein Feuchttuchwärmer


Oh yeah, darauf solltest du unbedingt achten: Dass dein Baby sich daran gewöhnt, seinen königlichen Hintern mit einem perfekt temperierten Tuch abgewischt zu bekommen. Denn weißt du, was dann passiert? Du bist irgendwo unterwegs, und der Kleine kriegt einen Tobsuchtsanfall, weil die Feuchttücher in deiner Windeltasche eiskalt sind und sein Hintern sich in einen totalen Schlappschwanz verwandelt hat (Moment, das ist jetzt irgendwie ein komisches Bild). Abgesehen davon: Was denkst du? Hat ein Typ wie Fonzie 1 warme Wischtücher gehabt, als er noch ein kleiner Racker (Rocker?) war? Sicher nicht. Leute, die als Babys gewärmte Feuchttücher hatten, werden später zu Weicheiern. Ich kann da zwar jetzt kein konkretes Beispiel nennen, aber für mich liegt das klar auf der Hand. Also: Entweder heißt deine Mutter Kate Middleton, oder deine verdammten Feuchttücher werden von niemandem gewärmt.

 

4: Schuhe für das Neugeborene


Blitzmeldung: Babys können nicht gehen. Außerdem: Wenn man die Füße eines Babys genau beobachtet, kann man zusehen, wie sie wachsen, etwa so, wie wenn man konzentriert und ohne zu blinzeln auf die Uhr schaut und den Minutenzeiger tatsächlich wandern sieht. Schuhe über die Füße eines Neugeborenen zu streifen entspricht also genau genommen dem chinesischen Füßebinden. Klar, etwas Süßeres als diese Nike Air Jordans in Größe 16 gibt es einfach nicht, aber vielleicht habe ich vergessen zu erwähnen, dass BABYS NICHT GEHEN KÖNNEN (geschweige denn einen Basketball dunken). Außer vielleicht diese rollschuhlaufenden Evian-Babys.

 

5: Teure Babyklamotten


Das hier ist so ziemlich das Gleiche wie der Schluss von Nr. 1. Kaufen Sie billiges Zeug bei Tarjay 2 oder Sachen mit braunem Amöbenmuster.

 

6: Ein schicker Kinderwagen


Wenn Sie jemand sind, der sein Haus ohne Kreditaufnahme kaufen konnte, hasse ich Sie. Moment, nein, ich wollte sagen: Wenn Sie jemand sind, der sein Haus ohne Kreditaufnahme kaufen konnte, kaufen Sie auf jeden Fall einen todschicken Kinderwagen. Ich weiß noch, wie ich mitten in diesem hochpreisigen Spielzeugladen stand und mir eine Frau, die halb so groß war wie ich, den Bugaboo vorführte. „Drücken Sie einfach diesen Knopf und dann diesen, und voilà ist er so klein, dass er in Ihre Handfläche passt.“ Und als Nächstes fällt mir ein, wie ich mitten auf dem verf***ten Parkplatz von Babies”R“Us stand und meinen schicken Kinderwagen nicht zusammenzuklappen konnte, weil er so ungefähr neuntausend Dinger und Knöpfe und Hebel und Scheiß hatte. Heute würde ich sagen: Ich kauf entweder einen simplen Buggy oder, wenn es denn unbedingt ein ausgefalleneres Modell sein muss, dann nur für einen Spottpreis gebraucht im Internet. Nicht zuletzt deshalb, weil ich mich dann jederzeit dazu entschließen könnte, ihn über den Parkplatz zu schleudern und anschließend mit dem Minivan drüberzufahren.

 

7: Eine Baby-Badewanne


Glauben Sie’s oder nicht, aber Ihre Wohnung verfügt bereits über eine. Der Makler hat Ihnen nichts gesagt? Hallo, Schlaumeier, man nennt sie auch Waschbecken. Aber Moment, mein Waschbecken sieht nicht aus wie ein süßer Wal oder ein Entchen. Dafür kostet es allerdings auch keine 30 Dollar extra. Und hat nicht so eine hirnrissige Form, dass man es im Badezimmer nirgendwo hinstellen kann. Und glauben Sie’s oder nicht, Ihr Kind denkt nicht: „Das ist unfair. Javier im Nachbarhaus hat eine Badewanne in Schildkrötenform und ich nicht.“ Alles, was es denkt, ist: „Arrggh, welcher Arsch gießt mir da gottverdammtes Wasser über den Kopf?! Ich schreie jetzt so laut wie menschenmöglich, bis die Kanaille damit aufhört!

 

Lesen Sie weiter auf Seite 2!

 

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