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Studie: Lesbische Frauen verdienen besser als heterosexuelle

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... homosexuelle Männer aber deutlich schlechter als jene mit heterosexueller Orientierung. Die ForscherInnen sprechen von einem eindeutigen "Sexuality Pay Gap" in Deutschland, der unter homo- und heterosexuellen Deutschen ermittelt wurde.

JobRed.(Wienerin)

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) führte erstmals eine Untersuchung der Einkommensverhältnisse von Homo- und Bisexuellen im Vergleich mit Menschen heterosexueller Orientierung durch und veröffentlichte nun interessante Details der Studie.

 

Die Daten wurden auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) erhoben. Es ist eine der wenigen repräsentativen Befragungen in Deutschland, die sexuelle Orientierung unter 40.000 Befragten in der Befragung berücksichtigt.

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Lesben verdienen besser als homosexuelle Männer 

Im Zuge der Untersuchung fanden die ForscherInnem heraus, dass in Deutschland nicht nur der bereits bekannte "Gender Pay Gap" zwischen Männern und Frauen, sondern auch ein so genannter "Sexuality Pay Gap" zwischen homo- und heterosexuellen Menschen besteht. Dieser konnte in den letzten Jahren auch in anderen Ländern beobachtet werden.

 

Während heterosexuelle Männer laut Statistik 18,14 Euro pro Stunde im Schnitt verdienen, sind es bei homosexuellen Männern mehr als zwei Euro weniger. Auch bei Frauen besteht ein Unterschied: Allerdings verdienen laut Statistik lesbische Frauen deutlich besser als heterosexuelle. 

 

"Sexuality Pay Gap" in Zahlen

Durchschnittlicher Stundenlohn


– heterosexuelle Männer: 18,14 €
– homosexuelle Männer: 16 €

– heterosexuelle Frauen: 14,40 €
– homosexuelle Frauen: 16,44 €

Warum ist das so?

Wie es zu diesem Unterschied kommt, können die ExpertInnen nur mutmaßen. "Die Differenz beim Stundenlohn lässt sich weder durch Qualifikation noch durch Berufserfahrung erklären", so Studienautor Martin Kroh. Eher das Gegenteil ist der Fall: LGBs (Lesbian, Gays und Bisexuelle) erzielen im Schnitt einen höheren Bildungsgrad  (47 Prozent haben eine Matura) als Heterosexuelle (36 Prozent).

Auch in der Berufswahl gibt es eine Trennung hinsichtlich sexueller Orientierung: Wenige Schwule und Lesben sind etwa in Bereichen Logistik, Verkehr, Schutz und Sicherheit tätig, stattdessen sind sie überdurchschnittlich in Berufen im Gesundheitswesen, sozialen Bereich, Erziehung oder Medien, Kunst und Kultur zu finden. Berufe, die traditionell eher schlechter bezahlt sind. 

 

Allerdings betonen die ForscherInnen auch, dass die statistischen Unterschiede gleich bleiben, wenn Differenzen bei Qualifikation, Stellung, Berufserfahrung und unterschiedliche in den Arbeitszeitmodelle berücksichtigen werden. Die Ergebnisse über die Lohnunterschiede zwischen lesbischen Frauen und schwulen Männern und heterosexuellen Frauen seien aber, so räumen die StudienautorInnen ein, statistisch nicht signifikant.

 

Trotzdem dient die Untersuchung als Indikator über die bisher wenig beleuchtete Lebensweise der LGB-Community in Deutschland, über die noch wenig Daten vorhanden sind. 

Um zu klären, wie der "Sexuality Pay Gap" entsteht, müssen in den folgenden Jahren noch mehr Daten erhoben und verwertet werden, steht für die ForscherInnen fest.

 

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