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Kultur: Wie Fremdsprachen unsere Persönlichkeit verändern

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Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben, dass wir je nach Sprache die wir sprechen, auch unsere Art verändern.

KulturRed. (Wienerin)

Habt ihr schon mal eine andere Sprache gesprochen, und dann das Gefühl gehabt, ihr hättet dabei eine ganz neue Persönlichkeit? Menschen mit Migrationserfahrung erleben das manchmal ganz besonders stark: In einem neuen Land mit neuer Sprache fühlen sie sich freier, extrovertierter oder ganz im Gegenteil, überfordert und eingeschüchtert.

 

Studie bestätigt, dass Sprache Persönlichkeit beeinflusst

Wissenschaftler sind diesem Phänomen nachgegangen und scheinen es bestätigt zu haben. Nairan Ramírez-Esparza, Professor für Sozialpsychologie an der University of Connecticut bat bilinguale Kollegen einen Persönlichkeitstest zu machen, einmal auf Englisch und einmal auf Spanisch. Der Test ordnet Persönlichkeiten nach den "Großen Fünf" Merkmalen ein: Extrovertiertheit, Verträglichkeit, Offenheit, Pflichtgefühl und Neurotizismus.

 

Auf Englisch extrovertierter und pflichtbewusster

In diesem Fallbeispiel war es so, dass die Teilnehmer alle höher bei Extrovertiertheit, Verträglichkeit und Pflichtgefühl gepunktet haben, als sie den Test auf Englisch machten. "Wir können die Sprache nicht von den kulturellen Werten trennen, die sie mit sich bringt", sagt die Psychologin Nairan Ramírez-Esparza gegenüber dem Magazin "Quartz". "Wir definieren uns selbst über die kulturellen Vorstellungen der Sprache, die wir gerade sprechen", sagt sie.

 

Kulturelle Werte werden auch durch Sprache vermittelt

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich das Verhalten und die Persönlichkeit verändern, weil wir mit jeden jeweiligen Sprachen andere Vorstellungen und Erwartungen verbinden. "Unsere Identität beruht nicht nur darauf, wie wir uns selbst einschätzen, sondern auch darauf, wie wir denken, dass andere uns wahrnehmen", sagt Carolyn McKinney,  Professorin für Sprachwissenschaften und Literatur an der Universität Kapstadt, auch gegenüber "Quartz".

 

Jeweilige Erlebnisse prägen Spracherfahrung

Während wir in unserer Muttersprache selbstbewusst und mutig sind, können wir völlig verunsichert sein, wenn wir in eine neue Sprache wechseln müssen und in dieser neue, möglicherweise negative Erlebnisse haben. Dabei geht es nicht nur um die sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch um die sozialen und gesellschaftlichen Erfahrungen, die wir in einer neuen Sprache machen.

 

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