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Genuss-Trend : "Keiner will mehr ausgemergelte Körper sehen"

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Angèle Ferreux-Maeght ist der neue Star. Seit sie in ihrem Mini-Restaurant kocht, stehen täglich die Pariserinnen Schlange, um von ihren Kreationen zu kosten. Eine Trendsetterin, die mit ihren Gerichten auch bewusst gegen eine essgestörte Kultur in der Modemetropole ankämpft.

Angèle Ferreux-Maeght

KochenDoris Barbier-Neumeister (Wienerin)

Seit Angèle Ferreux-Maeght im Kochtopf rührt, liegt ihr ganz Paris zu Füßen. Wer ihren legendären Carrot Cake noch nie probiert hat, gehört nicht zum Establishment. Bœuf Bourgignon war also gestern. Die gelernte Naturheilkundlerin verarbeitet wenig bekannte Gemüsesorten, Kräuter und Körner zu deliziösen Gerichten und hat soeben im Pariser Osten ihr zweites Miniaturrestaurant (mit knapp zehn Sitzplätzen) eröffnet, vor dem jeden Mittag geduldig Schlange gestanden wird.

Weg mit der Bikinidiät!

Serviert wird in Omas Geschirr, die (essbaren) Blumen im Haar verwendet sie auch für ihre Salate. Das Auge isst bekanntlich mit! Fazit: Die Bikinidiät kann warten – dafür ist ihre Küche viel zu schmackhaft! Und außerdem gesund.

Unsere Autorin Doris Barbier-Neumeister hat Angèle Ferreux-Maeght in ihrem neuen Minirestaurant «La Guinguette d’Angèle» im Pariser Osten zum Interview getroffen (und sich durch ihre gesunde und so schmackhafte Küche gekostet).

 

Angèle, was sollte ein Küchendummie wie ich auf jeden Fall in seinem Vorratsschrank haben, um gesund durchs Leben zu kommen?

Angèle Ferreux-Maeght: Kokosöl, weil man es auch erhitzen kann. Ein wahres Allroundtalent, ich verwende es für alles, zum Kochen, für die Haare, aber auch für meine Haut. So ein Grünkohl zum Beispiel, einfach im Ofen gegrillt, ein bisschen Meersalz und Kokosöl – ein Gedicht! Dann unbedingt Ahornsirup statt Zucker, Gomasio statt Salz, Gojibeeren und Chiasamen. Auf jeden Fall Linsen, Reis, Kichererbsen. Und ganz viel Gemüse, vor allem grünes Gemüse! Natürlich soll das Ganze auch gut aussehen, das Auge isst ja bekanntlich mit!

 

Du bist ausgebildete Naturheilkundlerin. Wirst du eigentlich im Königreich des Camemberts mit deiner Küche ernstgenommen?

Angèle Ferreux-Maeght: Kritik nehme ich mit viel Humor, das geht immer! Ich glaube, auch bei uns in Frankreich ist gerade generell ein Umdenken im Gange, was die Essgewohnheiten betrifft. Auch in meinen Restaurants sehe ich immer mehr Männer. Es muss ja nicht immer nur Baguette und Käse sein.

Bisschen Yoga mach ich

Ernährung ist ja nicht alles im Leben. Sag mal, betreibst du selbst eigentlich Sport?

Angèle Ferreux-Maeght: Viel zu wenig, ich gebe es zu. Ich arbeite sieben Tage die Woche und es bleibt mir kaum Zeit, einmal wirklich nur an mich zu denken. Mein Job ist meine Leidenschaft, ich merke ja gar nicht, dass ich arbeite. Aber ich versuche täglich zumindest morgens ein bisschen Yoga zu machen und einmal die Woche zusammen mit Freunden laufen zu gehen.

Wer kennt den Moringabaum?

Du bist ständig auf irgendwelchen Märkten unterwegs, auch, wenn du auf Reisen bist. Deine neueste Entdeckung in Sachen Food?

Angèle Ferreux-Maeght: Der Moringabaum, die nährstoffreichste Pflanze der Welt. Der ganze Baum kann praktisch für medizinische Zwecke verwendet werden, also Wurzeln, Rinde, Samen, Blüten und Blätter. Dieser afrikanische Baum ist eine wahre Kalziumbombe, er besitzt 17 Mal soviel Kalzium wie Milch und viele weitere Vitalstoffe wie Vitamin A und Proteine! Mittlerweile findet man den Baum in Kapselform auch hier in Frankreich in Naturkostläden. Man kann das relativ geschmacklose Pulver perfekt mit jedem Obstsaft vermischen.

 

Es ist gerade Frühling. Sag mal, ist dank deiner Küche ein Ende des Diätwahns in Sicht?

Angèle Ferreux-Maeght: Gedämpftes Gemüse und gegrillter Fisch war gestern. Die Zeiten sind ja nicht gerade einfach – gerade deshalb haben wir doch alle Lust, uns was Gutes zu tun. Die Zeit der griesgrämig aussehenden Mannequins mit hohlen Wangen und ausgemergelten Körpern ist auch vorbei. Heute wollen alle einfach knackig gesund und erholt aussehen. Ich persönlich könnte mich nie kasteien, dafür esse ich einfach viel zu gern. Auf jeden Fall geht der Trend in Richtung «healthy», und das ist gut so.

 

Ihre Restaurants: «La Guinguette d’Angèle», 34, rue de la Coquilliere, 75001 Paris, und 2, rue du General Renault, 75011 Paris.

 

 

VIDEO: 6 absurde Tipps für den "Bikini-Body"

 

 

 

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