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Konsumentenschutz: Warum hat "Ferrero" die Nutella-Rezeptur verändert?

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Gesund war sie noch nie, die Nutella-Creme. Das war den Fans allerdings immer egal. Bis jetzt zumindest. Denn mit einer umstrittenen Rezepturänderung dürfte der Aufstrich bei vielen in der Gunst fallen.

KochenArnika Zinke(Wienerin)

Seit Jahrzehnten ist die Nutella-Creme eines der beliebtesten Produkte aus dem italienischen Ferrero-Konzern. Doch nun wurde die Rezeptur überraschend geändert. Das verärgert nicht nur KonsumentInnen, sondern auch VerbraucherschützerInnen.

Nutella plötzlich heller als zuvor

Das stellte die "Verbraucherzentrale Hamburg" auf ihrer Facebook-Seite vor einigen Tagen fest und sorgte damit weltweit für Aufregung.

Auf dem Aufdeckerfoto ist klar erkennbar, dass die Farbe der Schoko-Nuss-Creme deutlich heller ist, als zuvor. Das liegt laut den Verbaucherexperten aus Hamburg daran, dass der Anteil von Magermilchpulver im Produkt signifikant erhöht wurde. Statt bisher 7,5 Prozent sind nun 8,7 Prozent im Nutella enthalten - und dies lässt die Farbe deutlich heller wirken.

 

"Ferrero hat seit vielen Jahren zum ersten Mal erkennbar die Rezeptur von Nutella geändert. (...) Da die Farbe des neuen Nutellas heller ist, gehen wir davon aus, dass mehr Milchpulver auf Kosten von Kakao zugesetzt wurde", erklärt man im Facebookposting der Verbraucherzentrale.

 

 

 

Doch welchen Grund sollte Nutella haben, seine allseits beliebte Rezeptur plötzlich zu ändern?

Der Grund ist schnell gefunden: Aufgrund der seit Jahren steigenden Kakaopreise, dürfte man beim Großkonzern Ferrero auf eine kostensenkende Alternative umgestiegen sein: das deutlich günstigere Milchpulver. 358.000 Tonnen Magermilchpulver liegen derzeit in Lagerhäusern in der EU , seit den Sanktionen gegen Russland und der sinkenden Nachfrage in China fielen zwei große Abnehmer des Billigprodukts (es ist deutlich günstiger als "echte" Milch) weg. Das Resultat: ein niedriger Preis und ein großes Angebot.

 

Tipp! Welche fatalen Folgen das Billig-Pulver für afrikanische Bauern hat, wird in dieser Dokumentation sehr anschaulich dargestellt.

Nur eine "Feinjustierung der Rezeptur"? 

Ferrero sieht sich indes keiner Schuld gegenüber den KonsumentInnen bewusst. Auf Mediennachfragen gab es vom Konzern bisher keine Reaktionen, in einem gestern veröffentlichen Facebook-Statement spricht man lediglich von einer "Feinjustierung der Rezeptur". Vorwürfe, es wäre nun auch mehr Zucker im Produkt enthalten, weist man seitens des Unternehmens allerdings zurück. Zwar hat sich der Zuckeranteil von 55,9 Prozent auf 56,3 Prozent erhöht, diese Erhöhung ergebe sich aber aus dem vorhandenen Zucker der erhöhten Magermilchpulvermenge.

 

Es ist nicht das erste Mal, dass das italienische Unternehmen wegen ihres Produkt in der Kritik stand. Neben den ungesunden Zutaten, kritisierten Umweltschutzorganisationen immer wieder die fragwürdige Herstellung der Inhaltsstoffe.

 

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