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Minimalismus: Minimalistisch leben ist in: Warum eigentlich? Wir haben einen Experten gefragt!

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Minimlaismus ist in aller Munde - besonders in der hektischen und überladenen Weihnachtszeit. Aber, was bedeutet es wirklich, "minimalistisch" zu leben?

A photo by Atilla Taskiran. unsplash.com/photos/I4jC9D7r8Nc

WohnenRed.(Wienerin)

 

"Wie zahlreich sind die Dinge doch, derer ich nicht bedarf!", dachte sich schon Sokrates beim Spaziergang durch den Markt von Athen.

Das Thema ist heute aktueller denn je: Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach einer Alternative zum konsumorientierten Lebensstil und sagen materiellem Überfluss den Kampf an.

Lebenscoach Roman Braun erklärt, ob das Lossagen von Besitz wirklich dabei hilft, sich auf das wirklich Wichtige im Leben zu konzentrieren. Denn gerade vor Weihnachten, der Zeit des Schenkens und Kaufens, ist Minimalismus wieder ein zentrales und viel diskutiertes Thema.

 

Was ist Minimalismus?

Kaufen und Haben. Diese zwei Dinge definieren das Leben vieler Menschen. Minimalismus als Lebensstil ist die große Gegenbewegung zu diesem Materialismus. Sie übergreift viele Lebensbereiche und beginnt meist damit, Überflüssiges loszuwerden. Wer sich entscheidet, sein Leben minimalistisch umzukrempeln, hat nämlich erkannt, dass etwas schief läuft: Die Identität wird durch die falschen Dinge definiert. Und so wird die Wohnung ausgemistet, die Kleidung aussortiert, sogar die Lebensmittel werden reduziert. Der Sinn des Ganzen? Ein glücklicheres, bewussteres Leben.

Stocksnap, Sarah Dorweiler  

Es geht nicht nur darum, sich von Materiellem loszusagen

Doch ist das Loswerden von Materiellem sinnvoll, um glücklicher zu sein? Oft ist dieser Schritt nur eine zweite Seite derselben Medaille: Plötzlich definiere ich meine Identität nicht mehr durch Statussymbole, sondern gerade durch das Nichtvorhandensein von Dingen. Jedoch bleibt: Das Beschränken auf eine äußere, materielle Ebene. Wer nur um der Reduzierung Willen reduziert, der sollte seinen Fokus überdenken und vorerst nicht alle Dinge weggeben. "Minimalismus macht glücklich, wenn er kein Selbstzweck ist, sondern die Folge einer Umstellung im Denken.", so Braun, "Es macht keinen Unterschied, wie viel man besitzt, wenn sich der Fokus vom Materiellen auf eine andere Ebene verschiebt: Werte, Taten und Beziehungen."

 

Nicht das Wie viel ist wichtig, sondern das Was.

Es sind nicht Gegenstände, die langfristig glücklich machen. Vielmehr sind es die sozialen Beziehungen und guten Taten, die wie in Studien bewiesen, nachhaltig zum Glück führen. Im Zwischenmenschlichen hat Minimalismus wenig zu suchen, hier darf man ruhig großzügig sein. Heißt: Viel Austausch und Zeit mit Freunden, Familie und Bekannten. Schnell merkt man den positiven Zusammenhang zwischen dem eigenen Wohlbefinden und den Austausch mit den Liebsten – denn das sind die wahren Glücklichmacher.

 

Zur Person

Roman Braun ist Geschäftsführer von Trinergy International, Master-Coach der ICF, offizieller Rhetorik-Coach der österreichischen Olympia-Sportler und Bestseller-Autor. Er leitet akademische Coaching-Ausbildungen und zu seinen Klienten zählen Weltmeister, Führungskräfte und Spitzenpolitiker.

(c) Foto Weinwurm GmbH.  

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