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Wohn Porträt: Unterwegs in Wiens außergewöhnlichsten Wohnungen: Fotograf Michael Obex

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Das Schöne im Unperfekten zu entdecken ist für Michael Obex mehr als nur kreatives Credo. Wir haben den Fotografen, der bisweilen auch für die WIENERIN hinter der Kamera steht, in seinem außergewöhnlichen Domizil in Wien besucht.

WohnenValerie Zehethofer(Wienerin)

Abstrakte Kunst an der Wand, im Vorraum ein bunt bemalter Bauernschrank, dazwischen Fotoequipment, Skateboards und Krimskrams aller Art: Wer die Wohnung von Michael Obex in einem Mietshaus aus den 1930er-Jahren betritt, ahnt bald, dass in diesen vier Wänden mehr als nur eine Geschichte steckt. Als Atelier konzipiert, machte das 60-m 2-Apartment später im Freundes-und Bekanntenkreis der Ursprungsbewohner die Runde.

(c) obex

Ob als "Notquartier" nach Trennungen oder vorübergehende Zuzügler-Bleibe: Das würfelförmig angelegte Loft hatte schon viele Gäste, und alle, so erzählt Michael, haben etwas von sich dagelassen: von der rustikalen Essnische im Hütten-Look inklusive Bierkrug-Sammlung über die verspielte Biedermeier- Kommode zu den selbst gebauten Palettenmöbeln im Wohnbereich. Sein Beitrag?" Nicht viel. Wenig Ballast bedeutet für mich, befreit zu leben." Ein paar Dinge sind es dann aber doch: ein Lastenregal etwa, ein Schreibtisch und ein paar Kleinigkeiten wie der Wildschweinschädel, den der Fotograf beim Spazierengehen im naheliegenden Wienerwald gefunden hat, und die Hängepflanzen, die ein befreundeter Biologe selbst herstellt.

Michael Obex, Lydia Stöckl

Schön unperfekt

So kurios der Stilmix auf den ersten Blick scheint -er trägt zum eigenwilligen Charme der Wohnung bei. Genauso wie die holzvertäfelte, blaue Miniküche, deren Potenzial den Hobbykoch selbst überraschte: "Anfänglich hat mich diese Küche echt deprimiert. Mittlerweile weiß ich mit ihr umzugehen. Erst neulich habe ich hier für zehn Menschen groß aufgekocht. Die kurzen Wege sind super." Und das Beste an der Wohnung? Das seien ohne Frage der Blick auf die grünen Hügel des Wienerwalds und das Licht: "Ich habe in den letzten Jahren viele Sonnenuntergänge durch die Fensterfront beobachtet, aber keiner war gleich. Das Licht, das hier hereinkommt, ist einfach jeden Tag anders und irrsinnig inspirierend."

Lydia Stöckl

Die trüb gewordenen Scheiben zu putzen käme für Michael übrigens nicht infrage: "Sie machen das einfallende Licht total schön und weich", sagt der Fotograf und ergänzt: "Andere würden so dreckige Fenster wahrscheinlich fertigmachen, meiner Ansicht nach gehören sie zum Charakter der Wohnung." Auch wenn der gebürtige Tiroler das Eigenleben seines Domizils schätzt und - wie auch seine Vorgänger stets - nicht so genau weiß, wie lange er noch hier bleiben wird, Pläne hat er durchaus: "Die über fünf Meter hohen Decken wären eigentlich ideal, um eine Zwischenebene als Schlaf- oder Arbeitsgalerie einzuziehen."

(c) obex

 

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