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Superfood: Unser Verlangen nach Quinoa hat fatale Folgen

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Immer mehr Menschen konsumieren das Superfood Quinoa. Dass die gestiegenen Verkaufszahlen den Quinoa-Produzenten aber schaden, wissen die wenigsten.

KochenRed.(Wienerin)

Es ist wie mit vielen "Trend-Foods". Zuerst kommt der große Aufschwung unter lokalen Klein-Produzenten, die Verkäufe steigen und irgendwann steigen globale Player in das Geschäft ein und sorgen unter heimischen Bauern für ordentlich Konkurrenz.

Zuerst kam der Jubel, dann die Krise

So auch beim "Superfood" Quinoa, das sich seit einigen Jahren besonders unter der ernährungsbewussten europäischen und nordamerikanischen Bevölkerung immer größerer Beliebtheit erfreut. Das Problem: Die Preise für die glutenfreie Pflanze, die ursprünglich aus Bolivien stammt, sind laut einem Artikel im deutschen Spiegel in den letzten Jahren stark gesunken - und das stellt die lokalen Bauern in Bolivien vor eine Existenzkrise. 

Denn immer mehr Länder, darunter USA, das benachbarte Peru oder Indien & China produzieren Quinoa im großen Stil und bauen industriell zu günstigen Preisen an. Viele bolivianische Produzenten können dem Konkurrenz-Druck nicht mehr standhalten - der lokale traditionsreiche Anbau aus dem Andengebiet wird durch Dumpingpreise immer stärker unterwandert und gefährdet. Und das, obwohl immer mehr Menschen weltweit Quinoa essen. 

 

Einst wurde Quinoa nachhaltig und an das Ökosystem angepasst angebaut, nun werden immer mehr Bauern gezwungen, ihre Produktion zu erhöhen - und damit ihre Felder nachhaltig zu schädigen. Organisationen wie Fair Trade arbeiten deswegen mit den Bauern zusammen, um sie in der nachhaltigen Produktion zu unterstützen (mehr erfahren). 

 

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Was kann ich tun?  

Quinoa ist, wie viele seiner Superfood-Kollegen, Opfer einer Globalisierungs- und Profitgier geworden, die nur kurzfristig bei der lokalen Bevölkerung für wirtschaftlichen Aufschwung sorgte.

Wer also in Zukunft im Supermarkt zu ausgefallenen Produkten wie "Quinoa-Bier" greift, sollte sich über dessen Herkunft auch bewusst sein. Oft sind Produkte aus der Heimat, die lokal hergestellt werden, dann doch besser als Trend-Essen, das tausende Kilometer zurücklegen musste, um auf unseren Tellern zu landen.

 

Wer trotzdem nicht auf die beliebte glutenfreie Reis-Alternative verzichten will, sollte beim Kauf auf die Herkunft und Preise achten. Zu Billigpreisen hergestellte Artikel kommen in der Regel selten den kleinen Bauern zugute. In Österreich wird Fair-Trade Quinoa bereits bei Billa (hier) oder in diversen Bio-Supermärkten angeboten.

 

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