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Prost: 7 Dinge, die man bei Weißen Spritzern falsch machen kann

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In diesem auf Bier fixierten Land gibt es eine kleine, aber beständige Minderheit, die die Wahrheit kennt: Weißer Spritzer ist das beste alkoholische Getränk der Welt. Leider wissen viele Ungläubige nicht, wie man ihn richtig zubereitet. Wir helfen weiter.

Die 7 Todsünden bei Weißen Spritzern

Kochenred.(Wienerin)

"Pah", sagt der Banause selbstgefällig. "Weißer Spritzer, das ist einfach nur Weißwein und Mineralwasser, was kann man da falsch machen?" Oh, Unwissender, die Antwort darauf ist: Alles.

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Weißer Spritzer ist natürlich soviel mehr als die Summe seiner Teile. Richtig gemacht ist er erfrischend und belebend - ein Getränk, das sowohl zu den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr passt, wenn der Österreicher trotzig mit dicker Jacke und Schal im Schanigarten sitzt und sauft, als auch im tiefsten Winter in behandschuhten Fingern am Christkindlmarkt gehalten wird, weil der Glühwein einem schon den Magen verpickt hat. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl weiß das.

Der weiße Spritzer, bitteschön, ist österreichisches Kulturgut. Behandelt ihn gefälligst auch so, macht ihn gescheit und verhindert die folgenden

 

7 Fehler, die man beim Weißen Spritzer machen kann

 

1.) Das Mineralwasser sprudelt nicht

Erstens mal macht man Weißen Spritzer eigentlich mit Sodawasser, weil es einen weniger starken Eigengeschmack hat. Das soll dann zweitens auch wirklich sprudeln, und nicht schmecken, als würde es seit drei Tagen in einer unverschlossenen Flasche im Kühlschrank stehen. Kinder, es heißt Weißer SPRITZER und nicht Weiße Fadesse

 

2.) Der Wein ist zu süß

In den Spritzer gehört eine frische Weinsorte! Also Grüner Veltliner, Welschriesling, Chardonnay oder Weißburgunder. Ein Wiener Gemischter Satz oder der etwas aromatischere Sauvignon Blanc ist auch in Ordnung. Aber hört doch mit den süßen Weinen auf, was soll denn das? Setzt zur allgemeinen Bedürfnisbefriedigung einfach einen Kaiserspritzer auf die Karte und gut ist, aber quält den anspruchsvollen Gaumen nicht mit diesem Kopfwehzeug. Bäh.

 

3.) Der Wein ist qualitativ minderwertig

"Der Wein is' ned zum Saufn außer g'spritzt", singt Nino aus Wien im "Praterlied" und zitiert damit Generationen österreichischer Jugendlicher, die sich nicht mehr als den Packlwein vom Billa leisten können, aber dennoch dem Spritzergenuss frönen wollen. Bitte, das ist ein Gerücht! Das Leben wird schöner, wenn wir alle einsehen, dass Wein, der pur nicht zum Trinken ist, auch gespritzt nicht besser wird.

 

4.) Das Beiwerk kommt ungefragt

Man kann allerhand Zeugs in Spritzerglaserl geben. Dünne Scheiben (hoffentlich) frischer Zitrusfrüchte, Salatgurken, Rosenblätter oder Sirup in allen Variationen (Tipp: Veilchen-Spritzer!) - der Spritzer nimmt diese Aromen dankbar an. Zitronenschalen sind am beliebtesten, haben aber einen bitteren Nachgeschmack, der nicht mit jedem Wein harmoniert und nicht jedem Gast zusagt. Nachträglich Rausnehmen funktioniert etwa so gut wie das Entfernen eines unerwünschten Essiggurkerls aus dem Extrawurstsemmerl - der Geschmack bleibt.

 

5.) Du hast das mit der richtigen Temperatur nicht kapiert

Leute, die warmes Bier grauslich finden, haben noch nie einen Schluck von einem bachlwarmen Spritzer genommen. Weißer Spritzer muss kalt sein! Die Wahl des Glases kann das beeinflussen, der traditionelle Spritzerhumpen ist dickwandiger und hält das Gemisch länger kalt - schicker aber weniger isolierend ist das bauchige Glas mit Stiel. Wein und Sprudelwassser sollten etwa 6°C haben. Im Sommer und beheizten Innenräumen machen 2-3 Eiswürfel durchaus Sinn, aber wenn man vor lauter Eiswürfel den Wein nicht mehr sehen kann, ist es zuviel.

 

6.) Der Sommerspritzer ist falsch gemischt

Sommerspritzer sind wahrscheinlich das österreichischste, was man aus Wein machen kann. Es ist das Wein-Pendant zum Sodaradler, den der sowohl verantwortungsbewusste als auch naive Betrunkene als letzten Drink an der Bar zu sich nimmt, damit der Kater am nächsten Tag nicht so schlimm ist. Eine, wie man im innenpolitischen Jargon sagen würde, "österreichische Lösung", die nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Das Mischverhältnis von Wasser und Wein ist 3:1 - man wird davon nur sehr, sehr langsam betrunken und es ist trotzdem Alkohol. Wurde für Mittagessen an heißen Sommertagen erfunden. (Das ist eine Vermutung).

 

7.) Der Preis ist zu hoch

Eine kleine, redaktionsinterne Umfrage hat ergeben, dass der ideale Preis für einen Weißen Spritzer zwischen €2,70 und €3,20 liegt. Tolerierbar ist ein ausgezeichneter Spritzer bis €3,60, ab €4,- wird's unverschämt.

 

Nachdem wir das geklärt haben, bleibt eigentlich nur noch eines zu sagen: Man bringe den Spritzwein!

 


 Gin finden wir übrigens auch gut. Es scheint da aber ein kleines Problem zu geben:

Kommentare

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1 Kommentare
haarl49
09.10.2017 11:52

Spritzer

Auf keinen Fall Mineralwasser. Nur Soda! Und auch kein Chardonnay und Weißburgunder. Veltliner und Welschriesling sind ideal, aber da auch nur GV Leicht und keinesfalls GV oder Welschriesling Reserve.