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Leben in Wien: 11 Dinge, die ich bei Coldplay in Wien gelernt habe

von

55.000 Fans und ich haben das Coldplay-Konzert in Wien verfolgt. Zwischen all den bunten Ballons, dem Konfetti und der Musik sind ein paar Dinge hängen geblieben.

KulturDaniel Kendler(Wienerin)

Eher unregelmäßig als in schönen Abständen berichte ich an dieser Stelle gerne über das Leben in Wien. Egal ob Stiegenhäuser,-Erlebnisse, den Sommer in dieser schönen (heißen) Stadt, eine Woche als Hundesitter oder einem verunglückten Ausflug in ein Studentenlokal (zwecks Altersunterschied).

Nun hat mich das Leben in Wien mit einem Ausflug zum Coldplay-Konzert ins Happel-Stadion beschenkt. Und weil ich und das Internet Listen-Artikel lieben, habe ich mir, so wie wahrscheinlich die restlichen 55.000 Besucherinnen und Besucher, so meine Gedanken zu der bunten Show gemacht. Folgendes habe ich von Chris Martin und seinen Mitmusikanten gelernt.

 

1) Coldplay gehört zu jener Kategorie Band, bei der man Chris Martin kennt, aber nicht mal annähernd eine Ahnung hat, wie der Schlagzeuger oder Gitarrist heißt. (Jerry Buckland, ein Gründungsmitglied).

 

2) Wenn Chris Martin (genau, Sänger) sagt: 'I love Vienna, this beautiful City!" wird ihm das genauso abgekauft, wie die Phrase: "We will play the best show ever!".

 

3) Die Kriterien, nach denen Vorbands ausgewählt werden, bleiben für mich ein ewiges Mysterium. Selbst die betroffenen Künstler scheinen oft nicht zu wissen, was zur Hölle sie da eigentlich machen.

 

4) 

1990: Kommt ein schönes Lied, zucken alle die Feuerzeuge. 
2000: Kommt ein schönes Lied, aktivieren alle das Display ihres FARB-Handys.
2010: Kommt ein schönes Lied, schalten alle den Blitz ihres Handys auf Dauerleuchten.
2017: Film mit deinem Handy ruhig weiter in HD, Coldplay hat dir ein Armband verpasst. Es leuchtet in der richtigen Farbe und wird durch Funk gesteuert.

 

 

5) Der Anteil an "aaaaaah" und "ohohohoo" in Coldplay-Liedern ist über die Jahre hinweg steil angestiegen. Man hat wohl erkannt, dass in Stadien mit teilweise mieser Akustik (Danke, Happel) jedes Lied mit "aaaaaah" und "ohohohoo" Dauerbrenner und sichere Bank zugleich sein kann. Darum nennt man sie wohl eine "Stadion-Band".

 

 

6) Die zweistündige Show ist das perfekte Konzert der Generation Smartphone. Alle zwei Minuten ein neuer Reizeinfluss, ein traumhaftes Insta-Motiv. Vom Konfettiregen, zum bunten Kaleidoskop und wieder zurück. Wer sich hier keine Instagram-Herzen abholt, hat keinen Akku mehr.

(C) Privat

 

7) Konfettiregen und riesige Ballons schließen nicht unbedingt den Einsatz von Flammen auf der Bühne aus.

 

8) Kommen ruhige Lieder mit wenig Showeffekt und etwas mehr differenzierter Musik- wie etwa "Always in my Head" - über die Lautsprecher, wandern ganze Gänsemarsch-Schwärme in Richtung Toiletten und Gastro, womit wir wieder bei der Aufmersamkeitsspanne von uns Smartphone-Zombies wären.

 

9) Coldplay hat eine Zeit lang wirklich gute Musik gemacht, wie die Klassiker Clocks oder Yellow beweisen.

 

10) Eine Frage bleibt offen: Wann, also zu welchem Anlass, sehen sich Menschen tatsächlich diese mitunter minutenlangen verwackelten, schlecht belichteten Konzertmitschnitte auf ihren Smartphones an?

 

11) Abschließend etwas fast schon Verblüffendes: Erstaunlich, wie wenig sich in Sachen Toiletten-Verbesserung (inklusive dem Gang dorthin und die Wartezeit) bei Konzerten tut, selbst wenn man für ein Standard-Ticket bereits 115 Euro zu zahlen hat. 

 

 

 

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