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Mangagement Ring: Männer tragen jetzt also auch Verlobungsringe?

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Immer mehr heterosexuelle Männer wünschen sich einen Ring am Finger - und zwar nicht nur zur Hochzeit, sondern auch schon zur Verlobung.

BeziehungArnika Zinke(Wienerin)

In einer Gesellschaft, die sich zunehmend mit den Themen der Gleichberechtigung auseinandersetzt, war es nur eine Frage der Zeit, bis das patriachal-geprägte Konzept der Ehe immer stärker hinterfragt wurde.

Wunsch nach Gleichstellung 

Wie der britische Independent nun berichtet, gibt es besonders unter jungen Paaren aus der so genannten Millennial-Generation (1980 bis 2000 Geborene) immer stärker das Bedürfnis, das Bündnis der Ehe so "gleichgestellt" wie möglich zu gestalten. Dazu zählt auch die Verlobung. Immer mehr verlobte Paare entscheiden sich nun dafür, nicht nur an die Partnerin, sondern auch an den Partner einen Verlobungsring zu schenken.

Der Gedanke dahinter ist simpel, wie Helen, 30, gegenüber der britischen Tageszeitung erklärt: 

 

Als Feministin gefällt mir die Idee der 'Mangagement Ringe'. Sonst fühlt es sich so an, als würden Männer uns Frauen mit den Ringen 'brandmarken', während sie aber weiterhin frei und ungebunden durchs Leben gehen können.
Helen

 

Für viele Paare ist der Ring für den Mann ein Beweis der gemeinsamen Verpflichtung, die durch den Ring am Finger des Mannes noch deutlicher manifestiert wird. 

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Die Nachfrage nach Verlobungsringen unter Millennials scheint nicht nur durch die gesteigerte Sensibilität für Themen der Gleichberechtigung immer größer zu werden, sondern auch, weil die Legalisierung der Ehe für homosexuelle Paare immer stärker thematisiert wird. 

Im Gegensatz zu heterosexuellen Beziehungen, besteht hier kein Ungleichgewicht innerhalb der Partnerschaft - zumindest was die Menge der Ringe betrifft. Immer mehr Juweliere spezialisieren sich daher auf das "neue" Kundensegment. Jason Lindner von der Huffington Post sprach schon 2015 von einer "Explosion der Verlobungsring-Industrie" aufgrund der gesteigerten Nachfrage durch homosexuelle Paare nach der Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in den USA. Überhaupt ist die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe für die Hochzeits-Industrie zum lukrativen Milliarden-Geschäft geworden, stellen Ökonomen weltweit mittlerweile fest.

"Mangagement"-Ringe auch in Österreich Trend

Auch in Österreich ist die Nachfrage nach Verlobungsringen für Männer gestiegen, wie das Schmuckunternehmen Thomas Sabo auf Wienerin.at-Anfrage bestätigt. Beim österreichisch-deutschen Label hat man deswegen mit einer Erweiterung des Segments reagiert und bietet jetzt vermehrt Partner-/Bandringe, wie am Bild, für die (neuen) Kunden an. 

Thomas Sabo

 

Der neue Trend ist ein Beweis dafür, dass Gleichstellung besonders in der jungen Generation einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Viele Paare zeigen ihre gemeinsamen Ringe mittlerweile stolz in den sozialen Medien und thematisieren den Bruch mit der alten Tradition.

 

"Mein Schatz trägt nun einen 'Mangagement-Ring', weil er eifersüchtig war, dass nur ich einen Ring tragen darf. Es ist wirklich ein 'Trend'", schreibt eine Nutzerin auf Instagram.

 

"Es ist das 21. Jahrhundert! Also warum tragen nicht auch alle Männer Verlobungsringe?! Nicht fair. Mein zukünftiger Mann hat schon einen!"

 

Auch in der Promiwelt scheint der Trend angekommen zu sein. Johnny Depp und Charlie Sheen trugen 2014 einen. Sänger Michael Bublé sah man bereits 2010 einen "Mangagementring" tragen. Er verlobte sich damals mit der Argentinierin Luisana Loreley Lopilato de la Torre und zeigte sich daraufhin stolz mit seinem neuen Ring am Finger.

Dass Bublé auch einen Ring trug, hatte damals aber weniger mit Gleichstellung, sondern eher mit Tradition zu tun. Im südamerikanischen Argentinien ist es nämlich ganz normal, dass beide Partner einen Ring am Finger zur Verlobung bekommen. Und hierzulande vielleicht in einigen Jahren auch?

 

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