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Studie: Bisexuelle Männer sind bessere Liebhaber, Väter und Partner

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Für viele Frauen ist es ein Tabu. Dabei kann eine Beziehung mit einem bisexuellen Mann ungeahnte Vorteile haben.

Beziehungen mit bisexuellen Männern

BeziehungRed.(Wienerin)

Dank der jahrelangen harten Arbeit von LGBT-Aktivisten trauen sich heute mehr Leute denn je, sich als bi- oder homosexuell zu outen. Anstatt einem scharfen schwarz-weiß Bild von lediglich zwei Geschlechteridentitäten gibt es heute viele Grautöne. Eine aktuelle Studie bestätigte, dass sich 43 Prozent der 18 bis 24-jährigen nicht als homo- oder heterosexuell definieren, und laut einer weiteren Studie gibt es überhaupt keine heterosexuellen Frauen, sondern nur bi- und homosexuelle.

Zwei Drittel wollen keinen bisexuellen Mann 

Diese Daten zeigen das Abbild einer mittlerweile sehr offenen Gesellschaft, zumindest bei der Jugend. Dennoch ist es nach wie vor ein Tabu für viele Frauen, einen bisexuellen Mann zu daten. Selbst das amerikanische Model Amber Rose, das öffentlich für einen offenen Umgang mit Sex einsteht, erklärte während einer Fragestunde auf Facebook, dass sie sich nicht wohl fühlen würde, eine Beziehung mit einem bisexuellen Mann einzugehen. "Ich verurteile niemanden, aber persönlich kann ich es mir nicht vorstellen. Ich weiß nicht, warum." Eine Studie der amerikanischen Ausgabe des Magazins Glamour fand außerdem heraus, dass zwei Drittel aller Frauen keinen Mann daten wollen würden, "der Sex mit einem anderen Mann hatte".

 

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Bisexuelle Männer sind bessere Liebhaber und liebevollere Partner

Doch wer Bisexualität als K.O.-Kriterium erklärt, verschließt sich vor tollen Partnern: Aktuelle Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass bisexuelle Männer, die auch offen dazu stehen, bessere Liebhaber sind und wenn sich die Beziehung weiter entwickelt, auch liebevollere Langzeitpartner und Väter. Manche Teilnehmerinnen der australischen Studie gaben sogar an, sich nicht vorstellen zu können, je wieder mit einem heterosexuellen Mann zusammen sein zu können. 

Auseinandersetzung mit der eigenen Männlichkeit

Diese Tendenz lässt sich stark damit erklären, dass Bi-Männer sich stärker mit ihrer Sexualität und ihrem Männlichkeitsbild - und dazu gehören auch negative Aspekte wie Aggression - auseinander gesetzt haben. Sie legen weniger Wert auf traditionelle Geschlechterrollen.

Offener für verschiedene sexuelle Praktiken

Dr. Maria Pallotta-Chiarolli von der Deakin University ist Autorin des Buches "Women in Relationships with Bisexual Men". Dafür hat sie 79 Frauen interviewt, die mit bisexuellen Männern zusammen waren.  "Die Partner dieser Frauen mussten ihre Maskulinität in Frage stellen. Daher waren sie wesentlich sensibler und hatten Interesse daran, eine gleichberechtigte Partnerschaft aufzubauen. Sie waren sehr respektvoll und wollten einen Haushalt mit gleichberechtigten Rollen. Außerdem waren sie sich der Vielfältigkeit sexueller Bedürfnisse bewusst, und daher offener für sexuelle Praktiken, die nicht heteronormativen Standards entsprechen." Viele dieser Paare haben gemeinsam neue sexuelle Praktiken erforscht, die Frauen hätten etwa gerne mit Polyamorie und BDSM experimentiert und wurden ermutigt, auch selbst gleichgeschlechtlichen Sex auszuprobieren.

Männer, die nicht "out" sind, neigen zu Aggression 

Diese Erfahrungen waren aber natürlich nicht allgemeingültig: Männer, die sich nicht mit ihrer gleichgeschlechtlichen Anziehung auseinandersetzen und jene sogar unterdrücken, neigen dazu, Aggressionen an ihren Frauen auszulassen. Umso wichtiger ist es, dass es eine gute und breit aufgestellte Sexualerziehung an Schulen gibt, die auch LGBT-Erfahrungen mit einbezieht. Wenn Frauen versehentlich über die gleichgeschlechtlichen, sexuellen Bedürfnisse ihres Partners erfahren, ist es oft erstmals eine schwierige Erfahrung. Sie machen dann entweder sofort Schluss, finden einen anderen Grund um die Beziehung zu beenden, oder navigieren sich gemeinsam durch die schwierige Zeit. Viele stehen dann vor der Entscheidung: "Ist es wert, einen wunderbaren, sensiblen, liebevollen Partner, der toll im Bett ist, aufzugeben, weil er auch mit Männern schlafen will?" Viele versuchen dann, eine Lösung zu finden, die alle Aspekte eines Menschen in die Beziehung miteinbezieht.

 

Paula Lambert über den weiblichen Orgasmus und Selbstliebe:

 

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