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Bezahltes Tindern? : Ghostwriter bekommen 900 Dollar im Monat für professionelles Tindern

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Selbst das Flirten kann man auslagern: Bei vielbeschäftigten New Yorkern setzt sich ein ungewöhnlicher Trend durch. Sie lassen Ghostwriter für sich Tindern.

Tinder Ghostwriter

BeziehungRed.(Wienerin)

Wer viel zu tun hat, lagert zeitintensive Beschäftigungen gerne aus. Das fängt beim Essen bestellen und Wäsche abgeben an und hört bei profesionellen Tinder-Ghostwritern auf, zumindest bei beschäftigen New Yorkern auf der Upper West Side. Diesen außergewöhnlichen Job hat nämlich Meredith Golden. Die 41-jährige Matchmakerin wurde kürzlich vom NY Mag porträtiert und hat erzählt, dass sie bis zu 900 Euro im Monat von Klienten bekommt, dafür dass sie für sie nach links und rechts swipt und sich schlagfertige Annäherungsversuche ausdenkt.

 

Gute Verdienstmöglichkeiten

Die ehemalige Psychotherapeutin ist selbst seit 16 Jahren verheiratet und hat zwei Kinder, heute verdient sie gut mit dem fremdflirten: Im ersten Monat verlangt sie 900 Dollar, im zweiten 700 und danach 500 Dollar. Bei mehreren Klienten macht das ein paar Tausend Dollar im Monat. Laut Golden gäbe es Potenzial für noch mehr Kundschaft, aber sie möchte sich gut um ihre Schützlinge kümmern und keine Infos vertauschen.

 

Schlagfertiges Schreibtalent

Als die ersten Online-Dating-Plattformen in den 90ern entstanden, etablierte sich Meredith Golden unter ihren Freunden, weil sie Dating-Profile besonders charmant und schlagfertig ausfüllte. Immer mehr Leute fragten nach ihrer Hilfe, und seit zwei Jahren ist sie professionell in dem Business tätig. Besonders erfolgreich ist sie laut eigenen Angaben, wenn sie als heterosexueller Mann posiert: Sie weiß, worauf die Single-Frauen stehen. Zu allererst schickt sie den Männern einen professionellen Fotografen vorbei: "Nichts ist schlimmer als das Badezimmer-Selfie!".

 

Online-Dating: So sieht das perfekte Profil aus

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Warum sie so erfolgreich ist

Golden vergibt Likes an Menschen, schreibt sie an und führt die ersten paar Gespräche um ein Date auszumachen. Danach liegt alles wieder in der Hand der Klienten. Aufgeflogen ist sie noch nie. Sie schreibt nur in ganzen Sätzen, verwendet keine Emojis und ist gerne direkt und persönlich. Wenn ein Nutzer zum Beispiel ein Foto mit seinem Haustier hat, fragt sie direkt wie es dem Tier geht.

 

Ethische Bedenken

Moralische Bedenken hat Golden nicht: Sie vergleicht sich mit traditionellen Dating-Agenturen und Matchmakern. Diese gehen aber ihrer Meinung nach mit einem Stigma einher. "Wenn dich ein Matchmaker anspricht und ein Date mit seinem Klienten vereinbaren möchte, fragst du dich: 'Was stimmt nicht mit ihm, dass er sich selbst kein Date ausmachen kann?'. Das hat eine negative Konnotation, obwohl das natürlich überhaupt nicht stimmen muss. Bei mir gibt es dieses negative Bild nicht, weil niemand weiß, dass ich involviert bin, weil ich mich für meine Klienten ausgebe."

 

Reales Leben

Meredith Golden erkennt oft Menschen auf der Straße, mit denen sie schon in Kontakt getreten ist. Sie muss sich dann zurückhalten, sie nicht anzusprechen, weil sie so viel von ihnen weiß. "Aber dann muss ich mich daran erinnern, dass sie keine Ahnung haben, wer ich bin, und sie nichts von mir wissen!"

 

 

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