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Fall Weinstein: "Frauen bitten darum": Designerin Donna Karan verteidigt Filmproduzenten Weinstein

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Die beliebte Mode-Designerin schockt mit ihren Aussagen zu den Vorwürfen sexueller Belästigung rund um Harvey Weinstein. Frauen würden mit ihrem Kleidungsstil "darum bitten", belästigt zu werden, glaubt die New Yorkerin.

KulturRed.(Wienerin)

Seit Tagen sorgen Belästigungs-Vorwürfe gegen den Filmproduzenten Harry Weinstein für Aufregung und Entsetzen in Hollywood. Wie mittlerweile dutzende Hollywood-Stars, darunter Meryl Streep, Angelina Jolie oder Gwyneth Paltrow, berichten, soll Weinstein die Frauen Jahrzehnte lang sexuell belästigt und sogar vergewaltigt haben.

Weinstein, der zu den Vorwürfen bisher keine Stellung bezogen hat, gerät nun weiter unter Druck. Eine kürzlich aufgetauchte Tonband-Aufnahme belastet ihn schwer. Darin ist zu hören, wie der 65-Jährige das junge italienische Model Ambra Battilana Gutierrez belästigt und sie in sein Hotelzimmer drängt. Die aufgezeichnete Situation ist den bisherigen Erzählungen anderer vermeintlicher Opfer Weinsteins erschreckend ähnlich.

"Bitten wir darum, in dem wir unsere Sinnlichkeit und Sexualität zeigen?" 

Während immer mehr SchauspielerInnen öffentlich das Wort gegen Weinstein erheben, gibt es auch Stimmen, die sich hinter den mächtigen Produzenten stellen. So machte die DKNY-Designerin Donna Karan (hier am Bild mit Tommy Hilfiger) gestern mit einem verteidigenden Statement auf sich aufmerksam.

Frauen müssten sich selbst fragen, "wie präsentieren wir uns, wie fragen wir, bitten wir darum, in dem wir unsere Sinnlichkeit und Sexualität zeigen?", so die 69-Jährige in einem Interview mit der Daily Mail. Bereits in der Erziehung müsse es eine Diskussion darüber geben, wie Kinder tanzen und sich anziehen. 

Karan: "Wenn du dir die Welt ansiehst, wie sich Frauen anziehen und worum sie damit bitten, aufgrund dessen, wie sie sich präsentieren... Wissen Sie, was diese Frauen erreichen wollen? Ärger."

 

Auf Twitter folgte kurze Zeit nach dem Bekanntwerden ihrer Aussagen ein Sturm der Entrüstung. Viele fordern den Boykott der Designerin. Schauspielerin Rose McGowan ("Charmed"), sie war eine der ersten, die Weinstein mit Vorwürfen belasteten, bezeichnete Karan als "Abschaum in einem schicken Kostüm".

Ein klassischer Fall von Victim Blaming

Karan macht mit Aussagen wie diesen die Opfer zu TäterInnen. Nur einer der Gründe, warum es Frauen weiterhin so schwer haben, Fälle sexueller Belästigung oder Vergewaltigung zur Anzeige zu bringen: Ihnen wird eingeredet, sie wären "selbst Schuld", wenn sie sich dann doch trauen, den Vorfall zu melden, wird ihnen oft nicht geglaubt. Diese Täter-Opfer-Umkehr wird im Englischen als "Victim Blaming" bezeichnet.

Besagtes italienisches Model, das den Vorfall 2015 meldete und gemeinsam mit dem Beweis (!) der Tonaufnahme zur Anzeige brachte, konnte damals keine Bestrafung Weinsteins erwirken. Warum es damals nie zu weiteren Konsequenzen kam, wird heute stark hinterfragt. 

 

Karan hat sich indes für ihre Aussagen entschuldigt, sie fühle mit den Opfern: "Sexuelle Belästigung ist NICHT akzeptabel und ist ein Thema, das unabhängig von der Person behandelt werden MUSS". Ihre Aussagen wären aus dem Kontext gerissen worden, beteuert die Amerikanerin.

 

 

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