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Paula-Prinzip: "Das Paula-Prinzip" beschreibt, dass die meisten Frauen unter ihrer Qualifikation arbeiten

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Der Professor Tom Schuller hat ein Buch darüber geschrieben, warum berufstätige Frauen oft unter ihren Möglichkeiten bleiben.

Jobred.(Wienerin)

"Die haben schon wieder wen über mich gesetzt, der weniger kann." Ein Satz, den viele berufstätige Frauen ein- oder mehrmals im Laufe ihrer Karriere von sich geben. Denn leider passiert es nicht selten, dass ihnen inkompetentere Männer als Chefs vorgesetzt werden. Und die Frauen arbeiten oft unter ihren eigentlichen Qualifikationen und Kompetenzen. 

Der Wissenschaftler und Autor Tom Schuller hat dafür einen Namen gefunden: das "Paula-Prinzip". Er lehnt das Wort an das "Peter-Prinzip" an, ein Konzept aus den 1960er-Jahren, das besagt, dass Mitarbeiter so lange befördert werden, bis sie eine Stufe über ihrem eigentlichen Kompetenzlevel angekommen sind. Sie sind dann zwar unterqualifiziert für diese Stelle, bleiben aber trotzdem in dieser Position. Wenig überraschend sind damit hauptsächlich Männer gemeint. 

Schuller kehrte das Konzept um und meint mit dem "Paula-Prinzip", dass bei Frauen das genaue Gegenteil passiert: sie bleiben unter ihren Qualifikationen und Fähigkeiten stecken - auf allen Ebenen. Für dieses Ungleichgewicht hat Schuller auch fünf Gründe herausgearbeitet:

 

1: Diskriminierung von Frauen

Frauen werden Jobs verwehrt oder nicht angeboten, allein aufgrund ihres Geschlechts. Fragen wie "Haben Sie vor, Kinder zu kriegen?" sind leider nach wie vor keine Seltenheit. Und Rollenklischees wie "Männer sind geeigneter, um zu führen" halten sich auch noch hartnäckig. 

 

2: Strukturelle Gründe

Andere Ursachen können etwa das Fehlen von flächendeckender Kinderbetreuung oder andere strukturelle Hindernisse sein, die es vor allem Müttern schwer machen, Job und Kinder unter einen Hut zu bringen. 

 

3: Mangel an Selbstbewusstsein

Außerdem führt der Autor psychologische Ursachen an - Frauen hätten aufgrund der täglich erlebten Diskriminierung weniger Selbstvertrauen, um sich ins Rampenlicht zu stellen und sich für einen hochqualifizierten Job zu bewerben. Bei Männern sei das nicht so - sie bewerben sich auch für Stellen, für die sie kaum qualifiziert sind. 

 

4: Netzwerke nach oben fehlen 

Frauen mangele es außerdem an den vertikalen Netzwerken: sie kennen weniger Menschen in Führungspositionen (die vorwiegend männlich besetzt sind), die ihnen Tipps oder ein Sprungbrett liefern könnten. 

 

5: Sie entscheiden sich dafür

Frauen neigen auch dazu, so der Autor, sich nicht für Führungspositionen zu entscheiden - und stattdessen mehr Lebensqualität und Zeit abseits der Arbeit zu wählen. Doch dieser Punkt ließe sich nicht wirklich auf Freiwilligkeit zurückführen, so Schuller - vor allem wenn man sich die strukturellen Hindernisse und die Tatsache, dass die meiste Haus- und Sorgearbeit noch immer an Frauen hängenbleibt, ansehe. 

 

 

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