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Shirley MacLaine: "Das Leben ist wie das Showbusiness: Ich fühle mich immer noch gut unterhalten!"

von

Hollywood-Ikone und Oscar-Preisträgerin Shirley MacLane im Gespräch über ihren aktuellen Film "Zu guter Letzt".

KulturDenise Grill(Wienerin)

Am 14. April startet "Zu guter Letzt" in den österreichischen Kinos. Shirley MacLaine, 82,  spielt darin die einst erfolgreiche Geschäftsfrau Harriet Lauler, die auch nach ihrem Tod nichts dem Zufall überlassen will. Auch nicht ihren Nachruf, den sie bei der jungen Journalistin Anne (Amanda Seyfried) in Auftrag gibt. Eine Tragikomödie über Versöhnung, Freundschaft und Lebenslust.

Shirley MacLaine im Interview

WIENERIN: Ihr aktueller Film "Zu guter Letzt" ist auf vielen Ebenen berührend. Sie spielen die einstige Geschäftsfrau Harriet Lauler, die versucht vergangene Dinge wieder gut zu machen. Gibt es etwas, das Sie gerne ändern würden?

Shirley MacLaine: Nein, eigentlich bin ich gerade glücklicher als jemals zuvor. Ich glaube, dass mein Leben ziemlich glücklich verlaufen ist, weil ich sehr neugierig bin und immer hart an mir selbst gearbeitet habe. Ich finde das Leben großteils sehr lustig, manchmal auch deprimierend – irgendwie ist es für mich wie einen Film zu sehen.

 

Erkennen Sie Parallelen zu Harriet Lauler?
Ich bin zur selben Zeit und in derselben geschichtlichen Periode in Amerika geboren und aufgewachsen – in den 30er Jahren. Ich war im Show-Geschäft und sie in der Werbebranche, deshalb kann ich vieles nicht nachvollziehen, aber ich hatte genau wie Harriet auch immer das Verlangen, eine dominante Rolle in meinem eigenen Leben zu spielen.

Harriet Lauler musste in ihrer Karriere einige Kämpfe ausfechten, weil sie eine Geschäftsfrau war. War das bei Ihnen in Hollywood auch so?
Nein – in Hollywood war das nicht so. Ich hatte diese Probleme nie in Hollywood. Ich kam nach Hollywood im Goldenen Zeitalter der weiblichen Stars. Vielleicht in den letzten 20 Jahren, aber es bessert sich wieder. Was ich vorhin gemeint habe, war, dass wir ein grundlegendes Verständnis unseres eigenen Lebens haben und niemand mir je sagen hätte können wie ich zu leben habe.

 

Harriet Lauler ist ein Kontrollfreak…
Oh nein! Ich würde nicht sagen, dass sie ein Kontrollfreak ist - so wird sie nur von allen genannt. Harriet hat einfach ein sehr starkes Verlagen danach, dass die Dinge nach ihren Vorstellungen ablaufen. Hätte sie so gelebt wie die anderen Menschen, wäre sie wahrscheinlich nicht so erfolgreich gewesen. Wenn das ein Kontrollfreak ist – okay, aber ich empfinde es nicht so.

Sind Sie ihr ähnlich oder das komplette Gegenteil?
Gar nichts von beiden!

Warum wollten Sie in die Rolle der Harriet Lauler schlüpfen?
Weil die Rolle einfach fantastisch ist!

In Hollywood herrscht ein großer Druck in jedem Alter perfekt auszusehen – hat Sie das jemals gestresst?
Nein, ich hatte nie Angst, aber es hat natürlich auch schwere Zeiten gegeben. Ich habe mir aber angewöhnt, nicht großartig zufrieden mit den Höhen zu sein, aber eben auch nicht zu enttäuscht bei schlechten Phasen zu sein. Das Leben ist wie das Showbusiness und ich fühle mich noch immer sehr gut unterhalten!

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Das klingt sehr ausgeglichen. Haben Sie einen Geheimtipp zu mehr Selbstliebe und Selbstbewusstsein?
Eigentlich nicht. Jeder muss selbst experimentieren. Ich habe Wissen über mich selbst, das sehr breit ist und tief geht.

Also ist das Geheimnis sich selbst und seine Vergangenheit zu akzeptieren?
Naja, ich akzeptiere nicht alles. Aber wenn ich es nicht akzeptieren kann, dann versuche ich es zu reparieren. Junge Leute sollen einfach Dinge ausprobieren und ihre eigenen Erfahrungen machen.

Gibt es eine Erfahrung in ihrem Leben, zu der Sie gerne zurückgehen würden?
Ich blicke gern nach vorne - immer. Aber ich gehe oft zurück und schaue mir verschiedene Momente in meinen Leben an. Je älter man wird, desto besser wird das Langzeitgedächtnis. Mein Langzeitgedächtnis geht über tausende Jahre zurück.

 

Sie sind ein sehr spiritueller Mensch – haben Sie in diesen tausend Jahren zu sich selbst gefunden?
Ich bin und war immer auf der Suche! Man lernt nie aus. Die Neugierde nach dem Leben ist mein größtes Talent.

Welchen Rat würden Sie jungen Frauen geben?
Seid euch bewusst, dass ihr gleichberechtigt sein solltet – nicht nur gegenüber dem anderen Geschlecht, den Männern, sondern gegenüber jedem Geschlecht. Und: Was immer ihr auch tun müsst, um euch besser kennenzulernen: Tut es!

Diese Tipps können wir 2017 wohl sehr gut gebrauchen. Würden Sie sich als Feministin bezeichnen?
Auf jeden Fall! Ich bin Feministin seit meinem dritten Lebensjahr. Das Wort Feminismus ist für mich aber nur ein Konstrukt, das für die Gleichberechtigung der Geschlechter steht.

Hier geht es zum Trailer von "Zu guter Letzt":



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