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Freundschaft: Warum man ab 30 immer weniger Freunde hat - und wie man das ändern kann

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Laut Wissenschaft verlieren wir ab dem 25. Lebensjahr jedes Jahr mehr Freunde als wir neu dazu bekommen.

BeziehungRed. (Wienerin)

 

 

"Lass uns bald mal wieder was machen!" "Bier, bald!" "Wir müssen endlich noch in dieses Restaurant gehen, von dem wir die ganze Zeit sprechen!"

 

Ab einem gewissen Alter wirkt es so, als würden wir mehr Zeit damit verbringen, Pläne mit Freunden zu machen, als sie tatsächlich einzuhalten. Was wie eine subjektive Wahrheit wirkt, die man sich mit dem vielbeschäftigten Freundeskreis erklärt, ist tatsächlich wissenschaftliche bestätigt. Forscher haben herausgefunden, dass wir ab dem 25. Lebensjahr jedes Jahr mehr Freunde verlieren, als wir neue machen.

 

"Zu einem gewissen Zeitpunkt realisieren junge Erwachsene den Wert von Freundschaft und was sie von Freundschaft erwarten, und gleichzeitig bemerken sie, dass sie immer weniger davon haben", hat Williams Rawlins von der Ohio University, die seit 40 Jahren zum Thema Freundschaft forscht, dem amerikanischen Portal Vox News erzählt.

Ab Mitte 20 verliert man Freunde

Anfang 20 hat man - gerade wenn man studiert - geregelte Aktivitäten, bei denen man neue Menschen im gleichen Alter kennenlernt. Diese Freunde stehen mit einem die ersten Etapen des Erwachsenwerdens durch, aber ironischerweise haben wir genau durch die Entscheidungen, bei denen sie uns geholfen haben, immer weniger Zeit für sie.

 

Sobald wir die Chefin, der Partner, das Elternteil werden, ist es schwieriger der Rolle als Freund gerecht zu werden. Eine zusätzliche Schwierigkeit ist es, dass gebildete junge Menschen viel umziehen bzw. unterwegs sind und sich oft erst niederlassen, wenn sie Mitte 30 sind. 

Idealisierte Kindheit

Wir neigen oft dazu, Kindheitserinnerungen und unsere ersten Freunde zu idealisieren, da wir uns an Menschen erinnern, die dabei waren, als wir etwas das erste Mal erlebt haben. Ein Problem im Alter ist, dass wir wenig Geduld haben, bis sich neue Beziehungen formen. Die Erwartungen bleiben gleich: Man sucht jemanden, um sich auszutauschen, auf den wir uns verlassen können und mit dem wir eine gute Zeit haben, so der Kommunikationsexperte William Rawlings. Es ist immer schwierig, neue Freunde zu finden. Das Problem: In unseren 30ern finden wir es oftmals seltsam, auf neue zuzugehen und realisieren nicht, dass Freundschaft erst nach einer beträchtlichen Zeit, also vielleicht nach einem ganzen Jahr, besteht.

 

Die Lösung: Zeit lassen

Es geht also nicht darum, möglichst vielfältige Freizeitaktivitäten auszuprobieren und dadurch neue Menschen kennenzulernen. Wichtiger ist es vielmehr, auch wenn man schon an der 30 vorbei ist, keine Hemmung zu haben, neue Menschen nach einem Treffen zu fragen. Und dann der Beziehung Zeit zu geben. Auch mit 10 waren wir nicht von einem auf den anderen Tag befreundet, sondern haben uns immer wieder gesehen, bis wir uns vertraut haben. Beziehungen wachsen eben. Aber Menschen, denen wir vertrauen, brauchen wir zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens.

 

 

 

 

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