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Body Shaming: Die perfekte Antwort auf "Ich muss abnehmen" - in jeder Situation

von

Wir können es nicht mehr hören! "Ich hab so zugenommen" oder "Ich hab so einen dicken Bauch" - Schluss damit! Wir verraten euch, wie ihr dem Runtermachen des eigenen Körpers am besten den Kampf ansagt.

Antworten auf Fat Talk

BeziehungFranka Frey(Wienerin)

Gespräche mit FreundInnen können von einer Sekunde auf die andere von superlustig auf superschräg wechseln – nämlich dann, wenn jemand anfängt, über sein Gewicht zu reden. Ein Beispiel? Ihr steht nach dem Sport oder in einer Umkleidekabine vor dem Spiegel und plötzlich greift sich deine Freundin mit hängenden Mundwinkeln an den Bauch oder die Oberschenkel und seufzt, „Pah, ich hab echt zugenommen!“. Vielleicht will sie jetzt von dir hören, dass sie das natürlich nicht hat.

Willkommen in der Welt der negativen Sicht auf den eigenen Körper, der heutzutage, so scheint es, sowieso nie und nimmer den Ansprüchen, egal, von welcher Seite sie kommen, genügen kann!

Wie reagiert man auf das ewige Gerede über alles, was am eigenen Körper „schlecht“ ist? Und zwar, ohne die Freundin oder den Freund vor den Kopf zu stoßen und stattdessen ihr oder ihm ein gutes Gefühl zu geben und idealerweise zu zeigen, dass diese ganzen Zweifel und Gedanken über „Muffin Tops“ und „Thigh Gaps“ ein Ende haben müssen – weil sie nicht nur auf Oberflächlichkeiten beruhen, sondern weil es im Leben auch um ganz andere Dinge geht als um den Umfang deiner Oberschenkel.

Woher kommt diese schlechte Einstellung zum eigenen Körper?

Im Englischen bezeichnet man das ständige Kritisieren des eigenen Körpers als „Fat Talk“ – und der geht quer durch alle Schichten: Etwa 25 Prozent der Männer und an die 90 Prozent der Frauen betreiben ihn regelmäßig, unabhängig von Alter und – ja – Gewicht. Es gibt offensichtlich immer etwas am eigenen Körper auszusetzen. Und „Fat Talk“ ist ein Teufelskreis: Es schadet nicht nur dem eigenen Selbstbewusstsein, sondern auch dem von jenen, die sich den „Fat Talk“ anhören (müssen) – sie beginnen früher oder später auch damit, den eigenen Körper zu kritisieren. Die fatale Annahme: Sich selbst runterzumachen ließe einen sympatischer erscheinen. Denn wer seine „Mängel“ aufzeigt, sagt, „sieh her, ich bin auch nicht perfekt, ich bin keine Gefahr“.

Der Grund liegt auch in der Sozialisation von Frauen: Denn Scham ist für Frauen ein weitaus bekannteres Gefühl als Stolz. Frauen im Besonderen bekommen oft die Botschaft vermittelt, dass es nicht angebracht ist, den eigenen Körper zu lieben, also fokussieren sie auf ihre Fehler, machen sich runter, sind über die Maßen bescheiden, oft in dem Glauben, die Menschen in ihrer Umgebung würden sich dadurch wohler fühlen.

Ein großer Irrtum: Eine Studie hat gezeigt, dass Frauen sich eher Gesellschaft von Menschen, die positiv von ihrem Körper sprechen, wünschen.

Zeit, dem „Fat Talk“ den Kampf anzusagen!

Hier ein paar erprobte Strategien für Situationen, in denen wir selbst oder unsere FreundInnen Zuspruch brauchen.

1. Eigene Selbstzweifel

Die Szene: Du siehst jemandem, beim Sport oder am Strand, den du hübscher oder fitter findest. Dein erster Impuls ist, alle Punkte aufzuzählen, in denen du im Vergleich mit der anderen Person „verlierst“.

Die Lösung: Sei still. Egal, wie negativ deine Gedanken über dich selbst sind, sie bewusst zu denken oder gar laut auszusprechen (vielleicht später gegenüber einer Freundin), gibt ihnen lediglich mehr Einfluss auf dich. Wer einen Schritt weiter gehen möchte, holt sich professionelle Hilfe, denn der Fokus auf die Schwächen des eigenen Körpers kann ein, für die Person kontrollierbares, „Ablenkungsmanöver“ für etwas sein, das tiefer liegt und mit dem man sich bis jetzt nicht auseinander setzen wollte.

2. Freunde

Die Szene: Jemand, den du kennst, beklagt das „Fett“ an (total normal gebauten) Stellen wie an seinem/seiner __________ (beliebiges Körperteil hier einsetzen).

Die Lösung: Anstatt vermeintlich "Mitgefühl" auszudrücken, indem man jammert, was einem selbst am eigenen Körper nicht gefällt, ist es eine Möglichkeit, die Sicht auf Körperfett ganz neu anzugehen. Etwa, indem man auf eine Klage über Bauchfett antwortet: „Die Wissenschaft hat gezeigt, dass Fett am Bauch normal und sogar gut ist. Es hilft nämlich dabei, die Vitamine A, D und K zu verarbeiten!“ So stehenlassen und das Thema wechseln.

3. Klatschtanten

Die Szene: Auf einer Party beginnt eine Freundin, dir gegenüber über das Essverhalten oder den Körper einer gemeinsamen Freundin zu lästern.

Die Lösung: Frag die tratschende Freundin: „Weißt du denn so genau, was und wieviel davon ihr Körper braucht oder nicht?“ Oder zeig die Oberflächlichkeit des Themas auf: „Naja, ich bin ja nicht mit ihr befreundet auf Grund dessen, was sie ist oder ob sie Sport macht. Ich mag sie, weil sie lustig, klug und loyal ist.“
Wenn das deine Gesprächspartnerin noch immer nicht abhält, weiterzutratschen, probier’s mit wahrlich weisen Worten: „Ich fühl mich nicht wohl dabei, darüber zu reden, was andere Leute essen oder wiegen. Das geht uns einfach nichts an. Ich möchte nämlich nicht nach meinem Essverhalten oder Gewicht beurteilt werden. Du etwa?“ Oder, klar und deutlich: „Gibt’s nichts Besseres, über das wir uns unterhalten können?“

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4. Social Media

Die Szene: Du scrollst durch deinen Feed und stolperst über ein Posting deiner Freundin, in dem sie sich über ihren Körper beschwert.

Die Lösung: Schick ihr eine private Nachricht, schreib ihr, dass dir aufgefallen ist, dass sie sich nicht gut fühlt, und dass du immer da bist, wenn sie darüber reden möchte.

5. Gutes Essen, große Schuldgefühle

Die Szene: Du bist gerade mit deinen Freunden essen und eine oder mehrere beginnen danach damit, darüber zu jammern, dass sie „schon wieder viel zu viel gegessen haben“ oder „das Dessert doch lieber weglassen“ hätten sollen – landet schließlich alles auf den Hüften!

Die Lösung: „Wisst ihr, ich hab es satt, mir wegen meines Essens oder meines Gewichts ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen. Wenn ich essen will, dann genieß ich es auch!“ So leicht wird man zur Heldin.

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